In der Berliner Kalkscheune gehen heute die Devopsdays zu Ende. Die zweitägige Veranstaltung ging der Frage nach, wie sich IT-Kultur anders organisieren lässt. Am Rande sprach das Linux-Magazin mit Bernd Erk (Netways) und Ralph Angenendt (Immobilienscout24). Sie gehören zu den Mitorganisatoren.
Mit 215 Besuchern kommen wieder etwas mehr Besucher zu den diesjährigen Devopsdays. Die Veranstaltung ist laut Erk und Angenendt aus der Community heraus entstanden. Die Idee für den Berliner Ableger hatte das lokale Devops-Meetup 2012, die ersten Devopsdays fanden aber schon 2009 in Belgien statt. Seitdem gibt es Ableger des Events in zahlreichen Städten. Bei den Berliner Devopsdays stieg die Zahl der Besucher wieder leicht. Die Organisatoren glauben, dass womöglich gerade eine neue Welle an Firmen das Thema entdeckt.
Denn Devops ist eine Bewegung und in Bewegung. Die Meinungen darüber, was Devops ausmacht, gehen auseinander. Während die Veranstalter Devops als eine andere Form der Firmenkultur betrachten, in der die Mitarbeiter verschiedener Abteilungen grob verkürzt an einem Projekt zusammenarbeiten, wollen größere Unternehmen mit dem Devops-Label vor allem neue Mitarbeiter im umkämpften Arbeitsmarkt anlocken. Sie verwenden den Begriff eher als Beschreibung für ein technisches Setup: Devops wird hier häufig als eine Form der Entwicklungs-Automatisierung gedacht, die unter anderem automatische Tests und Deployments über Pipelines einschließt.
Devops: Kultur und Technik
Das das technische Setup nur eine Bedingung für Devops ist, zeigte unter anderem der Vortrag von Ken Mugrage. Er zeigte die vielen Wege, Devops falsch umzusetzen. Ein eigens erstelltes Devops-Teams sei auch nur ein Silo, stellte er unter anderem fest. Mitunter erfordere das Einführen von Devops Änderungen an der Software-Architektur, aber eben auch an der Firmenkultur.
Andererseits gab er zu, dass nicht alle Teams automatisch ins Devops-Konzept passen: So mache es durchaus Sinn, neben den gemischten, projektorientierten Devops-Teams unabhängige Teams für den Betrieb der Plattform, für Compliance und Security zu haben.
Laut Erk ist Devops ohnehin eher von kleineren IT-lastigen Unternehmen getrieben, denn hier kommt es auf Entwicklungsgeschwindigkeit an und sei eine strikte Aufgabentrennung aufgrund der dünnen Personaldecke schwierig. Dennoch sei auch hier ein “offenes Mindset” wichtig. IT-Abteilungen müssen von sich aus Devops einführen, wobei es helfe, wenn auch das Management die Idee unterstützt.
Grenzen von Devops
Ein von Oben diktiertes Devops funktioniere hingegen in der Regel nicht. Denn Erfolg und Niederlage von Devops hängt stark an den Mitarbeitern: wer nichts anderes wolle, als stoisch seinen Stapel an Aufgaben abzuarbeiten, tue sich mit Devops potenziell eher schwer.
An Grenzen stoße Devops auch dort, wo Produkte bestimmten Rahmenwerken und Auflagen unterliegen, die strengen Regeln folgen. Sicherheitskritische Anwendungen im Rahmen einer Devops-Kultur zu entwickeln, betrachtet Ralph Angenendt hingegen nicht als Problem: Im Rahmen einer stärkeren Zusammenarbeit würden auch Sicherheitsprobleme eher bemerkt.





