Mehrere Tablets zwischen zehn und sieben Zoll will Acer 2011 auf den Markt bringen, von denen mangels Android 3.0 aber noch nichts zu sehen ist. Schneller, weil ohne Android kommen ein Doppel-Bildschirm-Notebook und Netbooks mit AMDs neuer APU-Plattform.
Auf Acers Cebit-Vorschau in München erklärt Acer-Deutschland-Geschäftsführer Stefan Engel Tablets wenig überraschend zum “Trend 2011” und verspricht eine breite Produktpalette. Tablet-Produktmanager Oliver Meinhard wird (ein bisschen) konkreter.
Iconia führt Tablet-Sparte an
Flaggschiff und Namensgeber der neuen Tablet-Serie – das Windows-basierte Acer Iconia – ist das einzige, das in allen Details feststeht. Das neuartige Gerät mit zwei 14-Zoll-Bildschirmen ist quasi ein zusammenklappbares Doppeltablett. Es bringt eigene Bedienfeatures mit: Die von Acer “Multipoint” genannten Technik ermöglicht dem Rechner, bis zu 27 Berührungspunkte zu verarbeiten. Die Intel-i5-getriebene Maschine zu stolzen 1500 Euro soll laut Meinhard ab Februar 2011 erhältlich sein.
Die Multipoint-Technik ermöglicht neben den bekannten Steuerungsgesten auch Menü-Aufruf-Gesten. So ruft die gleichzeitige Berührung mit fünf Fingerkuppen ein Touch-Multimediamenü auf, und das Auflegen beider Handballen holt die Soft-Tastatur auf den Bildschirm. Diese Fähigkeit wird aber wohl fürs erste Windows-only bleiben. Im Vortrag sagte der Acer-Manager, die “Touch-Infrastruktur” solle 2011 auch auf Android-Tablets erweitert werden. Hinterher hat er jedoch dementiert, dass damit die Multipoint-Technologie gemeint sei.
Meinhards Acer-Tablets – die so genannten Iconia Slates – rangieren zwischen sieben und zehn Zoll, bringen Multitouch, einen HDMI-Port und teilweise sowohl Vorder- als auch Rückkameras mit. Acers Presseabteilung nennt April 2011 als Veröffentlichungstermin, im Vortrag will sich der Produktmanager aber nicht festlegen: Das hänge von Google und dem Release von Android 3.0 alias Honeycomb ab, das darauf laufen soll. Auf Meinhards mitgebrachten Prototypen läuft zwar bisweilen Version 2.2, und die Frage stellt sich, warum Acer die Hardware nicht mit dieser Version veröffentliche und zu gegebener Zeit auf Honeycomb aktualisiert. Aber mit 2.x wolle man sich nicht zufrieden geben, denn Honeycomb soll speziell für Tablets geeignet sein.
Mit Ausnahme des Iconia Slate A500 (A steht für Android), das der Tablet-Chef aus der Tasche zieht, fehlt von den Tablets noch jede Spur. Geplant ist als Einstiegsgerät das A100 mit sieben Zoll Bildschirmdiagonale und dem Prozessor Nvidia Tegra 2. Als erstes werde jedoch das Windows-Tablet das Licht des Marktes erblicken (das muss ja nicht auf Google warten): Das zehnzöllige Iconia Slate WT1 werde mit einer zweikernigen AMD-APU der C-50-Serie ausgestattet sein und eigene Radeon-HD6250-Grafik mitbringen.
Netbooks, Notebooks nur mit Windows
Android ist bei Acer den Tablets und Smartphones vorbehalten. In Acers Kategorienwelt siedelt sich das Tablet zwischen Smartphones als Ultramobilgerät und Netbooks an. In der Smartphone-Sektion erhält das seit Dezember 2010 erhältliche, Android-basierte Liquid im März einen kleineren Nachfolger. Das Liquid Mini mit Android 2.2 “Froyo” ist mit 3,2 Zoll etwas kleiner und erhält entsprechende GUI-Anpassungen.
Das neue Netbook hingegen, das Acer Aspire One, ist mit Windows ausgestattet. Der Zehnzöller soll ab Februar für 330 Euro erhältlich sein und bis zu acht Stunden durchhalten. Auch unter der Haube arbeitet einer der neuen AMD-APUs.
Auch bei den Notebooks handelt es sich bei der nominell ab Februar erhältlichen Notebook-Serie Acer Aspire 5253 um Windows-Notebooks. Sie werde “den Einstiegsbereich revolutionieren”, freut sich Notebook-Produktmanager Robert Perenz, der gleichzeitig der Chef des gesamten deutschen Consumer-Segments ist. Das Gerät mit 15,6 Zoll Diagonale, dedizierter HD-Grafik (Radeon HD 6470M, 52 MByte) und bis zu sechs Stunden Akkulaufzeit ist mit 400 Euro recht erschwinglich. Als Ausstattungsvariante ist auch hier die neue AMD-Plattform zu haben.
Weitere Details zu den von Acer für die Cebit vorbereiteten Geräten gibt die komplette Hardware-Übersicht auf der Linux-Community.
Was ist mit Meego?
Kein Wort verlor Acer über Chrome OS. Während im Frühjahr 2010 noch Tendenzen weg von Android und hin zu Chrome OS gingen, hat der Tablet-Trend das grüne Männchen eiligst zurück in die Produktpalette gescheucht. Rückt angesichts der Tablets und der AMD-APUs, die so eine Art Prüfstein für AMDs Meego-Engagement sein werden, eigentlich auch Meego in das Gesichtsfeld von Acer? Die Produktzuständigen wollen sich nicht zu Äußerungen hinreißen lassen. Irgendwie sei da was, in den internationalen Produktmanager-Konferenzen käme es zur Sprache, heißt es. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass Acer sich da raushält”, schätzt Meinhard. Mehr gibt es dazu von Acer-Seite jedoch nicht zu hören.
- So schön es auch ist: Das Iconia hat offensichtlich Gleichgewichtsprobleme.
- Hier nochmal in schick. Die Deutschen seien übrigens die einzigen, die über spiegelnde Notebook-Displays meckern, wissen die Produktmanager.
- Dieses Touch-Multimediamenü lässt sich auf dem Iconia dank der Multipoint-Technik mit fünf Fingerkuppen aufrufen.
- Der Startbildschirm des Acer Liquid. Das Besondere: …
- … Die Tastensperre ist als optische Simulation einer Schutzfolie realisiert. Man hebt sie durch Hochblättern auf.
- Auch eine Acer-Eigenentwicklung: Die durchblätterbare App-History, in der sich Apps direkt wieder aufrufen lassen.
- Acer verteilt den Katalog der installierten Apps auf vier Seiten. Hier zieht der Anwender gerade eine App aus dem Favoriten-Menü (ganz oben) auf die Seite Drei des App-Katalogs.
- Die bisherigen Bilder waren vom Liquid. Hier nochmal das Liquid (links) und Liquid Mini im Vergleich. Die GUI ist reduzierter, die Bedien-Features sollen aber gleich sein.









