Blackfin-Architektur hält Einzug in Linux-Kernel

Ab sofort unterstützt der Linux-Kernel eine weitere Prozessorarchitektur und erweitert so die Einsatzmöglichkeiten von Linux-Systemen.

Mit einem Commit von Linus Torvalds gilt die Blackfin-Prozessorarchitektur von Analog Devices als in den offiziellen Kernel übernommen. Derzeit werden rund acht Blackfin-Prozessoren und eine Reihe von Entwickler-Plattformen unterstützt.

Blackfin-Prozessoren zeichnen sich durch geringen Energiebedarf und guter Leistung bei komplexen numerischen Berechnungen aus. Sie finden sich in vielen Bereichen wieder, etwa in Fahrzeugen, wo sie Fahrassistenz- und Infotainmentsystemen antreiben. Video- und Fotokameras sind weitere multimediale Einsatzgebiete. Rechenintensive Anwendungen für Blackfin sind in Medizin und Industrie beheimatet.

Die Blackfin-Architektur haben Intel und Analog Devices gemeinsam als Micro Signal Architecture Core (MSA) entwickelt und bereits Ende 2000 vorgestellt. Seit dem hat Analog Devices diesen Kern in die Blackfin-Prozessor-Familie implementiert. Die Vorteile des Blackfins sollen in den klaren, orthogonalen Befehlssätzen liegen, die denen von RISC-Prozessoren ähneln. Als integrierte Systeme vereinen sie Dual-MAC (Multiplier-Accumulator), DSP (digitalen Signalprozessor) und die Erweiterung SIMD (Single Instruction Multiple Data) zur Verbesserung der multimedialen Fähigkeiten in sich. Die Beschreibungen der Architektur und der Befehlssätze sind in der Blackfin Processor Programming Reference zusammengefasst.

Der Blackfin-Prozessor wird bereits von der freien Compiler-Suite GCC unterstützt. Eine vollständige Dokumentation findet sich auf den Seiten des uClinux-Projekts. uClinux wurde mit allen notwendigen Entwicklerwerkzeugen für die Architektur portiert. Von den Projektseiten können außerdem Quellen und Patches bezogen werden, um eine Cross-Compiling-Umgebung für die Toolchain “bfin-linux-uclibc” aufzusetzen.

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