Aus Linux-Magazin 06/2026

Corebiz: All-inclusive-Lösung für KMUs

© Andrei Merkulov / 123RF.com

IT Works will mit Corebiz einen Leitstand für kosteneffiziente IT in KMUs schaffen. Die Suite umfasst neben HA, Virtualisierung und einem AD-Ersatz auch ein ERP-System sowie Werkzeuge für Backup und Kommunikation.

Ohne digitale Dienste läuft vielerorts nichts mehr. Selbst klassische Handwerksbetriebe kommen nicht mehr ohne mindestens einen Computer aus – sei es für E-Mails, für Bestellungen bei Lieferanten oder für zahlreiche andere alltägliche Aufgaben. Dabei gilt die IT bei KMUs häufig nur als notwendiges Beiwerk, und auch Systemhäuser interessieren sich wenig für KMUs. Das Akquirieren eines Großkunden ist vertrieblich deutlich attraktiver als das arbeitsintensive Abtelefonieren Dutzender kleiner Betriebe.

Umgekehrt haben viele KMUs in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit IT-Dienstleistern gemacht: Die rufen schnell exorbitante Entgelte für Hardware und Dienstleistungen auf – Summen, die Kleinunternehmen selten aus dem Ärmel schütteln können. In nicht wenigen KMUs besteht zudem der Eindruck, Anbieter würden Projekte gern größer als nötig dimensionieren. Obendrein hat in den letzten Jahren die Lizenz- und Produktpolitik von Softwareherstellern wie VMware, Atlassian und diversen Herstellern von Telekommunikationssoftware für KMUs Preissteigerungen von bis zu mehreren Hundert Prozent gebracht, ohne ersichtlichen Mehrwert. Zusätzlich sollen sie brav in die digital wenig souveräne Cloud migrieren – ein Schritt, den immer weniger gehen wollen.

Die Münchner Firma IT Works [1] tritt mit dem Anspruch an, erschwingliche IT für KMUs anzubieten und die typischen Untiefen klassischer Dienstleister zu umschiffen. Den Kern ihres Angebots bildet ein Produkt namens Corebiz [2], das seinerseits aus etlichen Komponenten besteht. Hinter den Kulissen ist Corebiz ein Ubuntu-Linux mit Virtualisierungsfunktion, das fortgeschrittene Dienste wie eine Active-Directory-Simulation [3] auf Samba-Basis anbietet. IT-Works ist eine Open-Source-Firma, Corebiz ein OSS-Produkt: Bei sämtlichen zentralen Corebiz-Komponenten handelt es sich um Linux-Software unter einer freien Lizenz.

Setup-Varianten

Das kleinstmögliche Corebiz-Setup besteht aus einem einzelnen Server, müsste dann aber ohne Hochverfügbarkeit auskommen. Immerhin: Wer mit einem Knoten beginnt, kann später einen zweiten nachrüsten. In Corebiz kommt KVM [4] zusammen mit dem Emulator Qemu [5] zum Einsatz, um virtuelle Instanzen zu betreiben. Redundanten Speicher stellt im Hintergrund DRBD [6] zur Verfügung.

Auf Basis eines solchen HA-Clusters installiert Corebiz dann verschiedene virtuelle Maschinen, darunter das Herzstück Corebiz BAS (Abbildung 1). Das Kürzel steht für “Base Server”, ein Ubuntu-System mit vorkonfiguriertem Samba 4 [7]. Es dient als Ersatz für ein klassisches Active Directory von Microsoft. Daneben umfasst Corebiz den LDAP-Server von Samba (als Benutzerverzeichnis anstelle von OpenLDAP [8]) mit integrierter Kerberos-5-Funktionalität, automatisierte Backups von Servern, die Verwaltung virtueller Maschinen, Groupware von Zimbra [9] sowie verschiedene Kommunikationsdienste wie Matrix [10] und Jitsi [11].

Abbildung 1: Der BAS, das Herzstück von Corebiz, betreibt die Corebiz Management Console. Nach der BAS-Installation loggen Sie sich über ein Webinterface mit den Benutzerdaten des Domänenadministrators ein.

Abbildung 1: Der BAS, das Herzstück von Corebiz, betreibt die Corebiz Management Console. Nach der BAS-Installation loggen Sie sich über ein Webinterface mit den Benutzerdaten des Domänenadministrators ein.

