Die Entwickler der Automatisierungssoftware Chef haben angekündigt, ihre Software zu 100 Prozent unter die Apache-2.0-Lizenz zu stellen. Bislang betrieb die Firma ein Open-Core-Modell.
Auf Medium beschreibt Adam Jacob, warum die Firma das Open-Core-Modell aufgibt. Jacob ist Mitgründer von Chef und sitzt auch im Vorstand der Firma. Der schwerste Teil in seinem Job sei gewesen, schreibt Jacob, zu entscheiden, welche Teile in den proprietären Teil des Stacks kommen und welche draußen bleiben sollen.
Er sei nach der Lizenzänderung begeistert, dass sich nun die komplette Community beim Entwickeln solcher Features beteiligen könne und sich nicht nur ein paar engagierte Entwickler daran abarbeiten (und sich überarbeiten). Auch müsse man den Wert dessen, was man tue, nun nicht mehr vor dem Hintergrund dessen rechtfertigen, was man zurückhalte.
CEAS als kommerzielle Distribution
Details liefert Chef CEO Barry Christ in einem Blogpost und finden sich auch in den FAQs. Demnach wird Chef zwar alle seine Softwareprodukte unter eine Open-Source-Lizenz stellen, aber zugleich eine Binärdistribution des Chef Enterprise Automation Stack (CEAS) anbieten, der all diese Komponenten sinnvoll miteinander verbindet. Damit folgt Chef ausdrücklich dem Open-Source-Modell von Red Hat mit RHEL. Firmen können dann den CEAS erwerben und erhalten damit auch Support von der Firma hinter Chef.
Für zahlende Kunden soll die angekündigte Neulizenzierung erstmal keine Auswirkungen haben. Nutzer der freien Version und neue Anwender können entweder die kommerzielle Version lizenziere oder eine eigene Distribution aus den Komponenten bauen oder eine bestehende Distribution verwenden. Oder sie betreiben weiterhin ihre alte Distribution, erhalten dann aber ein keine Updates und Fixes mehr. Für Nutzer von Chef 14.7.17 endet der Support zum Beispiel ein Jahr nach dem Erscheinen von Chef 15.
Nicht-kommerzieller Einsatz
Für Anwender, die die Software ohne kommerzielle Absicht, für Experimente oder als Individuen einsetzen, gibt es keine Änderungen. Für Mitarbeiter am OSS-Projekt von Chef, gemeinnützige Vereine und andere spezielle Gruppen arbeitet das Management noch an einer Lösung.






