Aus Linux-Magazin 12/2024

Open-Source-Geschäftsmodelle aus praktischer Sicht

© Andranik Hakobyan / 123RF.com

Wir haben prominente Praktiker gefragt, welche Chancen für Open-Source-Geschäftsmodelle sie im Alltag sehen und welche Risiken damit verbunden sind.

Man kann aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf Open-Source-Geschäftsmodelle blicken, etwa aus der rechtlichen oder wirtschaftlichen Perspektive. Uns lag daran, auch diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die solch ein Geschäftsmodell jeden Tag praktizieren. Neben den beiden großen Distributoren Red Hat und Suse sind das diesmal die Geschäftsführer der beiden IT-Dienstleister Netways und B1 Systems, deren Firmen teils freie Software entwickeln, sie vielfach einsetzen und dazu beraten und schulen.

Die Chancen

Welche Vorteile haben die Kunden, wenn ihr Anbieter ein Open-Source-Geschäftsmodell verfolgt? Bernd Erk von Netways aus Nürnberg sieht hier die Unabhängigkeit an erster Stelle: “Bei Open Source geht es nicht nur darum, dass unsere Kunden den Quellcode in der Hand halten und ihn nach Belieben verändern können. Natürlich ist das möglich – aber der Kern, das wahre Herzstück, liegt in der Unabhängigkeit. Es gibt keinen Zwang mehr, teure Lizenzen zu erneuern, und kein Festhängen in geschlossenen Systemen, die man nicht versteht oder auf die man keinen Einfluss hat. Unsere Kunden können frei entscheiden, welche Lösungen sie nutzen, und das gibt ihnen die absolute Kontrolle über ihre IT-Landschaft.”

Diese Unabhängigkeit ist laut Erk entscheidend: “Sie macht es möglich, jederzeit den Anbieter zu wechseln oder sich selbst Hilfe zu holen, ohne gefangen zu sein. Für uns bei Netways bedeutet das, dass wir unsere Kunden nicht mit Verträgen oder Lizenzmodellen an uns binden müssen. Wir bieten Lösungen, Beratung und Support, die den Kunden wirklich weiterhelfen, und das in einer Atmosphäre der Freiheit und des Vertrauens. Es gibt weder geheime Agenden noch einen Lizenz-Dschungel und keinerlei Abhängigkeiten – nur offene, transparente Zusammenarbeit.”

Bernd Erk

Quelle: Netways GmbH

Quelle: Netways GmbH

Bernd Erk ist CTO der Netways GmbH, eines Open-Source-Unternehmens mit Sitz in Nürnberg, das über 90 Angestellte mit über einem Dutzend verschiedener Nationalitäten beschäftigt. Es unterstützt seine Kunden bei Aufbau, Monitoring, Automatisierung und Management ihrer IT-Infrastrukturen auf Basis von Open Source von der Konzeptphase und Beratung über die komplette Umsetzung von Projekten bis hin zu Schulung und Support.

Dem stimmt Ralph Dehner zu, Geschäftsführer von B1 Systems: “Ein zentraler Vorteil von Open-Source-Software ist das Verhindern eines Vendor-Lock-ins, der unsere Kunden an einen bestimmten Anbieter oder Hersteller binden würde. Sie sind unabhängig von proprietären Herstellern, die oft nur eingeschränkte Anpassungs- oder Erweiterungsmöglichkeiten bieten. So können wir flexibel auf spezifische Anforderungen eingehen und maßgeschneiderte Lösungen entwickeln, die nachhaltig und zukunftssicher sind.”

Ralph Dehner

Quelle: B1 Systems GmbH

Quelle: B1 Systems GmbH

Ralph Dehner gründete 2004 die B1 Systems GmbH, ein Unternehmen, das sich auf Betrieb, Support und Schulungen rund um Linux und Open Source spezialisiert hat. In den ersten zehn Jahren war er selbst international als Linux-Trainer tätig. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dehner unterstützt Unternehmen und Behörden dabei, die Vorteile von Linux und Open-Source-Technologien zu erkennen und diese gewinnbringend in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren.

