Dav1d: Ein Decoder für AV1

Open-Source-Entwickler haben einen neuen Decoder namens Dav1d angekündigt. Der soll schon bald AV1, den Codec der Alliance for Open Media, zum Leben erwecken.

Die Videolan-, VLC- und Ffmpeg-Communities arbeiten gemeinsam an einem neuen Decoder für AV1. Dav1d ist ein rekursives Akronym, das laut Ankündigung für “Dav1d is an AV1 Decoder” steht. Ziel der gemeinsamen Anstrengungen sei es, einen Decoder zu entwickeln, der “klein ist” und “so schnell wie möglich arbeitet”. Er soll “korrektes Threading” verwenden und “umfassend plattformübergreifend” funktionieren. Nicht zuletzt soll der Decoder ein nützliches API und eine sehr liberale, freie Lizenz mitbringen. Dabei orientiert er sich an AV1, den er dekodieren soll.

In AV1 sehen die Entwickler die Zukunft. Der Codec sei 20 Prozent schneller als Hevc, brauche aber keine überhöhten und verwirrend gestalteten Lizenzgebühren. Es gibt bereits einen Referenz-Decoder für AV1, der bestehe aber eher aus einer Codebasis zu Forschungszwecken und brauche eine Menge Arbeit, heißt es in dem Post. Dieser verweist auch auf einen Talk von den Video Dev Days, der sich mit Dav1d auseinandersetzt.

Richard Stallman macht Ausnahme

Den Code für Dav1d hostet das Videolan-Projekt, die Codebasis verwendet aus Gründen der Einfachheit und Performance C99 und Assembler. Meson ist das Buildsystem, Tools lassen sich in C oder Rust schreiben, Bindings in C++.

Der Code steht unter der vereinfachten 2-Klausel-BSD-Lizenz, die es so einfach wie möglich machen soll, ihn in fremden Umgebungen zu integrieren, etwa auf Hardware in Autos oder in TV-Geräten. Tatsächlich gehören Codecs zu den seltenen Fällen, in denen auch Richard Stallman mit einem Verzicht auf die GPL leben kann.

Wer an dem Decoder mitarbeiten möchte, kann sich beim Projekt melden. Nach dessen Plänen soll bereits Ende 2018 eine erste benutzbare Version des Decoders erscheinen.

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