Amazon hat sein neues Robotersystem Vulcan vorgestellt, das mit physischer KI trainiert wurde und über Kraftrückwirkungssensoren und Kameras verfügt, die es ermöglichen Seite an Seite mit menschlichen Arbeitern beispielsweise in einem Lager zu arbeiten.
Warenhaus-Roboter waren traditionellerweise dadurch beschränkt, dass sie ihre Umgebung zwar visuell wahrnehmen, aber nicht erfühlen konnten. Das erlaubte nur einfache Pick-and-place-Operationen in hochgradig kontrollierten Umgebungen. Das neue System ist berührungsempfindlich und kann Objekte mit einer in der Industrierobotik bisher unerreichten Präzision handhaben. Andy Jassy, CEO von Amazon, sagt in einem LinkedIn-Post: “Sehr cooler Durchbruch unserer physischen KI- und Robotik-Teams. Vulcan ist der erste Roboter, der Sehen und Tasten kombiniert und sich wie ein Mensch durch unübersichtliche Räume bewegen kann.”
Im Gegensatz zu vielen KI-Systemen wurden bei der Entwicklung von Vulcan physische Daten wie Berührungs- und Kraftrückmeldungen einbezogen. Das System lernte aus Tausenden von realen Beispielen mit verschiedenen Objekten, von Kleidung bis hin zu Elektronik. Der Roboter lernt auch aus seinen Fehlern und entwickelt allmählich ein Verständnis für das Verhalten von Objekten, wenn sie manipuliert werden. Dieser Ansatz des maschinellen Lernens ahmt nach, wie Menschen durch Erfahrung eine physische Intuition entwickeln.
Das Vulcan-System konzentriert sich auf das Verstauen des Inventars in den oberen und unteren Reihen der Lagereinheiten von Amazon, Aufgaben, für die Lagerarbeiter normalerweise Leitern benutzen oder sich wiederholt bücken müssen. Der begrenzte Raum und die Vielfalt der Objekte haben bisherige Robotersysteme vor Herausforderungen gestellt, da es ihnen an menschlicher Geschicklichkeit mangelt. Vulkan dagegen kann nach Angaben von Amazon etwa 75 Prozent aller eingelagerten Artikelarten mit einer Geschwindigkeit bearbeiten, die mit der von menschlichen Mitarbeitern vergleichbar ist – ohne die Waren zu beschädigen.




