Aus Linux-Magazin 06/2025

CLI-Werkzeuge im Kurztest

© Niall Wiggan / 123RF.com

Verschlüsselungshelfer Cryptyrust 3.1.0, Fuzzy-Finder Fzf 0.60.3, Info-Webfrontend Glance 0.7.8, Prozess-Scheduler Pueue 4.0.0, Terminplaner Remind 05.03.05, Upgrade-Manager Topgrade 16.0.2.

Cryptyrust 3.1.0

Dateien verschlüsseln

Quelle: https://github.com/Antidote1911/cryptyrust

Lizenz: GPLv3.0

Alternativen: Gpg, Pgp

Linux bietet viele Möglichkeiten zur Dateiverschlüsselung, nicht alle stehen jedoch plattformübergreifend zur Verfügung. Hier will Cryptyrust aushelfen. Für Windows gibt es auf Github ein Binary, für Linux müssen Sie das Tool selbst kompilieren.

Als Verschlüsselungsalgorithmen unterstützt Cryptyrust AES256GVM, AES256GCMSIV sowie als Standardalgorithmus ChaCha20-Poly1305. Möchten Sie eine der AES-Varianten verwenden, geben Sie sie beim Aufruf mit »-a« an. Das Passwort setzen Sie mit »-p«. Soll es nicht in der History erscheinen, nennen Sie mit »-f« eine Passwortdatei, die lediglich eine Zeile mit dem zu verwendenden Passwort enthält. Die zu verschlüsselnde Datei geben Sie hinter »-e« an. Cryptyrust legt das Chiffrat mit der Dateierweiterung ».crypty« ab, bei Bedarf geben Sie mit »-o« einen anderen Dateinamen vor. Die Quelldatei bleibt beim Verschlüsseln erhalten. Der Schalter »–hash« liefert zusätzlich einen per Blake3 erzeugten Hash-Wert auf der Standardausgabe.

Zur Entschlüsselung geben Sie die Datei mit »-d« und das Passwort mit »-p« an. Auch hier können Sie mit »-o« einen abweichenden Dateinamen für die Ausgabe nennen. Den verwendeten Verschlüsselungsalgorithmus erkennt Cryptyrust selbstständig.

  Alles in allem bietet Cryptyrust eine interessante Alternative zur Verschlüsselung. Im Test ließ sich die Qt-basierte GUI unter Linux jedoch nicht kompilieren.

Fzf 0.60.3

Dateien finden

Quelle: https://github.com/junegunn/fzf

Lizenz: MIT

Alternativen: Find

Bei vielen Treffern nimmt das manuelle Sichten von Find-Suchresultaten reichlich Zeit in Anspruch. Abhilfe schafft Fuzzy-finder oder kurz Fzf. Viele Distributionen enthalten ältere Versionen, das aktuelle Release beziehen Sie als Binary von Github. Dort finden Sie auch eine Dokumentation, »-h« liefert eine Onlinehilfe.

Ohne Parameter aufgerufen, listet Fzf alle im Verzeichnisbaum enthaltenen Dateien auf. Sie bearbeiten die Liste nun interaktiv weiter. Um sie einzugrenzen, geben Sie in der Fußzeile einen Suchbegriff an. Das Tool begrenzt die Ausgabe auf alle Zeilen, in denen die Buchstaben des Suchbegriffs vorkommen. Soll Fzf die Eingabe als ganzes Wort interpretieren, muss sie mit einem Tick (»’«) beginnen. Damit nur Dateien mit dem Suchbegriff als Präfix erscheinen, verwenden Sie stattdessen ein Caret (»^«). Suchen Sie nach einem Suffix, muss der Begriff auf »$« enden. Eine Übersicht der Syntax finden Sie auf der Github-Seite.