Ein wenig anders akzentuiert Dr. Gerald Pfeifer, CTO bei Suse, die Vorteile: “Open Source ist ein Entwicklungsmodell für Software und andere Konzepte wie Hardware und erweist sich für eine breite Palette von Fällen als das beste. Wenn Entwickler und Anwender mit verschiedenen Hintergründen und Zielrichtungen auf dem neutralen Boden etablierter oder auch neuer Projekte zusammenkommen, sehen wir häufig eine gute Dosis innovativer Ideen und Umsetzungen, Qualität und Sicherheit durch viele involvierte Augen und Langlebigkeit jenseits von einzelnen Unternehmensinteressen – um die Vokabel Nachhaltigkeit beziehungsweise Sustainability einmal zu vermeiden. All das macht Open Source sowohl für Unternehmen wie auch den Public Sector höchst attraktiv.”

Gerald Pfeifer

Quelle: Suse S.A.

Quelle: Suse S.A.

Dr. Gerald Pfeifer lebt und arbeitet in Wien, Nürnberg und wo immer seine Rolle als CTO bei Suse sowie Chair des OpenSuse Board und seine Leidenschaft für Yoga und Tauchen ihn hinführen. Er hat in Technischen Wissenschaften promoviert und beschäftigte sich schon mit Infrastruktursoftware, Applikationsplattformen und Open Source, bevor dieser Begriff überhaupt geprägt wurde.

Obendrein sieht Pfeifer noch einen weiteren Aspekt: “Hinzu kommt der Vertrieb, der großteils über Subskriptionsmodelle erfolgt: Die Lizenzen und damit die Software an sich sind ja frei. Im Fokus stehen Dienstleistungen wie lange Lebenszyklen, garantierte Updates und technische Unterstützung, Zertifizierungen von Hardware, Software und Menschen. Das betrifft gerade auch Sicherheitszertifizierungen, die Einbettung in vielfältige Ökosysteme, von klassischen Hard- und Softwareanbietern über Cloud Service Provider hin zu vielfältigen anderen Dienstleistern – nicht die bloße Erlaubnis, die Software zu verwenden.”

Auch Gregor von Jagow von Red Hat hebt auf die Stabilität und Sicherheit der Lösungen und die Innovationskraft des offenen Entwicklungsmodells ab: “Wir sind davon überzeugt, dass ein offenes Entwicklungsmodell dazu beiträgt, stabilere, sicherere und innovativere Technologien zu schaffen. Open-Source-Software ist zudem nicht selten günstiger und langlebiger als proprietäre Produkte, weil sie nicht von einzelnen Personen oder Unternehmen entwickelt wird, sondern in Communities. Unser Geschäftsmodell basiert darauf, dass wir uns den Code der Community ansehen, Features hinzufügen und ihn so unternehmensfähig, skalierbar und sicher machen. Damit auch die Community als Ganzes profitieren kann, stellen wir ihr Verbesserungen wieder zur Verfügung. Deshalb ist die Innovationsgeschwindigkeit nirgendwo sonst so hoch wie im Open-Source-Umfeld, wo alle Weiterentwicklungen automatisch allen zur Verfügung stehen. Von unserem Open-Source-Geschäftsmodell profitieren nicht nur wir, sondern aufgrund der zahlreichen Vorteile von Open Source natürlich auch unsere Kunden.”

Gregor von Jagow

Quelle: Red Hat GmbH

Quelle: Red Hat GmbH

Als Senior Director und Country Manager Deutschland bei Red Hat konzentriert sich Gregor von Jagow darauf, die Transformationsprozesse von Unternehmen und Partnern mit innovativen Enterprise-Open-Source-Technologien voranzutreiben und zu unterstützen. Er bringt umfangreiche Software- und Vertriebserfahrung mit, die er in Schlüsselpositionen bei IBM, SAP und VMware gesammelt hat.

