In seinem Blog stärkt der kürzlich ernannte Opensuse-Community-Manager Joe Brockmeier Novells CEO Ron Hovsepian den Rücken und kritisiert Suns Politik.
Hovsepian hätte lediglich seine Frustration über den Umgang von Sun mit der Linux Community ausgedrückt. Laut Brockmeiers Blogeintrag betrachten viele Linuxer die OpenSolaris-Anstrengungen als etwas zu spät und etwas zu wenig – vor dem Aufstieg von Linux hätte es sicherlich mehr Anhänger gefunden. Auch stellt Brockmeier dem nur von Sun kontrollierten OpenSolaris Linux als “von der Industrie gewählte” Plattform der Zukunft gegenüber.
Brockmeier kritisiert im Weiteren Suns Lizenzpolitik. Sun versuche, Open Source mit proprietären Elementen zu vermischen, anstatt vorhandene Linux-Lizenzen zu nutzen. Er bezweifele zudem Suns Aussage, die Firma sei – bezogen auf eine durchschnittliche Linux-Distribution – der größte alleinige Code-Lieferant. Brockmeier verweist als Gegenargument vor allem auf das GNU-Projekt, aber auch auf die Beiträge von Novell zum Kernel.
Am Ende seines Blog-Eintrages gibt der Opensuse-Community-Manager zwar zu, es sei nicht fair, OpenSolaris eine Zukunft abzusprechen, er vergleicht Suns Distribution allerdings mit Ralph Nader, dem dauerhaft erfolglosen Präsidentschaftskandidaten der Grünen in den USA.
Dem Streit zwischen Sun und Novell vorausgegangen war ein Podcast der Linux Foundation. In diesem hatte Hovsepian OpenSolaris indirekt als irrelevant bezeichnet. Das wollte Suns Open-Source-Chef Simon Phipps nicht auf Sun sitzen lassen. Er konterte, Novells Chef “pfeife im Dunklen” und habe schlicht Angst vor dem Erfolg von OpenSolaris. Er projiziere zudem die eigenen Probleme beim Verkauf von Open-Source-Software als proprietärer Software auf Sun.