Im Suchergebnis navigieren Sie mit den Pfeiltasten. Mit [Eingabe] wählt Fzf die aktuelle Zeile aus und schreibt sie in die Standardausgabe. Auf diese Weise nutzen Sie Fzf als Dateiauswahl in eigenen Skripten. Auch eine Integration in Tmux ist möglich. Weitere Aufrufparameter legen fest, ob die Suche schreibweisenabhängig erfolgt, und beeinflussen das Erscheinungsbild des Tools.

  Fzf gestaltet die Suche in Verzeichnissen interaktiv, das Einarbeiten lohnt sich.

Glance 0.7.8

Alles im Blick

Quelle: https://github.com/glanceapp/glance

Lizenz: AGPLv3.0

Alternativen: Dashy

Fast jeder Anwender möchte eine Vielzahl von Informationen im Blick halten, die oft aus verschiedenen Quellen stammen. Glance fasst die Inhalte unterschiedlicher Webseiten übersichtlich an einem Ort zusammen. Sie müssen es nicht selbst kompilieren, sondern greifen auf eines der Binaries aus dem Github-Repository zurück.

Die Konfiguration erfolgt über eine YAML-basierte Konfigurationsdatei, die Sie beim Aufruf mit »-config« angeben. Ergänzen Sie die Eingabe um »config:validate«, prüft Glance die Konfiguration auf Korrektheit. Geben Sie beim Aufruf nur die Konfigurationsdatei an, startet Glance auf Port 8080 an allen Schnittstellen ein webbasiertes Dashboard. In der Konfiguration können Sie im Server-Abschnitt einen alternativen Port, eine bestimmte Schnittstelle sowie eine Basis-URL vorgeben. Die Github-Seite bietet eine Beispielkonfiguration, die als Grundlage für eigene Anpassungen dienen kann.

Eine Glance-Seite umfasst mehrere Spalten, die unterschiedlicher Breite sein dürfen. Jede davon enthält ein oder mehrere Widgets, von denen Glance über 20 Typen kennt. Die Palette reicht von RSS-Feeds über Videos bis zu Twitch-Kanälen. Auch der Status eines Servers, Docker-Containers oder DNS-Eintrags kann das Tool darstellen. Bei verlinkten Webinhalten wechseln Sie per Mausklick direkt auf die zugehörige Seite.

  Die Dokumentation zu Glance fällt umfangreich aus, das Einarbeiten kann daher zeitintensiv sein.

Pueue 4.0.0

Jobsteuerung unter Linux

Quelle: https://github.com/Nukesor/pueue

Lizenz: Apache 2.0

Alternativen: Cron, Ansible

Mit Pueue lassen Sie Ihren Rechner Aufgaben sequenziell oder parallel abarbeiten. Das umfasst die Serverkomponente Pueued, die als Dienst im Hintergrund agiert, sowie den Client Pueue zur Jobverwaltung. Auf Github finden Sie Binärpakete der Anwendung. Pueue legt seine Konfiguration in der Datei »$HOME/.config/pueue/pueue.yml« ab. Sie enthält neben globalen Parametern auch Blöcke mit spezifischen Client- und Daemon-Direktiven.

Ohne Parameter aufgerufen, zeigt Pueued die Liste der Aufgaben. Sie enthält die Nummer und den aktuellen Status des Jobs, den auszuführenden Befehl, das Arbeitsverzeichnis und bei bereits ausgeführten Jobs die Start- und Endzeit. Einen neuen Job legen Sie mit dem Befehl »add« an, gefolgt vom auszuführenden Kommando. Pueue führt ihn direkt aus, sofern Sie ihn nicht mit »-s« auf einen Stapel legen, von dem Sie ihn später mit dem Unterbefehl »enqueue« in die Verarbeitung übernehmen. Aufgaben lassen sich zu Gruppen zusammenfassen, die Sie beim Anlegen mit »-g« vorgeben. Der Unterbefehl »pause« erlaubt, die Verarbeitung einer ganzen Gruppe zu stoppen. Weitere Parameter ermöglichen es, Jobs in eine Reihenfolge zu bringen oder in der Warteschlange der jeweiligen Gruppe zu verschieben. Mit dem Unterbefehl »help« listen Sie alle verfügbaren Unterbefehle und Parameter auf.

