5G-Infrastruktur: Linux Foundation kooperiert mit O-RAN-Allianz

Die Linux Foundation schließt eine Kooperation mit der O-RAN-Allianz, die offene Architekturen für Radio Access Networks (RANs) entwickelt.

Die neu gegründete O-RAN Software Community soll Entwickler unterstützen, die Software für RANs herzustellen. Wer Ran nur als Sportsendung im Privatfernsehen kennt, kann sich durch diesen knappen englischsprachigen Wikipedia-Eintrag zumindest teilweise erleuchten lassen.

Im Deutschen ist meist von Mobilfunknetzwerken die Rede. GRAN ist zum Beispiel das GSM Radio Access Network, UTRAN das UMTS Radio Access Network und so weiter. Die dabei eingesetzten Telefone oder Geräte mit vergleichbarer Funktion heißen User Equipment (UE). Über sie erreichen die Anwender über die RANs das Core Network (oder den Backbone) beim Telekommunikationsanbieter.

Standards für die 5G-Infrastruktur

Die O-RAN-Allianz will die Technik der Radio-Access-Netzwerke öffnen und standardisieren: So sollen virtualisierte Netzwerkkomponenten (NFV) zum Einsatz kommen, White-Box-Hardware (generische Hardware, deren Funktionalität die Software bestimmt) und standardisierte Schnittstellen. Der Zusammenschluss mit der Linux Foundation in der O-RAN SC betrifft vor allem die Entwicklung für Open-Source-Software für diesen Bereich. Der Vorstandsvorsitzende der O-RAN-Allianz, Andre Fuetsch, ist dabei zugleich der CTO von AT&T. Doch auch China Mobile, NTT Docomo, die Telekom, Telefonica und Verizon sind mit an Bord. Mehr zu O-RAN SC liefert eine Präsentation auf der Webseite [PDF].

Für die Linux Foundation steht laut der Ankündigung vor allem ein schneller Übergang hin zu 5G-Netzwerken im Vordergrund. Bei der Foundation selbst befassen sich vor allem die LF Networking und LF Edge mit diesen Themen. Künftig sollen die schnellen Netzwerke alles verbinden, was üblicherweise als “Smart” gilt und Daten benötigt und erzeugt, also unter anderem selbstfahrende Autos und IoT-Geräte in der Gebäudetechnologie. Da die Geschäftsmodelle der beteiligten Unternehmen es nicht unbedingt erfordern, selbst entwickelte Hardware und Software einzusetzen, stehen die Chancen gut, dass diese Strukturen auf offenen Architekturen basieren.

Erste Projekte

Open Source sei laut der Linux Foundation der schnellste Weg, um gemeinsam und kostenintensiv Software für diese Netzwerke zu entwickeln. Zusammen mit der O-RAN-Allianz will die Foundation Open-Source-Software entwickeln, die “modulare, offene, intelligente, effiziente” RANs ermöglicht. Zu den ersten Softwareprojekten zählen laut der Ankündigung zum Beispiel intelligente Fast-Echtzeit- und Nicht-Echtzeit-RAN-Controller (nRT RIC und NRT RIC), Plattformen zur “Cloudifizierung” und Virtualisierung, offene Zentral-Einheiten (O-CU), offene verteilte Einheiten (O-DU) sowie Test- und Integrationsanstrengungen, um eine funktionierende Referenzimplementierung zu entwickeln.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben