F5 übernimmt Nginx für rund 670 Millionen US-Dollar

Nginx hat einer Übernahme durch F5 zugestimmt. Die amerikanische Netzwerkfirma lässt sich den Webserver-Anbieter rund 670 Millionen US-Dollar kosten.

Als Firma von Open-Source-Software zu (über)leben, ist derzeit wieder ein Thema. Nginx-CEO Gus Robertson sieht laut einem Blogpost zur F5-Übernahme für Startups wie das seine nur zwei mögliche Wege: “Auch wenn wir nie darauf aus waren, eine Firma aufzubauen, die übernommen wird, ist dies doch einer von zwei möglichen Ausgängen für ein Startup, wobei der andere ein Börsengang ist.” Interessant ist dabei, dass Robertson die Möglichkeit, eine eigene Firma mit nachhaltigem Wachstum aufzubauen, offenbar ausschließt.

Dabei betrachtet er Nginx als erfolgreich. Die Software treibe laut Robertsons Post rund 374 Millionen Websites an und 67 Prozent der großen Websites mit hohem Traffic. 2012 entschieden sich Robertson und seine Kollegen, auf der Basis des Open-Source-Servers Nginx ein kommerzielles Unternehmen zu starten. Sie besuchten die größten Nutzer von Nginx, um herauszufinden, wie diese ihren Webserver einsetzen. 2013 startete die neue Firma dann mit Nginx Plus eine kommerzielle Variante von Nginx, die laut Robertson mittlerweile “tausende Kunden” habe.

Was wird sich ändern?

Robertson versichert in seinem Blogpost, dass F5 Nginx und die Open-Source-Technologie dahinter am Leben erhalten wolle. Das amerikanische Netzwerkunternehmen F5 wurde 1996 gegründet, ging 1999 an die Börse und konkurriert unter anderem mit Cisco und Citrix. Mit dem Erwerb von Nginx will es nach eigenen Angaben die “Kluft zwischen Netops und Devops” schließen. Mit Nginx wechseln auch der aktuelle CEO Robertson und die Gründer Igor Sisojew and Maxim Konowalow zu F5.

Die Nutzer in den Kommentaren zum Blogpost geben sich weniger optimistisch. Sie fürchten um die Offenheit des Produkts und erwarten längerfristig versteckte Kosten. Tatsächlich sind beide Zukunftsversionen möglich: Einige Käufer entwickeln die Geschäftsmodelle ihrer Zukäufe weiter, lassen Softwarelizenz und Preise aber unangetastet. Andere ändern die Preis- und Lizenzmodelle für den Einsatz der Open-Source-Software. Wieder andere kaufen Konkurrenten, um deren Produkte vom Markt zu nehmen.

Der letzte Fall erweist sich allerdings bei Open-Source-Produkten als deutlich schwieriger. Eine andere Firma kann den Quellcode jederzeit nehmen und das Produkt auf eigene Faust weiterentwickeln. Oder gar der Gründer selbst: So startete der MySQL-Gründer Michael “Monty” Widenius Maria DB, nachdem MySQL dank der Übernahme von Sun Oracle in die Hände fiel.

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