Aus für Meego - der Nachfolger heißt Tizen

Die Linux Foundation hat eine neue Mobilplattform namens Tizen angekündigt, die Meego ablöst. Intel und Samsung sind die Hauptsponsoren des Linux-basierten Betriebssystems für mobile Geräte.

Tizen widmet sich vornehmlich Apps, die auf HTML 5 basieren. Zudem will sich Tizen an die beim Mobile World Congress im Frühjahr gegründete Wholesale Applications Community (WAC) und deren Plattformvorgaben halten. Deshalb, so schreibt Imad Sousou, Director von Intels Open Source Technology Center an die Meego-Community, sei es nicht sinnvoll, Meego weiterzuentwickeln. Tizen solle auch nicht nur eine Web-Runtime für ein existierendes Linux-System wie Meego sein, sondern mehr, so Sousou. Die Integration innerhalb der Linux Foundation bleibe aber ungefähr gleich. Es gäbe wie bei Meego ein Steuerungsgremium, es käme die gewohnte Infrastruktur zum Einsatz, und Tizen sei Open Source, schreibt Sousou in seinem Beitrag. In den nächsten Monaten werde man den Meego-Nutzern und Entwicklern beim Übergang zu Tizen unter die Arme greifen. Eine erste Tizen-Version sei im ersten Quartal 2012 zu erwarten, heißt es vom zuständigen Intel-Mann.

Intel selbst betont in einer Mitteilung die Geräteunabhängigkeit der geplanten Plattform, die auf den Stärken von Meego und Limo aufbaue. Beim Tizen-Projekt selbst ist von Meego nicht die Rede. Smartphones, Tablets, Netbooks, In-Vehicle Infotainment nebst TV-Geräten sind dort als Zielplattformen genannt.

Das von Intel und Nokia initiierte Meego hat damit einen kurzen und erfolglosen Lebenszyklus hinter sich. Entsprechend enttäuscht sind die Entwicklerstimmen beim Meego-Projekt. Nach dem Schwenk von Nokia auf die Microsoft-Phone-Plattform ist Meego nur auf wenigen Geräten gelandet. Nokia hat soeben das technisch interessante N9 auf einen (bereits eingeschränkten) Markt gebracht. Das Smartphone dürfte mangels weiterer Unterstützung der Software eine Totgeburt werden. Intel, das bemüht ist, seine Prozessoren gegen die mächtige Konkurrenz von ARM und auch Nvidia in Smartphones unterzubringen, tut sich im Handymarkt nach wie vor schwer. Dass mit Samsung ein auf dem Smartphonemarkt etablierter Hersteller mit im Boot ist, heißt im heiß umkämpften Markt nicht allzuviel. Samsung hat mit Android, dem hauseigenen Bada und Windows Phone diverse Wahlmöglichkeiten, wenn es um Betriebssysteme geht. Es ist bei den Herstellern auch üblich, sich an diversen Allianzen zu beteiligen, um sich alle Türen offen zu halten.

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