Die Linux-Distribution mit macOS-Flair erhält ARM64-Support, fraktionale Skalierung und über 1.100 bearbeitete Issues
elementary OS versteht sich als durchdachter, leistungsfähiger und ethischer Ersatz für Windows und macOS. Die auf Ubuntu basierende Distribution setzt auf die hauseigene Desktop-Umgebung Pantheon mit einer an macOS angelehnten Oberfläche. Das Projekt legt Wert auf konsistentes Design, Datenschutz und Barrierefreiheit, zugänglich für Einsteiger, aber ohne Abstriche für erfahrene Nutzer. Die Finanzierung erfolgt über ein Pay-what-you-can-Modell beim Download und einen kuratierten App Store.
Mit Version 8.1 liefert das Team um Gründerin Danielle Foré nun das erste größere Update nach dem im November 2024 erschienenen elementary OS 8. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung der Wayland-basierten Secure Session, erweiterte Hardware-Unterstützung und zahlreiche Verbesserungen auf Basis von Nutzer-Feedback. Die Entwickler haben seit dem Release von elementary OS 8 über 1.100 gemeldete Issues abgearbeitet, davon 72 Prozent Bugfixes, 18 Prozent neue Funktionen sowie 10 Prozent Technical Debt und Code-Qualität.
Secure Session als neuer Standard
Die wichtigste Änderung betrifft die Standardsitzung: Die mit elementary OS 8 eingeführte Secure Session löst nun die Classic Session als Voreinstellung ab. Die Secure Session basiert auf Wayland und soll durch strikte Isolation zwischen Anwendungen mehr Privatsphäre und Sicherheit bieten. Anwendungen können beispielsweise nicht mehr ohne Weiteres auf die Zwischenablage oder Bildschirminhalte anderer Programme zugreifen.
In der Secure Session erhält auch die Passwort-Authentifizierung eine zusätzliche Schutzfunktion: Öffnet sich ein Authentifizierungsdialog, wird der restliche Bildschirm abgedunkelt und andere Fenster können den Fokus nicht mehr stehlen. Das soll verhindern, dass Nutzer versehentlich ihr Passwort in ein falsches Fenster eingeben.
Wer weiterhin die X11-basierte Classic Session benötigt, etwa wegen bestimmter Anwendungen oder Hardware, kann diese weiterhin beim Login auswählen. Die Entwickler haben zudem Probleme behoben, die beim Wechsel zwischen beiden Sitzungstypen auftraten. Neue AppArmor-Profile sollen außerdem Sandbox-Probleme mit Flatpak-Anwendungen beheben, die insbesondere bei Steam und im Gastsitzungsmodus auffielen.
Das Dock wird zur Schaltzentrale
Das mit elementary OS 8 eingeführte Dock erhält umfangreiche Erweiterungen. Nutzer hatten nach dem Wechsel vom älteren Plank-Dock einige Funktionen vermisst, die nun zurückkehren: Mehrere Punkte zeigen wieder an, wenn eine Anwendung mehrere Fenster geöffnet hat. Die Farbe der Punkte unterscheidet zwischen Fenstern auf dem aktuellen und anderen Arbeitsflächen. Beim Drag-and-Drop über ein App-Symbol lässt sich wieder durch die offenen Fenster dieser Anwendung wechseln. Neu ist Pressure Reveal: Die Funktion verhindert, dass das Dock versehentlich erscheint, wenn der Mauszeiger am unteren Bildschirmrand Bedienelemente einer Anwendung ansteuert.
Neu hinzugekommen ist ein Workspace-Switcher direkt im Dock. Nutzer können neue Arbeitsflächen anlegen, zwischen ihnen wechseln und sie per Drag-and-Drop umsortieren. Ein Klick auf die bereits aktive Arbeitsfläche öffnet die Multitasking-Ansicht, was das Auffinden von Fenstern mit der Maus vereinfacht. Anwendungen lassen sich aus dem Dock direkt in der Multitasking-Ansicht starten, was das Einrichten von Arbeitsflächen beschleunigt. Das Dock bleibt nun auch in der Multitasking-Ansicht sichtbar.
