Matthew Miller ist Fedoras Projektleiter und hat nun einen neuen, langsameren Release Schedule für Fedora vorgeschlagen.
Mit dem aktuellen kürzeren Release Schedule schneide man sich womöglich ins eigene Fleisch, schreibt Miller in einem Blogpost. Laut seiner Statistik brechen die Release-Kurven für eine Release (wie etwa Fedora 24) dramatisch ein, sobald eine neue Version (Fedora 25) erscheint. Das verhindere für die einzelnen Releases, ihr volles Potenzial zu erreichen. Zudem würden zwei Releases im Jahr die Aufmerksamkeit der Presse senken.
Er schlägt vor, im Juni nur eine Release von Fedora Workstation und Server zu veröffentlichen und im November eine Point-Release (.1) nachzuschieben. Für Fedora Atomic könne man den Zwei-Wochen-Rhythmus beibehalten, Spins könnten ihr eigenes Release-Datum wählen.
So ein Release Schedule habe neben den oben genannten aber noch weitere Vorteile: Langzeitplanungen wären einfacher. Releases wären kein “Hamsterrad mehr, das regelmäßig in Flammen aufgeht”. Die Qualitätssicherung könnte besser planen, und es wäre mehr Zeit für den Aufbau der Infrastruktur da. Auch die Upstream-Projekte ließen sich so besser zufriedenstellen und das Nutzerwachstum ankurbeln, argumentiert Miller.
Die Argumente scheinen zum Teil etwas konstruiert. Tatsächlich dürften die Probleme um den verspäteten Release-Termin von Fedora 25 eine zentrale Rolle bei den aktuellen Überlegungen spielen. Das Community-Projekt hat offenbar ein Ressourcenproblem und ein langsamer Release-Plan könnte dieses nicht nur entschärfen, das Projekt könnte sogar davon profitieren. Wie das geht zeigt Open Suse. Das setzt mit Open Suse Leap auf einen jährlichen Release-Schedule und verzeichnet dadurch steigende Benutzerzahlen.




