In Dav1d steckt das AV1 bereits drin: Der freie AV1-Decoder deckt laut Jean-Baptiste Kempf mittlerweile alles Specs und Features für den Codec mit 8- und 10-Bit-Tiefe ab. Er sieht Dav1d und AV1 in der Lage, HEVC abzulösen.
In dem Post macht Kempf kräftig Werbung für den freien Decoder Dav1d und den Codec AV1, die er mit verschiedenen Benchmarks unterfüttert. Nicht nur decke der Decoder alles Specs von AV1 (8 und 10 Bit Tiefe) ab, er sei auch mindestens doppelt, häufig sogar vier Mal so schnell wie Libaom.
Dav1d gegen Goliath
Er empfiehlt Dav1d und den dazu gehörigen freien Codec AV1 für den produktiven Einsatz. Laut Kempf könnte das Paar auch HEVC ablösen. Nicht nur sei AV1 bis zu 20 Prozent besser als HEVC, er sei auch nicht mit “teuren” und “verwirrenden” Patenten belastet. Zudem stünden die großen Webfirmen hinter dem Codec, namentlich Google, Facebook, Netflix, Amazon, Microsoft und Mozilla.
Dav1d ist in einer Zusammenarbeit der Entwickler von VLC, Videolan und Ffmpeg entstanden, weil der Referenzdecoder für AV1 recht langsam war. Den Decoder gibt es erst seit zwei Monaten, doch sind bereits mehr als 500 Commits in ihm gelandet. Features wie Film Grain, Super-Res und Scaled References seien sowohl in der 8- als auch in der 10-Bit-Version angekommen.
Gefuzzt und optimiert
Nicht nur bringe Dav1d nun ein ordentliches Public API mit, man habe den Code auch mit OSS Fuzz getestet und decke 99 Prozent der Funktionen und 97 Prozent der Codezeilen ab.
Nicht zuletzt sei viel Assembler-Code für moderne CPUs eingeflossen und habe man auch die Größe des C-Code optimiert. In Sachen Performance sei Dav1d daher sehr schnell auf Prozessoren mit AVX2 unterwegs, was etwa 50 Prozent aller Desktop-CPUs abdecke. Für SSE- und ARM-Assembler-Optimierungen wolle man in den nächsten Wochen dasselbe erreichen, ARMv8-Support sei auf dem Weg.

Kempf hat Dav1d und Libaom auf Haswell- und Zen-Systemen getestet.
Wer konkrete Zahlen möchte, für den versammelt der Blogpost dann verschiedene Benchmarks (siehe Abbildung). Die vergleichen unter anderem Aomdec und Dav1d auf Intel- und AMD-Plattformen (Haswell und Zen). Der letzte Schliff fehle dem Decoder noch, aber Firefox 65 könnte Dav1d bereits an Bord haben, schließt Kempf den Blogpost.





