Consul 1.8 versteht sich besser mit externen Diensten

Die von Hashicorp entwickelte Software Consul hat sich von einer Service-Discovery-Software mit verteiltem Key-Value-Store zu einem Service Mesh gemausert. Nun ist Version 1.8 fertig für den produktiven Einsatz. Neu sind unter anderem die Ingress und Terminating Gateways.

Die Public Beta von Consul 1.8 wurde Mitte Mai angekündigt, nun ist die allgemeine Verfügbarkeit von Consul erreicht. Consul 1.8 will die Hürden senken, um Service Meshes in heterogenen Umgebungen einzuführen. Konkret soll es Consul 1.8 vereinfachen, neue Services in das Consul Sevice Mesh zu integrieren und dieses Mesh dann Cloud-agnostisch in Kubernetes-Umgebungen zu erweitern — aber auch in Umgebungen, die kein Kubernetes verwenden. Zugleich baut Hashicorp die Enterprise-Features aus.

Ingress Gateway

Anwendungen, die außerhalb des Consul Service Mesh laufen, lassen sich über das neue Ingress Gateway einfach integrieren. Dafür erhält der Befehl “consul connect envoy” die neue Option “ingress gateway”. Dieser richtet eine Envoy-Instanz so ein, dass sie über das Gateway Diensten außerhalb eine dynamische Untermenge der Consul-Dienste verfügbar macht. Das erlaubt auch den schrittweisen Aufbau einer Service-Mesh-Architektur. Die Daten lassen sich dabei am Gateway nicht nur mit TLS-Zertifikaten absichern, die Consul selbst generiert, sondern auch mit Layer-7-Richtlinien zum Routing und Splitting versehen.

Terminating Gateway

Umgekehrt erlaubt es das Terminating Gateway Anwendungen, die im Mesh sitzen, mit solchen Außerhalb zu kommunizieren. Im Service Mesh selbst regeln so genannte Intentions, welche Dienste mit anderen Diensten reden dürfen. Weil Unternehmen ihre bestehenden Dienste häufig nur langsam in das Service Mesh integrieren, müssen die Dienste, die schon drin sind, mit Diensten außerhalb kommunizieren. Das geschieht in der Regel nicht nach einem einheitlichen Schema: So sind nicht alle Verbindungen verschlüsselt, funktioniert die Service Discovery uneinheitlich und kontrollieren die die Intentions nur eine Untermenge der Verbindungen. Das Terminating Gateway vereinheitlicht das nun.

WAN Federation

Nicht wenige Firmen verteilten ihre Consul Datacenter über verschiedene Public und Private Clouds, wobei das Federation-Feature hilft. Ein neues Feature namens “WAN Federation via Mesh Gateway”. War es zuvor noch nötig, für die Kommunikation zwischen Diensten in verschiedenen Rechenzentren Mesh Gateways und Consul Server in Edge-Umgebungen auszurollen, kontrollieren nun Mesh Gateways allein die Kommunikation zwischen den Diensten inklusive des WAN Gossip.

Bezahlfunktionen

Schließlich kommen mit der neuen Consul-Version auch ein paar neue Bezahlfeatures. Ein Audi-Logging erlaubt es, Daten zu Installationen zu sammeln, die belegen, dass die Software konform mit HIPAA, PCI, DSGVO und anderen Regulierungen ist. Firmen, die nicht die Access Tokens von Consul verwenden wollen, sondern bestehende Authentifizierungssysteme, können das nun über Single-Sign-On tun. Operatoren übergeben die Authentifizierung dann an Browser-basierte OIDC Provider.

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