Das Dock zeigt nun auch Hintergrund-Anwendungen an, die ohne sichtbares Fenster laufen, etwa Musikplayer oder Synchronisationsdienste. Diese Funktion nutzt das Background Portal von Freedesktop.org und zeigt den vom Entwickler angegebenen Grund für die Hintergrundaktivität an. Nutzer können Hintergrund-Apps direkt beenden und in den Systemeinstellungen festlegen, welche Anwendungen im Hintergrund laufen dürfen.
Kleinere Verbesserungen betreffen die Interaktion: Eine Shake-Animation signalisiert, wenn der Nutzer per Mittelklick ein neues Fenster bei einer Single-Window-App öffnen will. Klicks auf App-Launcher werden auch registriert, wenn der Mauszeiger unterhalb des Docks liegt. Nicht-Flatpak-Apps, die ihre Launcher nicht korrekt zuordnen, werden vom Dock nun in manchen Fällen trotzdem erkannt.
Eine Option in den Systemeinstellungen erlaubt es, Hotcorners auch bei Vollbild-Anwendungen zu aktivieren. So lässt sich etwa während eines Spiels das Anwendungsmenü mit der Super-Taste aufrufen. Die Hotcorner-Option für das Anwendungsmenü erscheint jetzt nur noch in der korrekten Panel-Ecke, oben links, oder oben rechts bei Sprachen mit Schreibrichtung von rechts nach links wie Arabisch.
Multi-Touch und Gesten
Der Window Manager erhält einen neuen Gesture Controller, der zusätzliche Multi-Touch-Funktionen ermöglicht. In der Multitasking-Ansicht lassen sich Fenster nun durch Wischen nach oben schließen. Kontextmenüs öffnen sich an mehr Stellen durch langes Drücken, etwa im Dock. Die Animationen beim Wechsel zwischen Arbeitsflächen wurden verbessert.
ARM64 und fraktionale Skalierung
elementary OS 8.1 bietet erstmals offizielle ARM64-Builds für Geräte mit UEFI-Boot. Damit läuft die Distribution auf Apple-Silicon-Macs und Geräten wie dem Raspberry Pi, sofern dort eine UEFI-Firmware installiert ist. Das System unterstützt auch bestimmte Qualcomm- und Rockchip-Prozessoren. Es basiert auf dem Hardware Enablement Stack von Ubuntu mit Linux-Kernel 6.14 und Mesa 25.
Die neue Kernel-Version bringt Unterstützung für Intel-Prozessoren der Lunar-Lake-Generation sowie diverse Webcams, USB-Netzwerkadapter, Joysticks, Gamepads und WLAN-Module. AMD- und Intel-Chips sollen von verbesserter Energieeffizienz und höherer Performance profitieren, insbesondere beim Gaming und beim Verschieben von Dateien.
Für Displays mit ungewöhnlichen Pixeldichten steht in der Secure Session nun fraktionale Skalierung zur Verfügung. Bisher bot elementary OS nur ganzzahlige Skalierungsstufen (100%, 200%), was bei manchen Notebook-Displays zu einer entweder zu großen oder zu kleinen Darstellung führte. Stufen wie 125% oder 150% sind nun möglich.
Die Entwickler haben mehrere Probleme mit Multi-Monitor-Setups behoben, darunter Fehler bei Layout-Änderungen und Drag-and-Drop-Operationen. Der Installer zentriert sich jetzt automatisch neu, wenn sich das Display-Layout während des Ladens ändert, ein häufiges Problem in virtuellen Maschinen.
