Der Online-Buchhändler Amazon hat Teile des Quellcodes für die Software auf seinem jüngsten E-Book-Reader Kindle DX veröffentlicht .
Die neuen Dateien zum Linux-basierten Gerät gesellen sich zum Code, den das Unternehmen bereits zu ihren Lesegeräten Kindle 1 und 2 ins Web gestellt hat.
Außer dem einschlägigen Haftungssausschluss gibt Amazon auf der Downloadseite keine näheren Informationen zu den Lizenzbedingenungen. Das Tar-Gz-Archiv für den Kindle DX enthält allerdings ein Verzeichnis “gplrelease”, indem sich ein Kernel auf der Basis von Linux 2.6.22 und weitere GPL-Software findet.
Eine genauere Analyse der Quelltexte steht derzeit noch aus. Auf den ersten Blick allerdings ist zu sehen, dass die entwickelnde Amazon-Tochter Lab 126 U-Boot als Bootloader einsetzt und dass der Treiber für den E-Ink-Controller für dessen ältere Architektur Apollo gemacht ist. Daneben befinden sich im Quelltext-Archiv das Soundsystem ALSA und das Multimedia-Framework Gstreamer. MP3-Codecs sind allerdings keine zu finden. Offenbar haben die Entwickler auch mit Intels Tool Powertop gearbeitet, um den Energieverbrauch des Geräts zu reduzieren, da sie dessen Quellcode mitliefern.
Die Kindle-Firma Lab 126 hat übrigens zurzeit zahlreiche Stellen ausgeschrieben, unter anderem in der Linux-Kernelentwicklung.