Herausforderungen

Das klingt ja so weit alles hervorragend. Aber wo liegen die Stolpersteine? Was sind die Herausforderungen dabei, und was könnte besser laufen? Laut Gregor von Jagow ist es nicht immer leicht, die Kunden vom Wert einer kostenpflichtigen Subskription zu überzeugen: “Bei Open Source stellt sich natürlich immer die Frage, ob man eine freie Version nutzen sollte oder eine Subskription mit umfassendem Support. Zentraler Vorteil der frei verfügbaren Optionen ist zunächst, dass keine Kosten anfallen. Dem stehen als Nachteile diverse Risiken und auch der interne Aufwand für Wartung und Support gegenüber. Bezahlte Lösungen dagegen bieten unter anderem Support-Optionen, definierte Wartungs- und Aktualisierungspläne, Verwaltungswerkzeuge und langfristige Roadmaps. Mit Subskriptionen von Red Hat etwa erhalten Unternehmen alles, was sie brauchen, um Technologie in komplexen Umgebungen einzusetzen, einschließlich getesteter Software, Support sowie mehr Sicherheit und Flexibilität während ihrer gesamten Subskription.”

Bernd Erk beobachtet ebenso, dass Kunden Open Source zuweilen mit einer unangemessenen Erwartungshaltung entgegentreten. “Viele Kunden sehen den kostenlosen Quellcode und denken, dass alles kostenlos sein sollte. Sie erwarten, dass Support und individuelle Anpassungen genauso wenig kosten wie die Software selbst. Da liegt die Herausforderung: Wir müssen klarmachen, dass hinter jedem erfolgreichen Open-Source-Projekt ein gewaltiger Aufwand an Expertise, Wissen und Zeit steckt und dass diese Dienstleistungen einen echten, greifbaren Wert haben. Daher ist ein wichtiger Teil von Open-Source-Geschäftsmodellen auch die Erweiterung der freien Version mit entsprechenden Enterprise-Komponenten. Ist das sauber abgegrenzt und fließt die dadurch gewonnene Innovation wieder in den offenen Teil des Projekts zurück, können sowohl Anbieter als auch Kunde davon profitieren.”

Ralph Dehner sieht ebenfalls Defizite im Verständnis der Kunden für das Open-Source-Modell: “Eine der größten Herausforderungen für Open-Source-Geschäftsmodelle besteht heute darin, dass in vielen Unternehmen das grundlegende Verständnis für die Philosophie hinter Open Source fehlt. Open-Source-Software ist zwar oft kostenfrei, ihr Wert bemisst sich jedoch durch Zusammenarbeit, Offenheit und kollektive Weiterentwicklung. Es ist entscheidend, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig Investitionen in diese Strukturen sind, um die Community wie auch die Hersteller zu unterstützen und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Software voranzutreiben.”

Das hat laut Dehner oft ärgerliche Folgen: “Während viele Unternehmen und Behörden bereit sind, für proprietäre Software wie Bürosuiten, Virtualisierungslösungen oder Datenbanken Tausende oder sogar Millionen von Euro an Lizenzgebühren auszugeben, zögern sie oft, den Herstellern von Open-Source-Lösungen für ihre fairen Angebote entsprechende Subskriptionen zu zahlen. Dabei bieten leistungsstarke Enterprise-Open-Source-Alternativen in all diesen Bereichen nicht nur erhebliche Kosteneinsparungen, sondern auch mehr Kontrolle über die eigenen Systeme sowie die Möglichkeit, sie nach Bedarf anzupassen.”

Gerald Pfeifer sieht noch andere Probleme: “Der Wettbewerb mit sich selbst ist wohl die größte Herausforderung für Open-Source-Geschäftsmodelle. Das hat mehrere Facetten. Einerseits sind Qualität, Benutzbarkeit und Unterstützung durch die Community bei vielen etablierten Projekten mittlerweile so gut, dass Subskriptionen von professionellen Anbietern manchen Anwendern nicht mehr notwendig erscheinen. Die Versuchung ist da, es selbst zu versuchen – bis man dann doch einem größeren Problem gegenübersteht, sich ein Problem über die Lieferkette (Software Supply Chain) einfängt oder höhere Anforderungen an Lebenszyklus oder Compliance realisiert.”