Hardware-Unterstützung im Detail
Die Bluetooth-Einstellungen wurden überarbeitet und bieten nun eine klarere Trennung zwischen gekoppelten und verfügbaren Geräten. Die Tastaturnavigation und Screenreader-Unterstützung wurden verbessert. Probleme beim Pairing mit Passcode-Eingabe, etwa bei manchen Tastaturen, sind behoben. Weniger Geräte erscheinen ohne Namen, Hardware-gesperrte Bluetooth-Adapter lassen sich nun zuverlässig ein- und ausschalten, und die Performance bei vielen Geräten in der Liste wurde optimiert. Ein Fehler, bei dem das Verbinden von Bluetooth-Geräten den Sperrbildschirm einfror, ist behoben.
Der Flugmodus deaktiviert nun nur noch Funkverbindungen, nicht mehr Bluetooth oder kabelgebundene Netzwerke. Die Wacom-Einstellungen stürzen nicht mehr ab, wenn kein Stift erkannt wird. Middle-Click-Paste funktioniert nun korrekt in Secure Sessions.
Das Power-Menü zeigt das Gerätemodell an, sofern verfügbar, und vermeidet fehlerhafte leere Batterie-Icons. Die Power-Einstellungen warnen bei Optionen mit erhöhtem Energieverbrauch.
Bei komplexen Partitionierungsschemata stürzte der Installer manchmal unerwartet ab. Die Entwickler haben mehrere dieser Grenzfälle identifiziert und behoben sowie Tests hinzugefügt, um Regressionen zu verhindern.
Barrierefreiheit im Fokus
Das elementary-Team arbeitet mit blinden und sehbehinderten Testern zusammen, um die Zugänglichkeit zu verbessern. Florian Beijers, ein blinder Cybersecurity-Enthusiast, testete erneut den Installationsprozess. Als Ergebnis erhielten die Ansichten „Before Installing”, „Try or Install”, „Choose a Disk” und „Encryption” verbesserte Beschriftungen für Screenreader. Die Rückmeldung zur Passwortstärke wird nun vorgelesen, und Fälle, in denen der Screenreader Textformatierungen ankündigte, wurden korrigiert. Nach Angaben der Entwickler lässt sich elementary OS 8.1 in den meisten Fällen vollständig blind installieren und einrichten.
Basierend auf Feedback von Aaron Hewitt, der einen Blog über Linux-Barrierefreiheit betreibt, erhielten Benachrichtigungen und das Tastenkürzel-Overlay Screenreader-Unterstützung. Im Kalender wurden die Screenreader-Labels für das Hauptmenü, das Hinzufügen von Kalenderquellen und den Event-Dialog verbessert. In den Systemeinstellungen wurde die Firmware-Update-Navigation mit besserer Screenreader-Unterstützung neu geschrieben. Im AppCenter erhielten einige Labels auf der Startseite verbesserte Beschriftungen.
Die Tastaturnavigation wurde an mehreren Stellen verbessert. Auf dem Sperrbildschirm wechselt das System automatisch zur Classic Session, wenn Barrierefreiheitsfunktionen aktiv sind, die in der Secure Session noch nicht funktionieren. Medientasten wie Lautstärkeregler funktionieren nun auch auf dem Sperrbildschirm. Hauptmenüs sind in den meisten Apps korrekt markiert und lassen sich mit F10 öffnen. Einige Apps schlossen nicht mehr mit [Strg]+[Q], das wurde behoben.
In den Systemeinstellungen unter Tastatur | Shortcuts | Custom lassen sich nun installierte Anwendungen und deren Aktionen aus einer Liste auswählen, zusätzlich zur Möglichkeit, eigene Befehle zu definieren. Das erleichtert das Anlegen von Tastenkombinationen für häufige Workflows wie das Verfassen einer E-Mail oder das Erstellen eines Kalendereintrags. Das System warnt, wenn ein gewünschtes Tastenkürzel mit Systemkürzeln wie Kopieren, Einfügen oder Neuer Tab kollidiert.
Die Einstellung Bewegung reduzieren erfasst nun mehr Animationen im gesamten System und in Apps. Bei Multi-Touch-Gesten bleiben sanfte Übergänge erhalten. Transparente Elemente wie Dock, Benachrichtigungen und Fensterwechsler respektieren die Einstellung für Panel-Transparenz in den Desktop-Einstellungen. Display-Filter werden nicht mehr in Screenshots erfasst. Der Textkontrast im Terminal wurde erhöht.
