
Nicht für jeden sichtbar: Claire Perry, Verfechterin und Initiatorin des UK Porn Filters, wird nun von ihm geblockt.
Der Versuch der englischen Regierung, einen progressiven Pornofilter im britischen Web durchzusetzen, stößt seit Tagen auf größere Probleme. Unter anderem die Webseiten der Linux-Foundation, zahlreiche Open-Source-Links aber auch News wie Slashdot sperrt der konservative Filter derzeit aus. Man arbeite an der Sache, schreibt etwa O2.
Wer derzeit eine Reise ins United Kingdom plant und dabei nicht auf das gewohnte Internet verzichten kann oder will, sollte sich einen Proxy-Server oder eine VPN-Verbindung in ein anderes Land vorhalten. Innerhalb englischen Internetprovider funktionieren seit Tagen viele Seiten nicht oder nicht vollständig, weil ein von der konservativen Regierung durchgesetzter Porno-Filter auch neutrale Inhalte sperrt. Blogger sind empört, in Foren finden sich mehr und mehr Einträge, die teilweise uralte Posts als Grund für die Sperrung der kompletten Domain identifiziert wissen wollen – in den meisten Fällen sind jedoch offensichtlich Keywords verantwortlich, die der Filter falsch interpretiert. Zu den gesperrten Seiten gehören auch linux.com, slashdot.org und zahlreiche Seiten von Open-Source-Projekten.

Nicht für jeden sichtbar: Claire Perry, Verfechterin und Initiatorin des UK Porn Filters, wird nun von ihm geblockt.
Zur Wut mischt sich mittlerweile auch blanke Häme auf die Politiker, etwa im angesehenen Forbes-Magazin, wo der Analyst Tim Worstall schreibt: “Offensichtlich war sich da jemand nicht bewusst, wie schwierig und folgenreich es sein kann, einfach blind nach Begriffen wie ‘sex’ oder ‘porn’ oder ‘rape’ zu filtern und solche URLs dann zu blockieren.” Was jedem Proxy-, Mailserver- oder Firewall-Admin, der sich mit Content Filtering beschäftigt hat, schnell klar geworden ist, scheint die Regierung des Vereinigten Königreiches nicht auf dem Radar zu haben. Vor allem die Tatsache, dass selbst die Seite der Abgeordneten Claire Perry, die den Vorstoß initiiert hatte, geblockt wird, werfe ein deutliches Licht auf die Qualität der Vorgehensweise.
Kunden, die den vorgeschriebenen Opt-Out (der Porno-Filter ist per Gesetz per Default an) deaktivieren möchten, müssen das auf den Seiten ihrer Provider vornehmen. Mittlerweile erklären zahlreiche Provider, an den Problemen zu arbeiten. Der URL-Checker von O2 allerdings war am heutigen vormittag nicht erreichbar.






Bei autoritären Ländern gehört ein zensiertes Internet mittlerweile zum guten Ton.
Der Anfang vom Ender der Freiheit. Wie lange soll uns die Regierung noch vorschreiben können, was wir im Netz sehen wollen?