Die Linux-Entwicklung auch noch nach Jahren nachvollziehbar zu machen haben sich mehrere Entwickler zur Aufgabe gemacht. Sie arbeiten an einem Git-Archiv, das die Änderungen am Kernel von Version 0.0.1 bis heute dokumentiert.
Auf gut 16 Jahre Linux-Kernel-Entwicklung können die Verfechter und Vorreiter des freien Betriebssystems GNU/Linux schon zurückblicken. Unzählige Versionen und Unterversionen hat es in dieser Zeit gegeben. Doch wer wann, warum welche Änderung am Code vorgenommen hat, ist schwer nachzuvollziehen. Mehrere Entwickler haben sich darum der Aufgabe angenommen, alle Linux-Versionen von der ersten Version 0.0.1 bis heute in einem Git-Archiv zu sammeln. Sie wollen nicht die einzelnen Kernel und Patches archivieren, sondern auch die Changelogs möglichst vieler Commits nachvollziehbar aufarbeiten.
Einer jener Entwickler die sich der Mammutaufgabe gestellt haben ist Dave Jones. Er startete das Projekt nach eigener Aussage nur aus Spaß. Nach gut einem Drittel der Arbeit dachte er, dass er verrückt sei, sich eine solche Arbeit aufzulasten. Nach der Hälfte entschied Jones sich weiterzumachen, da er schon zu weit gekommen sei, um aufzuhören. Mehr als einen weiteren Monat suche er schon nach weiteren Logs, doch würde es immer schwerer sie aufzuspüren. Im September dann stieß Jones auf einen zweiten ehrenamtlichen Archivar des Kernels.
Der Entwickler namens Nicolas “Nico” Pitre hat sich ähnliches vorgenommen und ist auch schon ähnlich weit wie Jones vorangekommen. Vorerst hat er seine Arbeit jedoch ausgesetzt. Nichtsdestotrotz freut sich Jones über das gefundene Projekt. Schließlich ergänzten sich beide Projekte sehr gut. Fehlende Teile fand Jones in Nicos Archiv. Einige Teile die er hatte, fehlten dort. So hat er, wie Jones selbst schriebt, einige Bits “gestohlen”. Nämlich die ihm fehlenden Changelogs. Heute steht der Entwickler mit seinem Museums-Git-Tree bei Linux-Version 2.4. Die Integration der Trees 2.5 und 2.6 will anderen Entwicklern überlassen, da jene Versionen schon recht vollständig im Original Git-Tree vorlägen und nicht allzu viel Arbeit machten.
Nach der Vorstellung von Jones Museums-Baums meldet sich Nico Pitre zu Wort. Ihm fällt auf, dass alle Datumsangaben in Jones Tree fehlerhaft seien. Er schreibt, dass er in seinem Repository besonders darauf geachtet habe, die E-Mail-Adressen der Original-Autoren, das Datum und die Zeitzone jedes einzelnen Commits zu erhalten. Der angesprochene Jones will diese Details nun auch seinem Archiv hinzufügen.
Derzeit steht das Archiv mit den gesammelten Versionen, Patches und Changelogs bei einer Größe von gut 1,9 Gigabyte. Darin enhalten sind circa 1040 Commits, davon 420 mit ihren Changelogs. Sie sind in Anlehnung an die Kernel-Entwicklung strukturiert. In einer Mail an die Linux Kernel Mailing List beschreibt Dave Jones, wie er bei der Sammlung vorgegangen ist und an welcher Stelle er zur Zeit steht.