Das Release enthält zahlreiche Übersetzungsaktualisierungen. Die Entwickler danken insbesondere neuen chinesischen Übersetzern.
Dark Mode
Der Dark Mode erhält Schedule Snoozing: Wer den Dark Mode manuell umschaltet, während ein Zeitplan (feste Uhrzeit oder Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang) aktiv ist, unterbricht den Zeitplan nur bis zum nächsten planmäßigen Wechsel, statt ihn komplett zu deaktivieren. Der Sperrbildschirm folgt nun den Dark-Mode-Einstellungen. Im AppCenter werden Dark-Mode-Screenshots und Markenfarben angezeigt, sofern Entwickler diese bereitstellen.
AppCenter und Systemupdates
Der AppCenter erhält zusätzliche Funktionen für Cross-Platform-Apps aus Flathub. App-Seiten zeigen nun prozentuale Bewertungen von ODRS an, dem Bewertungsserver, den auch GNOME Software nutzt. Bei Spielen wird angezeigt, ob sie Controller-Unterstützung bieten. Der Store zeigt plattformspezifische Screenshots, sofern Entwickler diese bereitstellen. Neu ist die Unterstützung für App-Addons sowie Contribute-Links, mit denen Entwickler zur Mitarbeit einladen können.
Die Lizenzinformationen wurden überarbeitet und sind nun leichter verständlich und detaillierter. Apps mit In-App-Käufen werden als solche gekennzeichnet, nützlich bei Free-to-Play-Spielen oder App-Stores wie Steam und Heroic Games Launcher. Der Button für kostenlose Apps heißt nun Install statt Free.
Die Suche arbeitet schneller und zeigt Ergebnisse bei ausreichend Platz in zwei Spalten an. App-Icons, die länger zum Laden brauchen, zeigen einen Platzhalter und blenden sanft ein, sobald sie verfügbar sind. Der AppCenter lädt Icons nun automatisch nach, sobald deren Daten verarbeitet sind, so bleiben keine dauerhaften leeren Platzhalter mehr stehen. Bei fehlenden nicht standardmäßigen Icon-Namen greift das System auf Adwaita-Icons zurück.
App-Updates laufen nun schneller und zuverlässiger dank überarbeitetem Code im AppCenter. Installierte Apps sind nun nach Release-Datum statt alphabetisch sortiert. Der Releases-Dialog wurde leicht überarbeitet und zeigt aktuelle Releases für alle installierten Apps. Die „Zuletzt geprüft”-Anzeige aktualisiert sich nun jede Minute, solange die Update-Ansicht geöffnet ist.
Bei Systemupdates zeigt elementary OS 8.1 nun die Download-Größe vorab an und bietet einen Fortschrittsbalken während des Downloads. Zurückgehaltene Pakete, etwa phasenweise ausgerollte Updates, werden beim Vorbereiten des Update-Bundles übersprungen, was die Zuverlässigkeit erhöht. Updates werden nicht mehr automatisch heruntergeladen, wenn eine getaktete Internetverbindung aktiv ist, stattdessen erscheint eine Benachrichtigung. Im Kontextmenü der Systemeinstellungen im Dock, im Anwendungsmenü und in der Suche gibt es nun eine Aktion zum direkten Sprung zur System-Updates-Seite.
Quick Settings und Systemeinstellungen
In den Quick Settings wurde eine Seite hinzugefügt, die andere eingeloggte Nutzer anzeigt und einen schnellen Kontowechsel ermöglicht. Ein neuer Prevent Sleep Toggle verhindert vorübergehend den Ruhezustand, nützlich bei Präsentationen oder lang laufenden Hintergrundaufgaben. Beim Aktivieren der Bildschirmtastatur in einer Secure Session erscheint ein Hinweis, dass diese derzeit nur in der Classic Session verfügbar ist.
