Cebit 2014: Smartphones und Tablets im Sysadmin-Einsatz

Auf der Special Conference Open Source der Cebit hat Holger Gantikow von Science + Computing erörtert, wie Systemadministratoren Smartphones und Tablets als Arbeitsmittel nutzen können.

Der Alltag des Admins starte mit einem Blick in die Monitoring-Tools, begann Gantikow seinen Vortrag. Daneben kommuniziert er mit Kollegen und Kunden, in der Regel per E-Mail oder Telefon. Ein weiteres wichtiges Arbeitsmittel ist das Ticketsystem, in dem er Arbeitsaufträge findet. Hat er daneben Zeit, wendet er sich seinen Langzeitprojekten zu, etwa dem Einrichten neuer Systeme und Dienste.

Dabei sitzt der Admin nicht nur am Schreibtisch mit Desktop-PC, er ist häufig unterwegs, etwa in den Serverraum. Die Einführung von UMTS brachte Netzwerk für unterwegs, auch wenn die benötigten Notebooks noch eher schwer waren. Nach Anbruch der Smartphone-Ära habe sich die Situation aber grundlegend geändert: Das Gerät diene als Pager, Telefon, Kalender, Computer, E-Book-Reader und Zeitschriftenstand, sagte der Referent.

Seine typischen Tätigkeiten kann der Admin nun zumindest teilweise per App für Telefon oder Tablet erledigen. Monitoring-Systeme wie Icinga oder Check_MK beispielsweise besitzen häufig einen Weboberfläche, die auch einen Mobilmodus bietet. Zur Bedienung reicht eigentlich ein Browser, insofern das System von außerhalb erreichbar ist. Eine einfache Monitoring-App wie aNag alarmiert den Administrator bei Problemen. E-Mails erledigt der Sysadmin etwa mit dem gut konfigurierbaren Client K9. Daneben schätzt Holger Gantikow Instant-Messaging, um beispielsweise eine kurze Frage aus dem Serverraum an die Kollegen zu schicken. Dabei empfiehlt er das Jabber-Protokoll XMPP, das Mobilgeräte und Desktoprechner verbindet, von vielen Clients unterstützt wird und Chaträume kennt.

Ticketsysteme bieten ebenfalls Mobil-Integration, entweder per App oder Weboberfläche, im Notfall per Mail. Als Problem sieht der Referent auch hier die Netzwerk-Topologie, denn diese teilweise vertraulichen Daten eines solchen Systems sollten im Unternehmen bleiben. Hier kann ein VPN eine Lösung sein. Sysadmin-Arbeiten lassen sich je nach Geschmack mit dem Multi-Plattform-Viewer Teamviewer erledigen oder auf der SSH-Konsole: Besonders gelungen findet Gantikow die App iSSH für iOS, die auch eine passende On-Screen-Tastatur mit Shell-Kontrollzeichen bietet sowie ConnetBot, der auch tunnelt. No Machine bietet seinen Remote-Desktop-Client erst in einer Beta-Version für Android und iOS an.

Unter den Netzwerk-Tools mag Gantikow das Diagnosewerkzeug Fing für Android. WLANs lassen sich mit dem Wifi Analyzer debuggen. Bei iOS seien solche “Wardriving-Tools” kaum mehr im Appstore zu finden. Am ehesten sei SubnetInsight tauglich, das rund 8 US-Dollar kostet. Relativ viele Funktionen vereint die NET-Toolbox für 4 Dollar. Wer nur einen Rechner kurz untersuchen möchte, ist möglicherweise bereits mit der App Cura bedient.

Kleine Vorträge oder Sitzungen lassen sich Notiz-Apps vorbereiten. Dienste wie Evernote allerdings speichern die Informationen allerdings außerhalb der Firma. Wikipedia und dict.cc stehen per Web zu Verfügung, Fachzeitschriften gibt es meist in digitaler Form. Feedreader wie Pulse oder Flipboards versorgen den Admin mit News. Podcasts lassen sich zur Weiterbildung nutzen. Die App Giggity verwaltet die Zeitpläne von Konferenzen, etwa der Fosdem in Brüssel. Bei den Todo-Listen-Apps zeigte der Vortragende ColorNote und Anydo. Schließlich kann auch eine einfache Taschenlampen-App im Serverraum ein nützliches Admin-Tool sein.

Zusammenfassend: Monitoring und Kommunikation funktionieren mit dem Smartphone gut, die Tickets befriedigend, Lernen kann man damit auch, aber ernsthafte Projektarbeiten lassen sich kaum erledigen. Je technischer der Anwender, desto eher sollte er zu Android greifen, etwa bei den Netzwerktools. Mit einer kurzen Stichprobe im Publikum per Handzeichen zeigte Holger Gantikow zum Abschluss: So gut wie jeder Besucher hatte ein Smartphone einstecken, doch nur wenige erledigen bisher Admin-Tätigkeiten damit.

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