Debian 10 "Buster" ist da

Mit Debian 12.11 hat das Projekt ein weiteres Point-Release für Debian 12 alias Bookworm veröffentlicht.

Debian 10, Codename Buster, ist veröffentlicht und wird fünf Jahre Support erhalten. Die Debianer liefern Gnome standardmäßig mit dem Displayserver Wayland aus und unterstützen Secure Boot.

Wer Debian 10 mit dem Gnome-3.30-Desktop verwendet, benutzt automatisch den Displayserver Wayland, der gegenüber X.org einige Vorteile mitbringt, unter anderem in Sachen Sicherheit. Einzelne Programme spielen allerdings noch nicht perfekt mit Wayland zusammen. Für sie gibt es die Option, beim Anmelden auf dem Desktop X.org auszuwählen. Daneben lässt sich Debian “Buster” mit den Desktops Cinnamon 3.8, KDE Plasma 5.14, LXDE 0.99.2, Mate 1.20, Xfce 4.12 und – neuerdings – LXQt 0.14 verwenden. Zugleich läuft Debian Buster nun auch auf verschiedenen ARM-SoCs mit dem Allwinner A64.

Support für Secure Boot

In Sachen Sicherheit bringt Buster verschiedene Neuerungen mit. So haben die Debian-Entwickler den UEFI-Support deutlich ausgebaut und unterstützen nun erstmals Secure Boot auf den Plattformen amd64, i386 sowie arm64. Secure Boot lässt sich auch nachträglich einrichten, wenn die Anwender einen Buster-Kernel und bestimmte Pakete integrieren. IPtables gibt es nun in zwei Versionen: “iptables-nft” und “iptables-legacy”, wobei die Binaries nun in “/usr/sbin” und nicht mehr in “/sbin” landen. Das erste verwendet das neuere Nftables-Framework aus dem Kernel. Apparmor ist für sicherheitskritische Umgebungen nun automatisch installiert und aktiviert. Es regelt die Zugriffsrechte von Anwendungen über Profile, wobei sich weitere Profile für Anwendungen über “apparmor-profiles-extra” einrichten lassen.

Apt sicherer

Auch für den die Methoden des Paketmanagers Apt (“http”, “https”, “cdrom”, “gpgv” und rsh”) kündigt das Projekt Neuerungen an. Seit Debian Buster dürfen Admins Sandboxing über “seccomp-BPF” einschalten. BPF ist der Berkley Packet Filter, der es erlaubt, Programme in den Kernel einzubetten. Zugleich landet der “https”-Support für Apt automatisch mit auf der Festplatte. Gut für Admins: “unattended-upgrades” kümmert sich nun nicht mehr nur um Security-Pakete, sondern auch um stabile Zwischenversionen.

Reproduzierbarkeit ist für Debian weiterhin ein Thema und weiter eine Baustelle. Ungefähr 91,5 Prozent der Pakete gibt das Projekt zum Beispiel für die amd64-Plattform als reproduzierbar an. Bei Stretch waren es noch 93,2 Prozent der getesteten Pakete. Allerdings erhöhte sich die Zahl der Pakete, die die Tests abdecken, zwischen den beiden Releases auch um insgesamt 13 Prozent. Vermutlich schon in den Point Releases sollen Werkzeuge hinzu kommen, mit denen Anwender die Reproduzierbarkeit von Paketen im Repository überprüfen. Einen Überblick zum Stand der Dinge liefert ein Video von einem Vortrag zum Thema auf der Minidebconf in Hamburg.

Bullseye wartet

Herunterladen lässt sich Debian 10 für verschiedene Plattformen, darunter “amd64”, “i386”, Power, IBM System Z und “AArch64”. Installationsanleitungen gibt es hier. Die Arbeit an Debian geht bereits weiter. Ende Juli treffen sich die Entwickler in Brasilien auf der Debconf 19, um über die Neuerungen für das nächste Debian zu beraten. Debian 11 wird den Namen Bullseye tragen.

 

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