In den Netzwerk-Einstellungen gibt es zwei neue Optionen: ob ein Netzwerk automatisch verbunden werden soll, wenn es verfügbar ist, und ob der Hintergrunddatenverbrauch bei Verbindung mit diesem Netzwerk reduziert werden soll. Mittelklick auf Netzwerk-Toggle-Buttons im Panel öffnet nun die Systemeinstellungen.
Im Sound-Menü wurde ein Fehler behoben, der Album-Artwork aus bestimmten Apps wie Google Chrome nicht laden konnte. Einstellungsseiten mit Seitenleisten merken sich nun die eingestellte Breite. About this device wurde als Suchbegriff für die System-Seite hinzugefügt. Mehr Einstellungen werden mit dem Sperrbildschirm synchronisiert, darunter Panel-Transparenz, Ausrichtungssperre und Power-Einstellungen.
Benachrichtigungen
Manche Apps senden Benachrichtigungen, integrieren sich aber nicht korrekt mit den granularen Benachrichtigungseinstellungen. In elementary OS 8.1 lässt sich der Zugriff auf Benachrichtigungs-Bubbles für solche Apps direkt in den Systemeinstellungen unter Anwendungen verweigern. Manuell installierte Apps (außerhalb von Flatpak) zeigen nun zuverlässiger ihr korrektes Icon in Benachrichtigungen.
Die Systemeinstellungen erscheinen nun selbst in der Liste der Apps, deren Benachrichtigungsverhalten konfiguriert werden kann, etwa um Update-Hinweise stumm zu schalten. Apps wie das Terminal entfernen veraltete Benachrichtigungen nun automatisch: Wechselt der Nutzer nach Abschluss eines Befehls zurück ins Terminal, verschwindet die entsprechende Benachrichtigung aus dem Benachrichtigungszentrum. Screenshot-Benachrichtigungen öffnen beim Klick den Image Viewer und bieten eine Option, das Bild im Dateimanager anzuzeigen.
Neue Standard-Apps
elementary OS 8.1 liefert zwei neue Anwendungen mit: Monitor zeigt Systemressourcen und laufende Prozesse an und bietet optionale Panel-Indikatoren. Maps ermöglicht das Anzeigen von Karten im Explore- und Transit-Modus, zeigt den aktuellen Standort, erlaubt die Ortssuche und verarbeitet geo://-Links, etwa um Veranstaltungsorte aus dem Kalender zu öffnen. In den Anwendungseinstellungen lässt sich die Standard-Karten-App auswählen.
Aktualisierte Apps
Die Musik-App speichert nun die Wiedergabewarteschlange und den zuletzt gespielten Titel zwischen Sitzungen. Einzelne Titel lassen sich über das Kontextmenü entfernen oder die gesamte Warteschlange leeren. Die Warteschlange ist durchsuchbar, die Performance bei großen Warteschlangen wurde verbessert. Album-Artwork erscheint in den Mediensteuerungen im Panel. Probleme mit langen Künstlernamen oder großen Systemschriften wurden behoben.
Der Dateimanager unterstützt das admin://-Protokoll zum Öffnen von Pfaden mit Administratorrechten. Das Untermenü Neue Datei respektiert nun die Ordnerhierarchie im Templates-Verzeichnis. Eigenschaften-Fenster zeigen präzisere Datums- und Zeitangaben für Dateiänderungen, und im Hauptmenü gibt es eine neue Einstellung für das Datums- und Zeitformat.
Code kann nun Git-Repositories über das Projekte-Menü in der Seitenleiste klonen, zwischen Remote-Branches wechseln und fragt beim Branch-Wechsel nach dem Umgang mit nicht committeten Änderungen. Die Symbols-Seitenleiste zeigt mehr Informationen zu Vala- und C-Symbolen in Tooltips. Edit Marks lassen sich durch Klick in den Gutter der Quellcode-Ansicht setzen und per Kontextmenü oder mit [Alt]+[Links/Rechts] anspringen. Das integrierte Terminal-Panel in Code übernimmt nun Einstellungen der Terminal-App, etwa Natural Copy/Paste.
