Aus Linux-Magazin 08/2026

Wie Luanti freies, modbares Voxel-Gaming ins Kinderzimmer bringt

© luanti.org

Wer Kindern eine kreative Spielwelt zum Bauen, Forschen und Programmieren an die Hand geben will, muss nicht zu Minecraft greifen. Luanti, das frühere Minetest, ist eine quelloffene Voxel-Spielplattform, läuft auf nahezu jeder Hardware und kostet keinen Cent.

Im Oktober 2010 legt der finnische Entwickler Perttu Ahola, in der Community besser unter dem Kürzel celeron55 bekannt, den Grundstein für Luanti [1]. Er programmierte einen kleinen Nachbau der damaligen Minecraft-Alpha, inspiriert auch von Vorläufern wie InfiniMiner [2]. Aus dem Experiment, das zunächst lediglich die Mechanik von Minecraft nachstellen wollte, wuchs über die Jahre eine vollwertige Voxel-Engine. Mehr als fünfzehn Jahre später steht hinter dem Projekt längst keine einzelne Person mehr, sondern ein internationales Team aus ehrenamtlichen Entwicklerinnen und Entwicklern, das die Software offen auf Github [3] pflegt.

Das Grundprinzip ist schnell erklärt. Die Spielwelt besteht aus Würfeln, im Luanti-Jargon Nodes genannt, die sich nahezu beliebig abbauen und neu setzen lassen. Aus gesammelten Rohstoffen entstehen Werkzeuge, Maschinen oder ganze Gebäude (Abbildung 1). Die Karten sind dabei gigantisch. Mit 62 000 x 62 000 x 62 000 Blöcken lässt sich rund 31 000 Blöcke tief graben und ebenso hoch bauen. Platzmangel kennt Luanti nicht.

Abbildung 1: Mithilfe von gesammelten Rohstoffen bauen Sie aus Würfeln vielfältige Dinge: vom Werkzeug bis zu riesigen Gebäuden.

Abbildung 1: Mithilfe von gesammelten Rohstoffen bauen Sie aus Würfeln vielfältige Dinge: vom Werkzeug bis zu riesigen Gebäuden.

Lange Zeit hieß die Software schlicht Minetest. Der Name stammte aus der Experimentierphase, war also wörtlich gemeint. Allerdings mutierte das mit den Jahren zur Bürde. Viele Außenstehende hielten das Projekt für einen unfertigen Minecraft-Klon, schon wegen der Namensähnlichkeit und dem Suffix “test”. Dass sich dahinter längst eine eigens...

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