Aus Linux-Magazin 02/2026

Langläufer synchronisieren

© Christian Mueller / 123rf.com

Irgendwann trifft es jeden Admin, dass ein langlaufender periodischer Prozess seinen Vorgänger einholt. Dann schaffen ein Shell-Skript und eine ausgeklügelte Strategie Abhilfe.

Backups, Security-Scans und Abgleiche großer Verzeichnisstrukturen haben eines gemeinsam: Sie besitzen mitunter sehr lange Laufzeiten. Selbstverständlich gibt es im Enterprise-Segment für solche Zwecke hocheffiziente und nicht weniger hochpreisige Produkte. Aber oft benötigt man ja gerade im Rahmen von Projekten, insbesondere von Migrationen, vorübergehende Konstrukte, die eben nicht das Projektbudget zusätzlich über Gebühr belasten.

Genau solch einen Fall hatte ich kürzlich bei meinem Arbeitgeber. Ein Kunde wurde von einem großen Konzern übernommen. Als Konsequenz zieht die Muttergesellschaft über die kommenden Monate die virtuellen Maschinen des Kunden von meinem Arbeitgeber ab. Nicht wirklich erfreulich, aber was will man machen? In den vergangenen zehn Jahren hatte sich ein Datenberg auf einem zentralen Share des Kunden angesammelt. Konkret handelt es sich um 1,3 TByte, verteilt über circa 800.000 Dateien, die von allen Systemen des Kunden erreichbar sein müssen. Auf meiner Seite bedeutete dies ein ausgeklügeltes Konstrukt aus VMware-Features und Linux-Bordmitteln. Die virtuelle Maschine wurde über eine Art Storage-Replication an mehreren Standorten synchron gehalten und das Shared Directory per NFS 4 bereitgestellt.

Dieses Konstrukt hatte gleich mehrere Gründe. Eine wesentliche Rolle spielten der von meinem Arbeitgeber eingesetzte Storage, sowie die vom Softwarehersteller unterstützten Dateizugriffsprotokolle. Ich persönlich hätte aus eigenen Erfahrungen am liebsten GlusterFS [1] verwendet, da es die vom Kunden definierten Ansprüche an Verfügbarkeit und Stabilität mit Leichtigkei...

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