BCI und OpenSource: Gedankengesteuerte Technik unter Linux

Am 25. Oktober 2018 findet in München der Immersive Media Day des MedienNetzwerk Bayern statt, der sich in seinen Vorträgen unter anderem dem umfangreichen Feld der Brain Computer Interfaces widmet. Doch welche grundlegenden Möglichkeiten bringen diese mit sich und wie können OpenSource-Programme die Entwicklungen auf diesem Gebiet vorantreiben?

Was lange als Zukunftsmusik galt, ist inzwischen bereits so weit vorangeschritten, dass sogar Laien selbstständig damit experimentieren können: Brain Computer Interfaces (BCI), also Schnittstellen und Verbindungen, zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern. Dabei lassen sich mittels Hardware (EEG-, EMG- oder EKG-Elektroden) und Software die Gehirnströme eines Menschen in Form elektrischer Signale erfassen und Gehirnaktivitäten ohne Umweg über eine Tastatur oder eine Computermaus in Befehle für den Rechner umsetzen. Grundlegende Ziele dieser BCIs im professionellen Umfeld sind die tiefergehende Erforschung des Gehirns sowie die Optimierung gedankengesteuerter Technik und Anwendungen.

Zu den bisherige Errungenschaften von BCIs zählt es unter anderem, Patienten mit Locked-In-Syndrom zur Kommunikation mit ihren Mitmenschen zu befähigen. Außerdem kam es 2014, im Rahmen eines Experiments der renommierten Harvard University, erstmalig zu einer direkten Brain-to-Brain-Kommunikation. Dabei konnten Probanden in Indien und Frankreich durch den Einsatz elektromagnetischer Technologie ohne unmittelbaren Kontakt kommunizieren. Neben solchen Meilensteinen in der Welt der Brain Computer Interfaces ermöglicht es seit 2013 Joel Murphys’ und Conor Russomannos’ Plattform OpenBCI, dass auch Laien mit ihrem ein BCI-Experimentierkasten eigene Ideen ausprobieren können. Die nötige Soft- und Hardware ist auch mit Linux kompatibel. Die benötigten Mikrocontroller-Boards und Elektroden werden bei OpenBCI unter dem Begriff „Biosensing Tools“ zusammengefasst. Das Projekt verkauft sie auf einer Onlineplattform. Dort finden sich auch einige Lernmaterialien und Anregungen für BCI-Ziele, ein Forum sowie das Download-Center für die zugehörige, kostenlose Software OpenBCI GUI.

In den zurückliegenden Jahren reichten die Experimente mit dieser Open-Source-Software von neurologisch-technischen Optimierungen im medizinischen Bereich über wissenschaftliche Erforschung des Gehirns bis hin zu ausgefeilter Unterhaltungstechnik. Letztere wurde beispielsweise in einem Experiment der Technischen Universität Graz gefördert – das bekannte Computerspiel „Word of Warcraft“ wurde mithilfe eines Brain Computer Interfaces rein über die Gehirnaktivitäten des Probanden gespielt, ohne übliches Equipment wie Maus oder Controller.

Das volle Potential der komplexen Schnittstellen ist schließlich noch lange nicht ausgereizt – die Vorstellung einer rein über Gedanken kommunizierenden Gesellschaft gilt jedoch weiterhin als Science Fiction. Aus der Infografik von RS Components in diesem Beitrag geht hervor, was BCIs tatsächlich bislang bewegen konnten und welch spannende Ideen es für die Zukunft der Mensch-Maschine-Verbindungen gibt.

Diese Infografik von RS Components illustriert, was BCIs tatsächlich bislang bewegen konnten und welch spannende Ideen es für die Zukunft der Mensch-Maschine-Verbindungen gibt.

 

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