Die Apache Software Foundation (ASF) hat Sun Microsystems in einem offenen Brief wegen dessen Lizenzpolitik angegriffen.
Anlass für den scharf formulierten Brief ist, dass das Projekt seit August 2006 keine akzeptable Lizenz des Java SE 5.0 Test Compatibility Kit (TCK) bekomme. Dieses Test Kit sei aber notwendig, damit das Apache Harmony Projekt Kompatibilität mit Java SE belegen könne. Sun schreibt dieses Testverfahren für alle Produkte vor, die offiziell das Java-Logo nutzen und “Java-kompatibel” genannt werden möchten.
Der Vizepräsident des Apache Harmony Projekts, Geir Magnussen, schreibt an Sun-CEO Jonathan Schwartz gerichtet, dass die Lizenzbeschränkungen für Java SE 5.0 TCK gegen die Grundprinzipien von Open Source stehen. Zudem verstoße Sun gegen das Java Specification Participation Agreement (JSPA), zu dem es sich vertraglich verpflichtet habe.
Magnusson beklagt weiter, dass direkte Gespräche bislang zu keinem Ergebnis geführt hätten und sich deshalb das gesamte Community-Projekt Apache Harmony verzögere. Hierdurch könnten sowohl der Java Community Prozess wie auch die “langjährige gute Beziehung” zwischen Sun, der ASF und der Community beschädigt werden. Er setzt Sun eine Frist von dreißig Tagen, um eine Open-Source-konforme Lizenz zur Verfügung zu stellen.
Im Jahr 2002 hatte das Apache-Projekt bereits eine Auseinandersetzung mit Sun zu diesem Thema. Daraus resultierte eine TCK-Lizenz, in der Sun sechs Projekte
benennt, die mit TCK arbeiten können. Gleichzeitig wurde das JSPA überarbeitet und Sun versprach, Lizenzen zu nutzen, die mit Open Source kompatibel wären. Auf der Liste fehlt das Apache Harmony Projekt, der Begleitbrief aus 2002 von Sun Microsystems wird auf der Projektseite auch veröffentlicht.



