DOSBox Pure entwickelt legendären MS-DOS-Emulator weiter

Logo DOSBox Pure

Alte MS-DOS-Programme reanimiert der Emulator DOSBox unter Linux. Nachdem das Projekt mehr oder weniger auf Eis liegt, führt der Fork DOSBox Pure die Entwicklung fort. Die jetzt veröffentlichte erste Version bietet in erster Linie neue Komfortfunktionen.

DOSBox Pure soll möglichst einfach zu bedienen sein und vor allem auf Systemen laufen, die mit RetroArch eine Retrospielekonsole nachbauen. Die gegenüber DOSBox hinzugekommenen Funktionen zielen daher auch vorrangig auf eine einfache Bedienung ohne Tastatur und Maus ab.

So kann man in einem per Gamepad steuerbaren Startmenü bequem die zu startende EXE-Datei auswählen. Folglich muss man keine kryptischen MS-DOS-Befehle mehr jonglieren. Darüber hinaus lassen sich die wichtigsten Einstellungen über das Startmenü erreichen und ändern. DOSBox Pure startet zudem direkt in ZIP-Dateien verpackte Programme. Auch so archivierte ISO-Images lassen sich mounten, ohne sie erst entpacken zu müssen.

Ebenfalls zum Funktionsumfang gehört eine virtuelle Tastatur und eine Emulation der legendären 3D-Beschleunigerkarte Voodoo von 3dfx. Ein Videofilter simuliert auf Wunsch die Optik von alten Röhrenfernsehern. MIDI-Dateien spielt DOSBox Pure über SoundFonts oder eine virtuelle MT-32-Soundkarte ab. Beides setzt allerdings die passenden ROMs beziehungsweise SoundFont-Instrumente voraus. Den gerade auf dem Bildschirm herrschenden Zustand darf man jederzeit speichern und später wiederherstellen.

Die Entwicklung von DOSBox Pure erfolgt offen auf GitHub. Dort steht die Version 1.0 als Preview zum Download bereit. Eine fertige Fassung findet sich zudem auf Itch.io zum Download. Dort kann man dem Projekt auch Spenden zukommen lassen.

DOSBox Pure ist allerdings weder der einzige, noch der funktionsreichste Fork der DOSBox: Das Projekt DOSBox Staging entwickelt den Emulator ebenfalls äußerst emsig weiter. Im Gegensatz zu DOSBox Pure bildet Staging vor allem weitere Hardware-Komponenten nach beziehungsweise verbessert die bereits emulierten. Unter anderem unterstützt DOSBox Staging deutlich mehr Soundkarten, erlaubt Eingriffe in die CGA-Farbpalette und kann physische CD-ROMs einbinden.

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