Der langjährige und bekannte Debian-Entwickler Joey Hess verlässt das Projekt und nennt die Debian-Verfassung als Grund.
Debian sei nicht länger das Projekt, dem er sich 1996 angeschlossen habe, erklärt Hess in seinem Abschiedsstatement. Sein Fehler in den 18 Jahren Projektarbeit sei gewesen, sich nicht klar gegen die Debian-Verfassung ausgesprochen zu haben. Er nennt sie ein “giftiges Dokument”, das das Debian-Projekt in eine falsche Richtung führe.
Hintergrund seines Rückzugs dürfte die bereits länger andauernde Debatte um Systemd sein. Aktuell läuft eine GR (General Resolution), um zu klären, wie das Projekt zukünftig mit Systemd verfahren solle. Während sich einige Entwickler gegen eine Verquickung von Systemd mit Debian aussprechen, andere diese Frage den Maintainern überlassen wollen, gehört Hess zu der Gruppe, die glaubt, das eine General Resolution diese technischen Fragen nicht klären sollte.
Das würde nur dazu führen, so erklärte er Mitte Oktober in einer E-Mail, dass sich das Projekt auf eine Entscheidung festlege und dann eine weitere GR bräuchte, um die Entscheidung wieder zu revidieren. Massenabstimmungen seien kein Weg, um technische Entscheidungen zu fällen, so Hess. Er schlägt vor, zum klassischen Entscheidungsweg zurückzukehren, der über Package Maintainer, Policys und das technische Komitee laufe.




