Nachdem das Unternehmen Collabora vor einiger Zeit einen ersten Vorschlag für einen Wayland-Treiber für Wine gemacht hat, haben die Entwickler nun einen Request for Comment (RFC) auf die Upstream-Mailingliste gestellt.
Dieser zu diskutierende Vorschlag enthalte weitere Details, wie der Wayland-Treiber mit Wine funktionieren soll. Ziel sei es, die mit Wine ausgeführten Windows-Anwendungen direkt auf den Wayland Compositors laufen zu lassen. Damit soll der Einsatz von XWayland für viele Anwendungsfälle nicht mehr nötig sein. Genauso wie X11 erhalte auch XWayland inzwischen immer weniger Support und Entwicklungsleistung. Es sei deshalb nicht anzunehmen, dass XWayland noch Support für moderne eatures bekommen werde. Im Collabora-Blog nennt Chefentwickler Alexandros Frantzis etwa HDR als eine solche Funktion. Zudem stelle XWayland als weiterer Layer, der durchschritten werden müsse, eine unnötige Komplexität dar und möglicherweise auch den Nährboden für Ineffizienz.

Laufende Windows-Anwendung auf dem experimentellen Wayland-Treiber unter Wine. Quelle: Collabora
Im jetzt veröffentlichten RFC seien zusätzliche Features und Anforderungen an den Wayland-Treiber beschrieben. Copy/paste, Drag-and-drop und das Wechseln des Display-Mode zählt Frantzis auf. Die Copy-Paste-Unterstützung funktioniere bereits gut in beide Richtungen, so Frantzis, also sowohl von nativen Wayland-Apps zu WineApps und umgekehrt. Drag-and-Drop funktioniere in Richtung native Wayland-App zu Wine-App in vielen Gängigen Formaten, schreibt Frantzis. In seinem Blogbeitrag veranschaulicht ein Video die Funktionen.