Als weiterer zentraler Baustein dient ein integriertes ERP-System auf Basis von ERPNext [12] namens Corebiz Works. Das in Corebiz Works integrierte CRM deckt die Anforderungen von KMUs ab, ohne sie mit der Feature-Flut von Lösungen wie Hubspot [13] oder Salesforce [14] zu überfordern. Ein kleiner Wermutstropfen ist die etwas angestaubt wirkende GUI des CRM-ERP-Gespanns.

Das Angebot von Corebiz stellt primär auf den On-Premises-Betrieb ab, läuft also in der Regel lokal auf der Hardware des Kunden. Viele kleinere Firmen haben schlechte Erfahrungen mit der Cloud gemacht, viel Geld und Zeit investiert und den Kontrollverlust bemerkt. Dass Corebiz auf eigener, dedizierter Hardware funktioniert, kommt also Kunden entgegen, die eine digital souveräne Lösung suchen. Zwar bietet IT Works auch eine Cloud-Variante namens Corebiz 365 [15] an, im Regelfall aber läuft die gesamte Umgebung unter vollständiger Kontrolle des Kunden. Wenn ein Unternehmen es nicht möchte, verlassen seine Daten die eigene Umgebung nicht.

Voraussetzungen

Für eine redundante Corebiz-Installation benötigen Sie mindestens zwei Server. Die Corebiz-Dienste kommen gut mit älterer Hardware aus, sodass in der Regel keine neue Hardware erforderlich ist. Dank Windows 11 [16] stehen ja in vielen Unternehmen schnelle, ausgemusterte Rechner nutzlos herum.

Wer doch Hardware kaufen muss oder will, dem schlägt Corebiz gebrauchte, grundüberholte (refurbished) Hardware vor: Andernorts ausrangierte Server wie einen HP Proliant DL380 Gen 10 [17] mit ordentlicher SAS-SSD-Ausstattung, 16 Kernen und mehr sowie 256 GByte RAM bekommt man für wenige Tausend Euro inklusive (eingeschränkter) Garantie.

Solche Maschinen mit einer nicht ganz taufrischen, drei oder vier Generationen alten Multi-Core-CPU eignen sich gut. Zwei baugleiche Systeme dieser Art dienen als Grundlage für Corebiz. Im Idealfall beschaffen Sie noch einen dritten Server als Backup-Ziel. Für ihn genügen handelsübliche Festplatten, SAS-SSDs sind nicht unbedingt notwendig. Die normalen Disks bieten zwar langsameren, aber dafür reichlich Speicherplatz für vergleichsweise wenig Geld.

Corebiz verlangt übrigens nicht zwingend Serverhardware. Aktuelle Mini-PCs etwa von Minis Forum [18] taugen grundsätzlich ebenfalls, wenn Sie sie mit mehr RAM bestücken und auf eine sinnvolle Ausstattung mit Massenspeichern achten. Zwei MS-01 mit einem RAID 1 aus zwei 4-TByte-NVMes und 96 GByte RAM genügen für einen durchschnittlichen Corebiz-Cluster. Allerdings haben diese Systeme in der Regel kein Out-of-Band-Management wie bei HP (iLO [19]) oder Dell (iDRAC [20]), was das Remote-Management erschwert. Abhilfe schaffen Sie gegebenenfalls, indem Sie Remote-KVM-Geräte beispielsweise von GL.iNet [21] dazwischenschalten.

Installation

Nun steht die eigentliche Installation von Corebiz auf dem Plan. IT Works liefert ein hybrides ISO, das es erlaubt, zu installierende Systeme von einem USB-Stick zu booten. Das entspricht der Standard-Installationsroutine von Ubuntu. Das eröffnet praktischerweise gleich die Option, Ubuntu mit dem HWE-Kernel zu installieren, der aktuellere Hardware unterstützt, oder gleich in ein Recovery-Image zu starten, sollte etwas schiefgegangen sein.

Die Software ist so vorkonfiguriert, dass sie ohne weitere Fragen die Installation durchzieht. Ubuntu landet auf dem ersten gefundenen Speicherlaufwerk. Möchten Sie ein RAID verwenden, müssen Sie es vor der Corebiz-Installation anlegen. Für die Hauptserver empfiehlt sich ein RAID 6 auf Basis von SAS-SSDs, für die Backup-Maschine kommt auch ein RAID 1 aus SATA-SSDs infrage.

Bauen Sie einen Corebiz-Cluster auf Grundlage von Mini-Computern wie dem MS-01, setzen Sie stattdessen auf Intels VMD-RAID-Technologie. Dann empfiehlt es sich allerdings, die Corebiz-Installation im optionalen Expertenmodus auszuführen: Dann lässt sich der so entstandene MDRAID-Verbund als Ziellaufwerk auswählen. Obendrein eröffnet das die Möglichkeit, einen SSH-Schlüssel etwa von Github zu importieren, um ein SSH-Login als Root ohne Passwort zu ermöglichen.

