Freedom EV soll Tesla-Besitzern nach Projektaussage langfristig “die volle Kontrolle” über den eigenen Wagen bringen. Auf der Fosdem 2019 stellte Jasper Huygens seine Pläne für die Open-Source-Übernahme vor.
Was erstmal ein wenig größenwahnsinnig klingt, relativiert sich beim Lesen der zugehörigen Dokumente zumindest ein wenig. Aktuell unterstützt das Freedom-EV-Projekt die Modelle S und X mit ARM-Microcontrollern. Huygens selbst hat allerdings nur das Modell X getestet. Aufgrund der Ähnlichkeit des Modell S vermutet er lediglich, dass Besitzer des älteren Modell S auf demselben Weg auf dieses zugreifen können. Neue Modelle S und X mit Intel-Microcontrollern unterstützt das Projekt bislang ebenso wenig wie das Modell 3.
Um die im Projekt generierte Software über einen USB-Stick zu nutzen, braucht der Tesla-Besitzer zudem Rootzugriff auf das zentrale Instrumenten-Display. Den gewährt Tesla in der Regel nicht. Huygens ist optimistisch, dass der Hersteller interessierten Securityforschern künftig Root-Zugriff erlauben werde. Bis dahin führt der Weg offenbar über einen so genannten Fakra-Connector und das lokale Ethernet, wie es die FAQ beschreibt.
Software vom Stick
Ein Cronjob hält dann einen Reverse-SSH-Tunnel am Laufen, über den der Nutzer permanenten Zugriff auf das System behält. Der Job schaut auch, ob ein USB-Stick am System hängt. Auf diesem befinden sich die Freedom-EV-Anwendungen, die direkt vom USB-Stick laufen, quasi als Livesystem. Sobald der Anwender den Stick entfernt, verschwinden auch die Modifikationen. Zu den Grundprinzipien des Projekts gehört es, die Software des Herstellers zu bewahren und nicht in Konflikt mit dessen Business-Modell zu geraten. Die Freedom-EV-Applikationen sollen zugleich Open Source sein und sich einfach installieren und wieder entfernen lassen.
Laut dem Wiki konzentrieren sich die Projektpläne bislang vor allem darauf, Apps auf dem Onboard-System laufen zu lassen. So könnte künftig ein Sound beim Einlegen des Rückwärtsgangs ertönen und das System Android-Apps unterstützen und eine 360-Grad-Kamera-Ansicht sowie Dashcam-Aufzeichnungen ermöglichen. Auch einen Hotspot-Modus im geparkten Zustand und Youtube-Support planen die Entwickler. Weitere Details verrät der Projektchef im Fosdem-Vortrag [Video].





