Aquaris E4.5 Ubuntu Edition zum Anfassen

BQ Aquaris E4.5, die Software kommt von Canonical.

Das spanische Unterhaltungselektronik-Unternehmen BQ hat am Dienstag in München Aquaris E4.5 vorgestellt, das erste Smartphone mit dem Betriebssystem Ubuntu Phone. Die ersten Verkaufszahlen zeigen: Die meisten Bestellungen kommen aus Deutschland und Österreich.

Einen Tag vor der Präsentation auf dem Mobile World Congress zeigte der CTO von BQ, Rasin Dhalani, in München Pressevertretern das erste Telefon mit Ubuntu Phone. Er sieht es nicht als Konkurrenz zu Android-Geräten aus dem eigenen Haus oder von anderen Herstellern, BQ habe vielmehr ein Smartphone speziell für die Ubuntu- und Linux-Community geschaffen. Im Moment spreche es “Normal-User” nicht an, eine Markteinführung in Schwellenländern steht auch nicht auf der Agenda.  Deswegen sei das im Vergleich zu Android nicht konkurrenzfähige Software-Angebot auch kein Problem. Dhalani (“We love Ubuntu!”) richtet zugleich einen “Weckruf” an die Ubuntu-Community, mehr Anwendungen zu entwickeln oder zu portieren.

BQ Aquaris E4.5, die Software kommt von Canonical.

BQ Aquaris E4.5, die Software kommt von Canonical.

Das Betriebssystem, Aktualisierungen dafür sowie die Applikationen kommen direkt von Canonical. Anders als bei Android ist die Software in Gänze Open Source. Eine einzige Einschränkung ergibt sich daraus: Das Aquaris E4.5 besitzt keine NFC-Schnittstelle, weil der zugehörige Softwarestack nur restriktiv zu implementieren und schwer zu warten sei. Die Hardware umfasst neben Mobilfunk- auch Wifi- und Bluetooth-Schnittstellen, 1 GByte RAM und zwei SIM-Plätze. Eine detaillierte Spezifikationen der Hardware konnte BQ den Münchner Journalisten nicht liefern, will sie aber nachreichen.
Der Bedienoberfläche ist ihre Herkunft leicht anzusehen. Links steht aufrecht die scrollbare Bedienleiste mit den Icons. Sie verschwindet Platz sparend, wenn das Gerät gerade mit einer Applikation befasst ist. Oben liegt eine schmale Statusleiste. Der Wechsel zwischen den laufenden Programmen passiert mit einem aus Desktop-Ubuntus bekannten 3-D-Blättereffekt.
Schon vor der Präsentation hatte BQ begonnen, das Gerät übers Internet weltweit in so genannten Flash Sales für rund 170 Euro zu verkaufen. Der Andrang sei gewaltig gewesen, Server seinen unter der Menge der Bestellvorgänge zusammengebrochen. Die Auslieferung soll dem Vernehmen nach im März beginnen. Zur Überraschung der Spanier kamen dabei die meisten Käufer aus Deutschland, rund ein Viertel. Auch das Interesse aus Österreich sei deutlich überproportional gewesen. Weitere Flash Sales sind geplant, BQ kündigt sie stets einen Tag vorher an.
Der Hauptgeschäftsbereich von BQ fußt auf Multimediageräte wie Smartphones und Tablets. Zudem entwickelt das Unternehmen Lernroboter, 3-D-Drucker sowie E-Reader. 2013 erwirtschafteten die rund 1000 Mitarbeiter von BQ in Spanien, Portugal, Deutschland und Frankreich rund 115 Millionen Euro. Niederlassungen in anderen Ländern sind geplant.
 

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