Eine zusätzliche Schwierigkeit sieht Pfeifer bei Software-as-a-Service: “Eine weitere Herausforderung stellt die wachsende Zahl von SaaS-Modellen dar, wo Dritte intern Open Source verwenden oder anbieten, dabei jedoch kaum zu den entsprechenden Projekten beitragen. Stattdessen konsumieren sie Open Source primär oder fokussieren auf Differenzierungen, die sie nicht mit der breiteren Community teilen. Für so manchen Hersteller mit nur einem oder wenigen Projekten im Portfolio haben sich diese beiden Punkte als sehr herausfordernd erwiesen. Sie haben teils zu umstrittenen Schritten geführt wie Lizenzänderungen oder gar Open-Core-Ansätzen, wo nur Teile der Lösung Open Source sind, andere Funktionen aber nur für zahlende Kunden verfügbar gemacht werden.”

Eine letzte Gruppe von Anbietern missfällt Pfeifer ganz besonders: “Obendrein sehen wir Spieler im Markt, die – ohne selbst viel zu investieren oder upstream beizutragen – Open-Source-basierte Produkte anderer Hersteller nehmen, geringe Änderungen etwa am Branding vornehmen und sie dann als eigene Produkte auf den Markt bringen. Oft bepreisen sie das Ganze noch sehr aggressiv. Rechtlich ist das durchaus im Rahmen, nachhaltig ist es weniger.”

Zukunft

Was müsste passieren, damit sich die Situation von Open-Source-Geschäftsmodellen weiter verbessert, sodass noch mehr Unternehmen mit einem solchen Modell arbeiten?

Dazu meint Gerald Pfeifer: “Warum ist Open Source im Jahr 2024 nicht noch erfolgreicher? Warum sehen wir hierzulande nicht mehr Unternehmen und Organisationen, die auf Open-Source-Geschäftsmodelle setzen? Warum bleibt es bei der Umsetzung im öffentlichen Bereich häufig bei Lippenbekenntnissen? Das liegt an aggressivem Lobbying und vehementem Marketing auf der Anbieterseite, auf der Kundenseite kommt eine sehr einseitige Beschäftigung mit Digital Skills im Bildungswesen hinzu. Letztlich agieren viele Kunden dann letztlich nach dem Motto ‘Was man kennt, das kauft man’.”

Der Suse-CTO sieht vier Lösungsansätze: “Erstens: In der Ausbildung gilt es, grundlegende Konzepte und beispielhafte Werkzeuge zu vermitteln, statt wie allzu oft proprietäre Lösungen zu schulen. Zweitens: Bei Ausschreibungen im öffentlichen Bereich sollten Open-Source-Lösungen zumindest gleichgestellt werden, statt bestimmte, proprietäre Lösungen vorzugeben. Drittens: Wo die öffentliche Hand in Entwicklung investiert, muss das Prinzip ‘Public Money, Public Code’ greifen. Viertens: Systemrelevante Unternehmen und Behörden sollte man schrittweise dazu verpflichten, ihre technische Resilienz und Unabhängigkeit von Anbietern unter dem Einfluss fremder Geheimdienste und Regierungen darzulegen.”

Bernd Erk glaubt, dass sich vor allem die generelle Einstellung gegenüber Open Source ändern muss: “Damit mehr Unternehmen den Schritt zu Open Source wagen, braucht es ein Umdenken. Es gibt immer noch die Angst, dass Open Source unsicher, instabil oder zu komplex sei. Viele Unternehmen klammern sich an proprietäre Software, weil sie glauben, sie wären damit besser geschützt. Dabei übersehen sie, dass sie sich dadurch in eine Abhängigkeit begeben, die ihnen letztlich mehr schadet als nutzt. Was wir brauchen, sind noch mehr Vorbilder und Erfolgsgeschichten: Unternehmen, die zeigen, dass Open Source nicht nur funktioniert, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich ist. Wenn große Firmen vorangehen und zeigen, dass Open Source die bessere Wahl darstellt – nicht nur aus technologischer, sondern auch aus geschäftlicher Sicht – dann werden auch kleinere Unternehmen folgen.”