Nach der Grundinstallation aller drei Systeme klappt darauf lokal das Login als User root mit dem Passwort »corebiz«. Laut IT Works kommt hier in Zukunft allerdings kein statisches Passwort mehr zum Einsatz, sondern entweder ein während der Installation generiertes oder eben ein SSH-Schlüssel.

Danach steht der Aufruf des menügeführten, konsolenbasierten Corebiz-Konfigurators Cbsetup auf dem Programm (Abbildung 2). Dessen Verwendung unterscheidet sich allerdings auf den drei Systemen der Installation: Je nach Umgebung zeigt es unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten an. Im ersten Schritt richten Sie den primären Knoten des Corebiz-Clusters ein. Dann folgt der zweite, den Sie mit dem ersten verbinden. Erst im dritten Schritt kommt der Backup-Server an die Reihe.

Abbildung 2: Cbsetup dient als zentrales Setup-Werkzeug für Corebiz. Hier sehen Sie die Möglichkeiten bei der Einrichtung eines Backup-Servers.

Abbildung 2: Cbsetup dient als zentrales Setup-Werkzeug für Corebiz. Hier sehen Sie die Möglichkeiten bei der Einrichtung eines Backup-Servers.

Basiseinrichtung

Das erste System eines Corebiz-Clusters fungiert als dessen Keimzelle und stellt etliche zentrale Dienste bereit. Cbsetup führt Sie durch mehrere Abschnitte der Installation, in denen Sie die grundlegenden Dienste einrichten. Zunächst legen Sie die Netzwerkkonfiguration des Systems fest, inklusive Angaben zur Konfiguration einer statischen IP-Adresse. In jedem Kapitel der Installationsroutine folgt als letzter Arbeitsschritt das Aktivieren der neu hinterlegten Konfiguration.

Im Test zeigte Corebiz bei der Einrichtung des Netzwerks ein paar Schwächen: Schalten Sie im letzten Schritt die Werte scharf, springen später aber im Assistenten zur Netzwerkeinrichtung zurück, sehen Sie die aufgelisteten Schnittstellen danach in geänderter Reihenfolge. Achten Sie hier nicht penibel auf die Details, sperren Sie sich im schlimmsten Fall selbst aus und müssen von vorn mit dem Corebiz-Setup beginnen. Ein einmal eingerichtetes Corebiz-System lässt sich kaum sinnvoll mit anderen Parametern neu konfigurieren, häufig ist die Neuinstallation der schnellere Ansatz. Kurz vor Redaktionsschluss teilte IT Works allerdings mit, dieses Problem sei jetzt behoben.

Viele Optionen

Über die Basiskonfiguration hinaus umfasst der Setup-Assistent von Corebiz zahlreiche weitere Punkte. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Installation einer virtuellen Instanz mit der Corebiz-Kernkomponente BAS. Dabei dient das Gespann Samba und LDAP als Controller für eine Windows-Domain.

Besonders ärgerlich: Das Admin-Kennwort für die Windows-Domäne als Teil von BAS gibt Cbsetup zwar in Form eines zufälligen Werts vor, zeigt es aber nicht im Klartext an. Um es zu sehen, müssen Sie die Schreibmarke auf den Eintrag Show bewegen und dann die Leertaste drücken (Abbildung 3).

Abbildung 3: Lässt der Admin sich bei der Installation von Corebiz BAS das Passwort der Windows-Domäne nicht anzeigen oder ändert es nicht selbst, erhält er eine Domäne ohne Zugriffsmöglichkeit.

Abbildung 3: Lässt der Admin sich bei der Installation von Corebiz BAS das Passwort der Windows-Domäne nicht anzeigen oder ändert es nicht selbst, erhält er eine Domäne ohne Zugriffsmöglichkeit.

Vergessen Sie das oder ersetzen Sie das Passwort nicht durch einen eigenen Wert, endet das damit, dass Sie sich nach Abschluss der Konfiguration und einem Neustart des Systems nicht als Root an der BAS-Instanz anmelden können. Das lässt sich nur durch eine Neuinstallation beheben.

HA-Cluster

Nach erfolgreichem Abschluss der Installation steht eine Windows-Domain auf Basis von LDAP und Samba 4 zur Verfügung, der Sie Windows-Clients hinzufügen. Nach einem Reboot lässt sie sich via Webbrowser konfigurieren. Das Benutzerkonto für das Webfrontend (Abbildung 4) heißt Administrator. Als Passwort kommt das zum Einsatz, das Sie während der Konfiguration festgelegt oder angezeigt haben. Über die BAS-Konsole haben Sie Zugriff auf alle Grundfunktionen des Corebiz-Clusters, darunter das Verwalten der virtuellen Instanzen und der Benutzer des lokalen Verzeichnisses.

Abbildung 4: Das BAS läuft selbst als virtuelle Instanz in Corebiz. Die Installation wickelt das Corebiz-Setup ohne Zutun des Admins ab.

Abbildung 4: Das BAS läuft selbst als virtuelle Instanz in Corebiz. Die Installation wickelt das Corebiz-Setup ohne Zutun des Admins ab.

Bei der Konfiguration des zweiten Knotens erweist sich Corebiz administrationsfreundlich: Cbsetup bietet die Option, das neue System einem bestehenden Setup hinzuzufügen. Mittels Autoerkennung findet es nach dem Einrichten des Netzwerks auf dem anderen System die vorhandene Umgebung und liest das Gros der Parameter automatisch aus.

Das ansonsten sehr mühselige Einrichten von Hochverfügbarkeit mittels Pacemaker [22] erledigt Cbsetup ebenfalls automatisch. Sie erhalten einen hochverfügbaren Corebiz-Cluster, in dem die BAS-Instanz als Herzstück redundant zur Verfügung steht.

Weitere Dienste

Die weiteren Corebiz-Dienste landen jetzt in separaten virtuellen Instanzen. Dazu richten Sie über das BAS-Webinterface eine neue VM ein, statten sie mit den nötigen virtuellen Ressourcen aus und booten darin das Corebiz-Standard-ISO. Nach dem Neustart des frisch installierten Systems rufen Sie Cbsetup auf. Es erscheint ein Menü, in dem Sie unter anderem die Corebiz-Teams-Komponente mit Matrix und Jitsi oder einen Fileserver für die lokale Umgebung einrichten.

Auf dem dritten Knoten, dem designierten Backup-Server, rollen Sie Corebiz ebenfalls mittels ISO aus und rufen dann Cbsetup auf. Dank Samba und LDAP erkennt es auf weiteren Systemen viele Parameter automatisch, etwa die lokale Domain. Das erspart Tipparbeit und beschleunigt den Prozess.

Corebiz Works

Eine Ausnahme von der Standardinstallation macht die ERP-Komponente Corebiz Works (Abbildung 5). Deren Einrichtung klappt aktuell nur mit Support durch IT Works, weil sie sich nicht gut automatisieren lässt. ERPNext als Kernkomponente ist dabei ebenso eine Herausforderung wie die verschiedenen Addons, die IT Works als Ergänzung zu ERPNext offeriert. Der Hersteller arbeitet dem Vernehmen nach aktuell daran, Corebiz Works in derselben Art und Weise installierbar zu machen wie die anderen Corebiz-Komponenten.

Abbildung 5: Die ERP-Komponente in Corebiz vereint ERP- und CRM-Funktionen. Sie basiert auf ERPNext und ist ebenfalls freie Software, die IT Works um diverse Plugins anreichert.

Abbildung 5: Die ERP-Komponente in Corebiz vereint ERP- und CRM-Funktionen. Sie basiert auf ERPNext und ist ebenfalls freie Software, die IT Works um diverse Plugins anreichert.

Auch Kunden, die Windows-Software nutzen, greift IT-Works unter die Arme: Solche Anwendungen lassen sich in einer zusätzlichen virtuellen Windows-11-Instanz installieren und via Remote-Zugriff für alle Nutzer zugänglich machen.

Clients

Für Windows-Clients steht die via Samba 4 und LDAP bereitgestellte Windows-Domäne zur Verfügung, wobei es aus Client-Sicht keine Unterschiede zwischen einem echten AD und der Alternative auf Basis von Open-Source-Software gibt. Roaming-Profile und zentrale Benutzerkonten lassen sich mit dem Corebiz-Domänencontroller in derselben Art und Weise verwenden wie mit einem echten Active Directory (Abbildung 6).

Abbildung 6: In einem typischen Corebiz-Setup entspricht das Gruppenschema dem einer Active-Directory-Domäne von Windows.

Abbildung 6: In einem typischen Corebiz-Setup entspricht das Gruppenschema dem einer Active-Directory-Domäne von Windows.

Hier zahlt es sich allerdings aus, wenn Sie Erfahrung mit der Handhabung von Windows-11-Systemen im Domänenkontext haben. Zwar können Sie sich etwa prinzipiell mittels Windows-App mit einem Windows-11-System aus der Ferne verbinden und es administrieren. Dafür müssen auf dem Ziel wahlweise der entsprechende Benutzer oder seine Gruppe für die Verwaltung aus der Ferne freigeschaltet sein. Das gelingt aus der Ferne aber nur mittels Admin-Account, und auch nur dann, wenn die Remote-Administration generell aktiviert ist. Das wiederum klappt nur auf dem System selbst, ansonsten erhalten Sie lediglich eine Fehlermeldung. Rein aus der Ferne lässt sich ein Windows so auch nicht in eine Domäne übernehmen: Ein einmaliger Zugriff direkt auf das System ist zwingend erforderlich.

Für Unternehmen, die nicht zwingend auf Windows-Desktops angewiesen sind, hat Corebiz eine Alternative im Angebot: den Corebiz-Client [23] auf Grundlage von Ubuntu (Abbildung 7). Damit lassen sich alltägliche Programme wie Mailclient, Kalender und Webbrowser ebenso verwenden wie mit Windows. Sicherheitsaktualisierungen spielen die Corebiz-Clients komplett automatisch ein, was die Wartung erheblich erleichtert.

Abbildung 7: Als Alternative zu Windows bietet Corebiz einen Ubuntu-Desktop an. Der Corebiz-Client bedient typische Alltags-Workloads wie Mailclient, Webbrowser und Office-Suite.

Abbildung 7: Als Alternative zu Windows bietet Corebiz einen Ubuntu-Desktop an. Der Corebiz-Client bedient typische Alltags-Workloads wie Mailclient, Webbrowser und Office-Suite.

Noch mehr Dienste

Für Unternehmen, die einen Ersatz für MS Exchange, Office 365 oder Google suchen und die Verwaltung ihrer E-Mails selbst übernehmen wollen, hat Corebiz mit Zimbra [24] und einem Standard-Mailserver ebenfalls Werkzeuge an Bord. Laut Hersteller könnten zudem künftig alternative Lösungen wie Grommunio integriert werden.

Auf Wunsch übernimmt Corebiz zudem die Kontrolle über die Internetanbindung eines Unternehmens. Hierzu setzt es auf OPNsense [25], eine Open-Source-Firewall mit VPN und weiteren Funktionen. OPNsense fungiert bei entsprechender Einrichtung am Standort des Kunden als zentrales Gateway samt DHCP-Server und schützt das lokale Netz durch seine integrierte Firewall.

Als VPN-Lösung kommt OpenVPN [26] zum Einsatz, das einerseits für alle gängigen (mobilen) Betriebssysteme zur Verfügung steht und andererseits als einfach einzurichten gilt. Es ist zudem mit dem installierten LDAP-Verzeichnis verbunden. Clientzertifikate für einzelne Maschinen im Verzeichnis lassen sich dadurch schnell erstellen. Eine Möglichkeit, die Zertifikate automatisiert auf Clients auszurollen, fehlt Corebiz allerdings.

Ein zentraler Aspekt bei Corebiz ist zudem das Thema Monitoring. Zusammen mit einer Corebiz-Subskription besteht die Möglichkeit, die eigenen Systeme selbst im Auge zu behalten oder durch IT Works überwachen zu lassen. Das Monitoring des Anbieters basiert dabei auf der erprobten Open-Source-Komponente Checkmk [27].

Fazit

Corebiz von IT Works will eine Rundumlösung für kleinere Unternehmen sein. Das scheint gelungen: Die Suite ist komplex genug, um die nötige Funktionalität zu ermöglichen, bleibt dabei aber hinreichend einfach zu bedienen. Corebiz deckt viele im Admin-Alltag benötigte Funktionen ab und lässt sich dank der eingebauten Virtualisierung gut um spezifische Dienste erweitern. Ein kompletter Selbstläufer ist es aber nicht. Der Admin für einen Corebiz-Cluster sollte mit Linux vorher zumindest schon einmal in Kontakt gekommen sein.

Die Möglichkeit, Corebiz auf grundüberholter Hardware zu installieren, eliminiert einen der großen Kostentreiber. Das gilt umso mehr vor dem Hintergrund der aktuell in absurde Höhen schießenden Preise für Flash-basierten Speicher und RAM. Wer als KMU die eigene IT zentralisieren und sinnvoll steuern möchte, sollte Corebiz jedenfalls auf der Liste möglicher Lösungen haben. (jcb/jlu)

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