Die Macher des ersten Berliner Open Tech Summit am Donnerstag hatten 300 Besucher erwartet, 800 kamen tatsächlich. Einige waren wegen der Open Source Software dort, andere wegen Strickmaschinen und LED-Jutebeuteln.
Insbesondere die Strickmaschinen haben es Mario Behling, einem der Hauptorganisatoren, angetan. Der Open-Source-Unternehmer hat sich früher beim LXDE-Desktop engagiert, dann im Freifunk-Projekt, nun organisiert er die Meshcon, die Mode und Open-Source-Prinzipien zusammenbringen möchte. Denn Open, das machte das Programm des ersten Open Tech Summit klar, endet nicht bei freier Software.

Bild links: André Rebentisch, Monic Meisel, Mario Behling / Bild rechts: 3-D-Drucker auf dem Open Tech Summit
Geht es nach den Veranstaltern Monic Meisel (Förderverein Freie Netzwerke e.V.), André Rebentisch (FFII) und Iris Wessolowski, sollen sich auf dem Open Tech Summit konkrete Projekte zusammenfinden, die nicht nur vor Ort, sondern auch nach dem Summit weitermachen. Und das müssen nicht unbedingt nur Entwickler sein. Laut Behling trafen vor Ort unter anderem überzeugte Strick-Expertinnen mit Programmierern zusammen, um an einer grafischen Oberfläche für eine Strickmaschine zu arbeiten. In einem anderen Projekt kooperierte eine Modedesignerin mit einem Entwickler, um Jutebeutel mit programmierbaren LED-Lichtern herzustellen.

Bild links: Lennart Poettering stellt Pläne für Systemd vor / Bild rechts: Farbfächer für Freie Farben
Doch auch Techies mit Linux-Hintergrund kamen nicht zu kurz. Lennart Poettering erklärte einmal mehr Systemd, es gab Tracks zu Open Data, Devops, Monitoring und Microcontroller-Entwicklung. Zudem stellten Referenten verschiedene Software vor, darunter den Paketmanager GNU Guix, Xwiki, den Editor Geany, den Multimediaplayer VLC. Ein Sicherheitstrack beschäftigte sich mit Secure Boot, SE-Linux, Open-Hardware-Verschlüsselung mit Nitrokey sowie Pretty Easy Privacy. Für das Linux-Programm auf dem Summit zeichneten zum Teil die Organisatoren des Linuxtag verantwortlich. Ob der im nächsten Jahr wieder stattfindet, ist noch offen, aber möglich.
Daneben gab es Vorträge, die sich mit der Frage beschäftigten, warum wir freie Farben benötigen, wie man freie Skulpturen mit Open-Source-Software herstellt und wie Open Source in der Landwirtschaft funktioniert (Biocommons, Tools für die Digitale Biologie, Open Source Agritech). Damit sich auch die Nachwuchs-Geeks nicht langweilen, warteten zudem mehrere Programmier- und Bastelworkshops.
Gesponsert wurde die Veranstaltung unter anderem von IBM. Man sei dem Business gegenüber nicht abgeneigt, erklärten die Veranstalter, so lange es sich um Geschäftsmodelle handele, die Offenheit ermöglichen. Im nächsten Jahr soll ein weiterer Open Tech Summit stattfinden, der Termin soll dann wieder Himmelfahrt sein.







