Cebit 2008: Linux auf USB-Stick ist Hardware-Firewall

Avi Dardik, Marketingchef der israelischen Firma Yoggie, zeigt in beiden Händen den Linux-Stick Gateway Pico. In der rechten Hand hält er den geöffneten Stick, in der linken einen unversehrten.

Die israelische Firma Yoggie hat auf der Cebit den unter Linux betriebenen USB-Stick Gatekeeper Pico vorgestellt. Er dient im Zusammenspiel mit einem Windows-Rechner als Sicherheitsgateway zwischen Windows und Internet.

Auf dem USB-Stick befindet sich ein kompletter Linux-Rechner. Wenn er an ein Windows-System angesteckt wird, fungiert er als Sicherheitsgateway: Ein Windows-Treiber fängt alle eingehenden Daten ab und sendet sie über ein eigenes USB-Netzwerkprotokoll an den Stick. Der scannt sie unter Sicherheitsgesichtspunkten, ehe er sie wieder in das Windows-System entlässt. Damit soll der Stick nach Herstellerangaben die Funktion eines externen Prüf-Systems übernehmen.

Von außen sei nicht der Windows-Rechner sichtbar, sondern nur die IP- und MAC-Adresse, die auf dem Stick konfiguriert sei, sagt Avi Dardik, Marketingchef bei Yoggie. Windows behandelt das Gerät einfach wie ein Netzwerk-Device. Es kommuniziert über das USB-Protokoll des Netzwerk-Profils und über generische USB-Steuersequenzen mit dem Windows-System. Die Hardware ist eine Eigenentwicklung von Yoggie. Auf dem kleinen Raum eines USB-Sticks haben die Israelis alle vier Seiten von zwei Mini-Platinen bebaut und im Sandwich-Stil aufeinander gelegt. Die Zusammenstellung des Betriebssystem ist ebenfalls eine Eigenentwicklung auf Basis eines 2.6er-Linuxkernels.

Avi Dardik, Marketingchef der israelischen Firma Yoggie, zeigt in beiden Händen den Linux-Stick Gateway Pico. In der rechten Hand hält er den geöffneten Stick, in der linken einen unversehrten.

Avi Dardik, Marketingchef der israelischen Firma Yoggie, zeigt in beiden Händen den Linux-Stick Gateway Pico. In der rechten Hand hält er den geöffneten Stick, in der linken einen unversehrten.

Treiber für den Netzwerkstack von Linux gäbe es derzeit nicht und seien auch nicht geplant, erklärte Dardik auf der Cebit im Gespräch mit Linux-Magazin Online. Für die junge Firma sei der Windows-Markt der relevante, sagte Dardik. Die Firma will laut Dardik ihre Plattform auch nicht offenlegen, so dass sie von jedem getestet oder sogar verändert werden könnte. “Wir sind eine zu kleine Firma, als dass wir unsere Entwicklung offenlegen wollten”, erklärte er diese Entscheidung. Vielen Entwickleranfragen zum Trotz wolle Yoggie außerdem nicht, so Dardik weiter, dass Anwender die Software verändern: Das würde die Sicherheit senken, befürchtet er.

Yoggie hat auf dem engen Raum eines USB-Sticks einen kompletten Linux-Rechner verwirklicht, indem sie die Platinen beidseitig bestückt und gestapelt haben.

Yoggie hat auf dem engen Raum eines USB-Sticks einen kompletten Linux-Rechner verwirklicht, indem sie die Platinen beidseitig bestückt und gestapelt haben.

Offen blieb wie Yoggie sicherstellt, dass der proprietäre Windows-Treiber nicht durch mögliche Schwachstellen angreifbar ist oder dass Malware einfach die Umleitung deaktiviert. Das Unternehmen entwickele gegenwärtig aber einen Prototypen, bei dem das Netz direkt in die Mini-Appliance geleitet wird, verriet Dardik noch.

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