FFII: Europäische Kommission zensiert Tor-Nutzer

Die Europäische Kommission der EU blockiert auf ihren Webseiten offenbar Nutzer des Anonymisierungsdienstes Tor, berichtet die FFII in einer Pressemitteilung.

Die Foundation for a Free Information Infrastructure e.V. (FFII) zeigt sich in einer Presseerklärung enttäuscht und verwundert darüber, dass die Webserver der Europäischen Kommission in Brüssel Anwendern, die zur Absicherung und Anonymisierung ihres Internetzugangs Dienste des Netzwerks Tor verwenden, den Zugang zu Informationen verwehrt.

FFII-Präsident Henrion dazu: “Es ist schon ironisch, wenn die Kommission einerseits über Netzneutralität diskutiert und gleichzeitig einen Teil des Netzes einfach so zensiert.” Als Beispiel nennt er die Webseite von Kommissarin Neelie Kroes, die über Tor nicht erreichbar sei. Die Fehlermeldung gebe auch keinen Aufschluss über die Hintergründe: “Network Error (gateway_error) Server overloaded. The gateway may be temporarily unavailable, or there could be a network problem.” Das derartige Zensur auf einer URL stattfinde, die sich Transparenz, Traffic Management und den Übergang zu einem offenerem Internet auf die Fahnen schreibe, findet er bedenklich.

Die FFII ist eine gemeinnützige Organisation, die sich in 20 europäischen Ländern der “Entwicklung von Informationen zum allgemeinen Nutzen” widmet, basierend auf Copyright, freien Wettbewerb und offenen Standards.

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