Ralph Dehner sieht ebenfalls die Notwendigkeit von Überzeugungsarbeit und eine große Chance in der öffentlichen Verwaltung: “Damit noch mehr Unternehmen und Behörden die Vorteile von Open-Source-Software erkennen und nutzen, ist nach wie vor Überzeugungsarbeit nötig. Führungskräfte müssen den Mut und die Bereitschaft aufbringen, neue Wege zu gehen und sich nicht ausschließlich auf proprietäre Lösungen zu verlassen, nur weil sie diese seit Jahren einsetzen und kennen. Dabei darf der Gedanke an Open Source nicht erst bei Kosteneinsparungen aufkommen. Es sollte zur Vorgabe werden, bei der Beschaffung neuer Software mindestens ein Open-Source-Produkt als Vergleich heranzuziehen. Open-Source-Software bietet weitaus mehr Potenzial als nur die Reduzierung von Lizenzkosten – sie eröffnet Möglichkeiten für Flexibilität, Innovation und Souveränität.”

Der Gründer von B1 Systems betont: “Ein positives Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Open-Source-Software findet sich in der öffentlichen Verwaltung, wo immer mehr Institutionen auf diese Lösungen setzen. Langfristig profitieren Organisationen von der Möglichkeit, Software flexibel und maßgeschneidert an ihre spezifischen Bedürfnisse anzupassen. Solche Erfolgsgeschichten sollte man verstärkt hervorheben, denn gerade im öffentlichen Sektor bietet der Grundsatz ‘Public Money, Public Code’ enormes Potenzial. Wenn staatliche Mittel in die Entwicklung von Software fließen, sollte diese auch der Öffentlichkeit zugutekommen und anderen Behörden zur Verfügung stehen. Initiativen wie Open Source First in Thüringen sind wegweisend, denn sie setzen auf Transparenz, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit. Es ist kaum nachzuvollziehen, dass Gemeinden, Städte und Bundesländer zwar ähnliche Softwarelösungen benötigen, aber dennoch individuelle, teure Lizenzgebühren bezahlen, anstatt gemeinsam auf Open Source zu setzen und Ressourcen sowie Kosten zu sparen.”

Den möglichen Lösungsweg skizziert Dehner glasklar: “Dem Staat kommt hier eine Schlüsselrolle zu. Er muss die Vorteile von Open-Source-Lösungen erkennen und aktiv fördern, um den Fortschritt in einer Zeit zu unterstützen, in der monopolartige Strukturen ansonsten zu dominieren drohen. Ein wichtiger und richtiger Schritt in diese Richtung ist die Open-CoDE-Initiative des Bundes mit dem Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS). Die Open-Source-Plattform ermöglicht der öffentlichen Verwaltung, durch gemeinsame Entwicklung effizienter zu arbeiten. Damit legt der Staat den Grundstein für eine zukunftssichere, unabhängige und innovative digitale Infrastruktur, die gleichzeitig erhebliche Kosteneinsparungen ermöglicht.”

Gregor von Jagow sieht die Gesellschaft auf dem Weg zu Open Source schon ein gutes Stück vorangekommen. “Die Voraussetzung für einen breiten kommerziellen Erfolg von Linux und Open Source in unternehmenskritischen Anwendungen ist die architektonische Stabilität. An diesem Punkt sind wir inzwischen längst angekommen. Der Siegeszug von Open Source ist allerdings deutlich mehr als nur eine technologische Veränderung. Die Open-Source-Prinzipien betreffen schließlich nicht nur die Technologie, sondern vor allem die Prozesse und die Art der Zusammenarbeit. Dabei geht es um eine offene Unternehmenskultur mit Leitlinien wie Transparenz, Anpassungsfähigkeit oder Kollaboration.”

Das präzisiert der Red-Hat-Manager folgendermaßen: “Eine offene Organisation lebt von transparenten Entscheidungen, einer aktiven Feedback-Kultur und einer engen Kooperation unterschiedlicher Parteien. Red Hat hat diesen Weg seit seiner Gründung im Jahr 1993 erfolgreich eingeschlagen und das Unternehmen als offene Organisation strukturiert. Dieser erforderliche Kulturwandel zeichnet Unternehmen mit einem Open-Source-Geschäftsmodell aus. Auch Open-Source-Nutzer müssen diesen Weg mit der Etablierung einer offenen Unternehmenskultur gehen. Hier bestehen in etlichen Organisationen noch Herausforderungen, um die Open-Source-Vorteile umfassend nutzen zu können, wie größere Agilität, gesteigerte Innovationsfähigkeit und verbessertes Mitarbeiterengagement.” (jcb/jlu)

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