Aus Linux-Magazin 05/2026

Mozilla setzt den Kampf gegen seine Nutzer fort

© Laksika Buakeeree / 123RF.com

Derzeit verwenden nur noch 2,29 Prozent aller BrowserNutzer Firefox. Ihr Feedback ist eindeutig: Sie wünschen sich einen Browser, der einfach nur ein Browser ist. Also bringt Firefox 148 den viel beworbenen AI Kill Switch. Ein Wireshark-Test zeigt: Der Name ist Programm, allerdings anders, als Nutzer es vielleicht verstehen.

Manchmal führt ein Softwarehersteller eine Funktion mit derart viel Tamtam ein, dass in Vergessenheit gerät, wozu sie überhaupt nötig ist. So geschehen bei Firefox 148. Mozilla feiert sich dafür, endlich die Möglichkeit zu geben, KI-Features [1] abzuschalten – Features, die Mozilla selbst den Nutzern gegen deren erklärten Willen aufgedrängt hat. Die Community hat auf Reddit, Mastodon und in Bugzilla seit Monaten lautstark protestiert, und Mozillas Antwort ist ein Toggle. In den Einstellungen. Unter AI Controls. Ein Schalter, der alles abstellen soll.

Ajit Varma, Head of Firefox, schreibt im begleitenden Blogpost [2]: “KI verändert das Web, und die Menschen wollen sehr unterschiedliche Dinge von ihr.” Die Lösung sei es, “klare, einfache Wahlmöglichkeiten” anzubieten. Was Varma nicht schreibt: Die Wahl treffen die Nutzer seit Monaten, indem sie zu anderen Browsern wechseln. Firefox globaler Marktanteil liegt laut StatCounter bei 2,29 Prozent (alle Plattformen, Februar 2026) [3]. Im Februar 2020 waren es noch 4,58 Prozent, und selbst das markierte bereits einen dramatischen Absturz vom einstigen Höchststand von 32 Prozent im November 2009. Irgendwann musste man sich also die Frage stellen, ob die verbliebenen Nutzer wirklich nach einem KI-Chatbot in der Seitenleiste gerufen haben, oder ob sie einen Browser wollten, der einfach nur browst.

Jedenfalls ist der Toggle nun da. Mozilla nennt ihn offiziell Block AI Enhancements, die Technikpresse ...

[...]
Linux-Magazin Online veröffentlicht alle Print-Artikel, die seit 2001 im Linux-Magazin erschienen sind. Damit steht Ihnen ein hochwertig bestücktes Archiv bis hin zu den Beiträgen der aktuellen Ausgabe online zur Verfügung. Die über 4.000 Artikel sind größtenteils kostenlos zugänglich, nur für Beiträge (als PDF) der jüngsten zehn Linux-Magazine ist eine kleine Gebühr fällig.

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 6 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
LINUX-MAGAZIN KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Readly Logo
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben