Blog-Software Movable Type 4 wird Open Source

Der Hersteller Sixapart will seine Blog-Software Movable Type künftig als Open Source Software unter der GPL freistellen. Dies gab das Unternehmen heute bekannt und stellte gleichzeitig Movable Type 4 in einer Beta-Version online.

Movable Type 4 bringt laut Ankündigung mehr als fünfzig neue Funktionen, mit denen auch Einsteiger ihren eigenen Blog aufsetzen und verwalten sollen. Hierzu gehört eine neue Installationsroutine, die Dutzende Vorlagen für die Blog- und Themengestaltung liefern soll. Wenn es nacht den Entwicklern geht, können Blogger dank Vorlagen-Management ihre Inhalte künftig in beliebigen Formaten veröffentlichen, ohne dass hierfür Programmierkenntnisse nötig sind.

Multimedia-Inhalte wie Video- und Audiodateien integriert ein neuer Web-Editor im “What you see is what you get”-Stil, die Dateien lassen sich mit dem integrierten Asset Management verwalten. Neu ist auch eine Importfunktion für Inhalte aus anderen Plattformen. Die Verwaltung der eigenen Blogs soll sich durch Zusammenfassungen noch übersichtlicher gestalten, mit Grafiken veranschaulichen die Aktivitäten auf den Blogs. Ein gleichfalls integriertes Registrierungssystem mit OpenID soll die Kontrolle über Leseraktivitäten vereinfachen. Eine umfangreiche Liste der neuen Funktionalitäten sowie die Movable Type 4 Beta zum Download steht auf der Projektseite zur Verfügung.

Sixapart startet gleichzeitig das Movable Type Open Source (MTOS) Project und kündigt an, die Version 4 im dritten Quartal 2007 unter der GPL freizugeben. Das quelloffene Movable Type 4 soll künftig Kernstück für alle Produkte des Unternehmens bilden, die kommerzielle Produktlinie will das Unternehmen unverändert weiterführen.

Die Freigabe des Quellcodes dürfte bei vielen Anhängern der Blog-Software als Akt der Versöhnung betrachtet werden. Mit der Veröffentlichung von Version 3 hatte Sixapart im Jahr 2004 eine Änderung seiner Lizenz bekannt gegeben, die zahlreiche Bloggern verärgerte.

Stellvertretend für viele brachte der prominente Google-Entwickler und Buchautor Mark Pilgrim in seinem Blog unter dem Titel “Freedom 0” seinen Ärger zum Ausdruck. Die neue Lizenzpolitik war für ihn der Anlass, über Sinn und Zweck Freier Software und der GPL nachzudenken. Da Movable Type zwar Quellcode mitlieferte, konnten Patches geschrieben werden. Weil es jedoch nicht unter der GPL stand,durften die Entwickler das von ihnen verbesserte Programm nicht weiterverteilen.

Pilgrim kam deshalb zu dem Schluß: ” Movable Type ist eine Sackgasse. Auf lange Sicht hat jede Nicht-Freie-Software einen Nutzwert von Null.” Die öffentliche Diskussion, die auch andere bekannte Entwickler wie beispielsweise Timothy Appnel stützten, hat damit für die Blog-Software von Sixapart vermutlich ein Ende gefunden.

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