Das Terminal nutzt nun das modernere Tab-Bar-Widget aus Web, Files und Code. Eine neue Option versteckt die Tab-Leiste bei nur einem geöffneten Tab. Der Einfügeschutz wurde erweitert und erkennt auch doas sowie Parameter wie -y, –interactive=never und –force. Die Erkennung von Befehlen mit Zeilenumbrüchen und Drag-and-Drop-Operationen wurde verbessert. Der Einfügeschutz warnt nun auch, wenn eine einzelne Einfügung mehrere bedenkliche Elemente enthält. Wer den Einfügeschutz nicht möchte, kann ihn in einer neuen Option deaktivieren.
GNOME Web liegt in Version 48.3 bei und bringt verbesserte Performance, bessere Web-Kompatibilität sowie eine überarbeitete Lesezeichen-Seitenleiste.
Optische Anpassungen
Ein Blur-Effekt hinterlegt nun transparente Elemente wie Dock, Benachrichtigungen und den Alt+Tab-Fensterwechsler. Das erhöht nicht nur die Ästhetik, sondern verbessert auch die Lesbarkeit sowie die visuelle Trennung vom Hintergrund.
Benachrichtigungen haben rundere Ecken, die zum Dock passen, und ihre Schließanimation entspricht nun der zugehörigen Wischgeste. Picture-in-Picture-Fenster haben nun abgerundete Ecken. Tastaturfokus-Indikatoren verschwinden, wenn sie nicht benötigt werden, sie erscheinen bei Tastaturnavigation, blenden sich aber aus, wenn Maus oder Touchscreen genutzt werden.
Die Ordner-Icons wurden neu gestaltet und sind nun runder, passend zum Files-App-Icon. Icons mit Mausdarstellungen zeigen jetzt ein Scrollrad, Mauszeiger-Icons entsprechen dem neuen Zeiger-Design. Die Zeiger-Icons in den Maus- und Touchpad-Einstellungen wurden aktualisiert. Kleinere Bereinigungen umfassen fehlende Icon-Größen, Beleuchtungsanpassungen und abgerundete Kanten.
Die Locale-Einstellungen haben ein neues Layout mit sauberer ausgerichteten Optionen und verbesserten Links zu weiteren Einstellungen. Das Screencast-Portal bietet ein verbessertes Design zur Auswahl von Display oder Fenster für die Aufnahme und respektiert Optionen zum Erfassen des Mauszeigers. Der Verschlüsselungsschritt im Installer wurde überarbeitet und passt nun auf eine Seite.
Fazit
elementary OS 8.1 ist ein umfangreiches Update, das die mit Version 8 begonnene Wayland-Migration vorantreibt. Mit der Secure Session als Standard setzt das Projekt den Wayland-Kurs fort, während die Classic Session als Fallback verfügbar bleibt. Die ARM64-Unterstützung öffnet die Distribution für neue Hardware-Klassen, während die verbesserte Barrierefreiheit das Ziel des Projekts unterstreichen, eine für möglichst viele Nutzer zugängliche Linux-Distribution zu sein.
elementary OS 8.1 steht auf elementary.io als Pay-what-you-can-Download bereit. Lokalisierte Direktdownloads und ein Torrent-Magnet-Link sind verfügbar. Die Distribution ist außerdem auf Computern von Laptop with Linux, Star Labs und Slimbook vorinstalliert erhältlich. Monatliche Updates mit weiteren Funktionen und Fehlerbehebungen sind angekündigt.













Gibt es eine Idee dazu, wie ich das arm64.iso auf einen Raspi 5 (SD Karte) installiert bekomme und was zu beachten ist? Mit dem Pi OS und Ubuntu ist das mit dem Preinstalled Image ja einfach. Aber hier mit dem Live Iso? Stehe irendwie auf der Leitung…