SUSE schickt das altehrwürdige YaST in Rente und ersetzt es durch den modernen, schichtweise aufgebauten und API-gesteuerten Installer Agama. Die Schnittstelle zum Nutzer spielt dabei nur noch eine untergeordnete Rolle.
In der Linux-Welt geht es schon seit einiger Zeit den althergebrachten Installationswerkzeugen gehörig an den Kragen. Vor einer Weile hat Canonical den Debian Installer für Ubuntu durch das in Python geschriebene Subiquity ersetzt und bietet damit eine deutlich modernere Grundlage als zuvor. Red Hat baut den seit 1999 existierenden Anaconda-Installer um und hat ihm in den letzten Versionen eine vollständig neue, browserbasierte Oberfläche auf Basis von Cockpit und PatternFly verpasst. Und SUSE hat mit Agama einen Installer in Arbeit, der mittelfristig YaST (Abbildung 1) in dieser Rolle ablösen soll. Drei große Distributionen, drei sehr unterschiedliche Wege, und doch ein gemeinsamer roter Faden: Die klassische, nur lokal bedienbare Installationsroutine genügt für moderne Deployment-Szenarien nicht mehr.

Abbildung 1: Der altehrwürdige SUSE-Installer YaST dürfte sogar den Nicht-SUSE-Fans der Linux-Gemeinde bestens bekannt sein, er ist einer der ältesten Installationsassistenten überhaupt. Quelle: SUSE
Agama ist in mehrfacher Hinsicht der interessanteste Kandidat im Trio. Anders als Subiquity, das im Wesentlichen eine textbasierte Oberfläche mit ergänzendem »cloud-init«-Workflow geblieben ist, und auch anders als Anaconda Web UI, das sich konzeptionell stark an Cockpit anlehnt, hat SUSE bei Agama von Grund auf neu gedacht. Der Installer ist ein Mehrsprachen-Projekt aus Rust, Ruby und React, das konsequent auf eine HTTP-API als zentrales Steuerelement setzt und sich sowohl interaktiv im Browser als auch über die Kommandozeile bedienen lässt.
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