Coreboot 4.8 unterstützt zahlreiche neue und rangiert aber noch mehr alte Mainboards aus. Daneben gibt es Veränderungen für verschiedene Plattformen.
Den 17 Mainboards, die Coreboot neuerdings unterstützt und die hauptsächlich die Intel-Plattformen verwenden, stehen 39 ausrangierte Mainboards gegenüber. Die komplette Liste steht in den Release Notes. Zugleich unterstützt das Projekt zwei neue SoCs (Qualcomm “sdm845” und Sifive “fu540”) und entfernt zwei SoCs (DMP “vortex86ex” und Intel “sch”). Auch fünf Prozessoren wirft das Projekt aus der Codebasis, zwei von AMD, drei von Intel.
Apropos Intel: Für dessen i945-Plattform überspringt Coreboot nun die Grafikinitialisierung, was beim Resume aus State 3 (Suspend to Memory) 100 Millisekunden Zeit erspart. Das allerdings muss der Treiber des Betriebssystems unterstützen. Linux’ i915-Treiber kann das, der Framebuffer-Treiber kann es nicht.
Für AMDs Stoney Ridge haben die Entwickler den Code für ältere Agesa-basierte Plattformen (Generic Encapsulated Software Architecture) aufgeräumt und das Interface für native Coreboot-Versionen zugänglich gemacht. Suspend to Memory sollte nun funktionieren, es gibt zudem GPIO-Updates zugunsten von Coreboot. Auf Lenovo-Mainboards integrieren die Entwickler nun VBT-Binärdateien (Video Bios Table), um eine native Grafikinitialisierung zu unterstützen.
Payloads und Security
Zu den internen Änderungen gehört, dass Coreboot nun in der Ramstage PCI auf Nicht-x86-Plattformen unterstützt. Alle Intel-Plattformen nutzen nun eine gemeinsam VBT-Codebasis. Die Payload mit dem Namen “Payload” heißt jetzt der Übersichtlichkeit halber “simple_elf”. Sea BIOS ist in Version 1.11.1 an Bord, die Integration des Tianocore UEFI haben die Entwickler ebenfalls verbessert.
Den TPM-Software-Stack haben die Entwickler refaktoriert, den Vboot und TPM-Code nach “src/security” verschoben. Im Konfigurationssystem Kconfig, das auch der Linux-Kernel verwendet, gibt es nun einen eigenen Security-Bereich. Zudem unterstützt das Projekt nun Intels Boot Guard und setzt die Dokumentation neuerdings auf Sphinx und verwendet Markdown unter https://doc.coreboot.org.
Herunterladen lässt sich die neue Version Coreboot 4.8 über die Downloadseite des Coreboot-Projekts. Tatsächlich wartet dort bereits die Version 4.8.1, die Revision mit zwei Commits behebt Probleme beim Ergänzen neuer Payloads.