  Pueue ist ein leistungsfähiges Werkzeug zur Jobsteuerung und wird intensiv weiterentwickelt.

Remind 05.03.05

Termine verwalten

Quelle: https://codeberg.org/dskoll/remind

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Calcurse

Möchten Sie Termine in der Konsole oder remote via SSH pflegen, ist Remind das richtige Werkzeug dazu. Ältere Versionen finden Sie in den Repos der meisten Distributionen, das aktuelle Release müssen Sie selbst kompilieren. Das Tool speichert alle Termine im Textformat zeilenweise in einer Datei. Jede Zeile beginnt mit dem Schlüsselwort »REM«, gefolgt vom Datum und etwaigen Wiederholungsintervallen. Das Schlüsselwort »MSG« leitet den Termintext ein, über das Schlüsselwort »RUN« lassen Sie Remind zum jeweiligen Zeitpunkt ein Programm ausführen. Remind bietet keine Funktion zur Termineingabe an, Sie müssen die Termindatei mit einem Texteditor selbst pflegen. Eine Syntaxbeschreibung sowie Anwendungsbeispiele finden Sie in der Manpage des Tools.

Ohne Parameter aufgerufen, gibt Remind die Termine des aktuellen Tags aus. Eine Kalenderansicht erhalten Sie mit dem Schalter »-c«. Soll dabei die Woche am Montag beginnen, geben Sie außerdem »-m« mit. Eine 24-Stunden-Anzeige aktivieren Sie mit »-b1«, zukünftige Termine lassen Sie mit »-n« ausgeben. Soll Remind interaktiv an Termine erinnern, starten Sie es per »-z« als Dienst. Es prüft dann im Minutenintervall, ob neue Termine anstehen.

  Da Remind die Termine in Dateien ablegt, eignet es sich perfekt zur Integration in eigene Lösungen. Sie können Termine per Skript eintragen und mehrere Dateien für unterschiedliche Zwecke pflegen.

Topgrade 16.0.2

Systeme aktuell halten

Quelle: https://github.com/topgrade-rs/topgrade

Lizenz: GPLv3.0

Alternativen: Apt, Yum

Viele Systeme beziehen heute Applikationen aus mehreren Quellen, sodass Upgrades via Paketmanager oft nicht mehr ausreichen. Hier schafft Topgrade Abhilfe, das Sie als Binärpaket bei Github finden. Das Tool unterstützt eine Vielzahl an Paketquellen. Neben den gängigen Distro-Paketmanagern unterstützt es WSL, Programmierumgebungen wie Go, Rust und Python sowie alternative Paketmanager wie Snap, Flatpak, Npm und Pip. Zudem aktualisiert Topgrade auf Wunsch die Plugin-Quellen von Tools wie Vim, Emacs oder Vscode. Eine Übersicht aller unterstützten Paketquellen bietet die Onlinehilfe.

Bei Aufruf arbeitet Topgrade alle Quellen ab, sofern Sie nicht mit »–disable« einzelne ausnehmen oder mit »–only« nur bestimmte Paketquellen vorgeben. Mit »–dry-run« starten Sie gegebenenfalls einen Testlauf, der keine Änderungen vornimmt. Mit »–yes« senden Sie umgekehrt eine automatische Ausführungserlaubnis an jeden Paketmanager. Über »–custom-commands« können Sie zudem eigene Befehlsfolgen ausführen lassen. Damit sich im System keine Dateileichen anhäufen, entfernt das Tool mit »–cleanup« veraltete und temporäre Dateien.

  Seine Konfiguration legt Topgrade im TOML-Format unter »$HOME/.config/« ab. Hier können Sie für einzelne Quellen individuelle Konfigurationen festlegen. Beispiele dazu finden sich auf Github, es fehlt dort jedoch eine ausführliche Anleitung. (Uwe Vollbracht/jlu)

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 2 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
LINUX-MAGAZIN KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Readly Logo
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben