CSV-Editor Csvi 1.9.0, Passwortverwalter Gopass 1.15.13, In-Memory-Suchmaschine Minisearch 1.2.0, Datenradierer Nwipe 0.37, Programmstarter Retry 1.4.0, Log-Auswerter Since 0.1.0.
Csvi 1.9.0
CSV-Editor für die Konsole
Quelle: https://github.com/hymkor/csvi
Lizenz: MIT
Alternativen: Csvdb
CSV ist das Standardformat, um Daten in tabellarischer Form zwischen Systemen auszutauschen oder plattformunabhängig zu speichern. Zum Betrachten oder Nachbearbeiten braucht es aber oft eine grafische Tabellenkalkulation. Mit dem Go-basierten Tool Csvi gibt es nun einen konsolenbasierten Editor für CSV-Dateien. Sie müssen das Tool nicht selbst kompilieren, sondern greifen auf eines der fertigen Binärpakete bei Github zurück. Um eine Datei mit Csvi zu bearbeiten, geben Sie diese einfach als Parameter beim Aufruf mit. Den Einsatz von Strichpunkten als Feldtrenner legt der Befehl »-semicolon« fest. Wer Tabulator als Feldtrenner nutzt, gibt den Parameter »-t« an, für Kommata verwenden Sie »-c«. Soll die Datei nur lesend geöffnet werden, setzen Sie den Parameter »-readonly«. Der Parameter »-fixcol« verhindert das versehentliche Entfernen von Spalten. Standardmäßig interpretiert Csvi die erste Zeile als Spaltenbeschreibung. Mit »-h« weiten Sie die Kopfzeile auf mehrere Spalten aus oder deaktivieren sie ganz. Die Spaltenbreite beträgt 14 Zeichen und lässt sich mit »-w« anpassen. Das Navigieren zwischen den Zellen gelingt mittels der Pfeiltasten. Bei der Funktionsbelegung der Tasten haben sich die Entwickler an Vim orientiert. So suchen Sie wie gewohnt mit »/« oder speichern Ihre Änderungen mit »w«.
Mit Csvi fällt die Einarbeitung leicht. Wer jetzt neugierig ist, sollte Csvi testen.
Gopass 1.15.13
Passwörter in der Konsole verwalten
Quelle: https://github.com/gopasspw/gopass
Lizenz: MIT
Alternativen: Pass
Um einen effizienten Zugangsschutz zu gewährleisten, müssen Passwörter nicht nur ausreichend lang und komplex sein, sondern dürfen auch nur einmal verwendet werden. Dafür, dass Sie Ihre Passwörter nicht vergessen, sorgen Passwort-Manager wie das Go-basierte Gopass. Sie können auf eines der zahlreichen Binärpakete im Github-Repository zurückgreifen und müssen dementsprechend nicht selbst kompilieren. Bevor das Tool Passwörter verwalten kann, erzeugen Sie mit »gopass setup« ein neuen Passwortspeicher. Darin hinterlegen Sie Ihre E-Mail-Adresse und wählen ein starkes Passwort zum Sichern des Passwortspeichers. Zur Verschlüsselung der Passwörter greift Gopass auf das bewährte GnuPG zurück. Für die Versionskontrolle oder den Abgleich mit einem Remote-System kommt Git zum Einsatz. Während des initialen Setups können Sie ein Remote-Repository mitgeben. Die Konfiguration verwaltet Gopass unter »$HOME/.config/gopass«, Passwörter werden hingegen in einzelnen mit GnuPG verschlüsselten Dateien unter »$HOME/.local/share/gopass/stores« gespeichert. Als Konsolen-Tool bietet Gopass keine grafische Benutzeroberfläche. Ohne weitere Parameter aufgerufen, startet das Tool im interaktiven Modus. »help« führt alle wichtigen Befehle und Parameter aus. Neue Einträge legen Sie mit »create« an. Hier unterscheidet Gopass zwischen der Verwaltung von PIN-Nummern und Web- oder Online-Zugängen. Eine Übersicht aller Einträge liefert »list«. Vorhandene Einträge bearbeiten Sie mit »edit« oder entfernen sie mittels »delete«. Falls gewünscht, generiert Gopass starke Passwörter.
Wer Gopass nicht interaktiv nutzen oder in eigene Skripte integrieren möchte, kann das Tool über Kommandozeilenparameter steuern. Die Github-Seite bietet dazu einige Beispiele. Ein Blick lohnt sich.
Minisearch 1.2.0
In-Memory-Suchmaschine
Quelle: https://github.com/micpst/minisearch
Lizenz: MIT
Alternativen: InMemorySearch
Wenn Sie die eigene Anwendung mit einer webbasierten Suchmaschine erweitern, aber das Rad nicht neu erfinden wollen, werfen Sie einen Blick auf das Go-basierte Minisearch. Sie müssen die Suchmaschine nicht selbst kompilieren, sondern nutzen eines der fertigen Binärpakete. Alternativ betreiben Sie das Tool in einem Docker-Container. Als In-Memory-Volltextsuche ist Minisearch schnell, verliert aber durch einen Neustart alle Einträge. Die Konfiguration erfolgt über drei Parameter beim Programmstart. Standardmäßig erwartet das Tool auf Port 3000 eingehende Verbindungen. Mit »-p« vergeben Sie einen anderen Port. Den maximalen Speicherbedarf passen Sie mit »-m« an, die Sprache mit »-l«. Ist Minisearch aktiv, erfolgen das Einstellen von Daten sowie das Abfragen von Inhalten über REST-Befehle. Sie können beispielsweise mit einem HTTP-Client wie Curl Daten einstellen oder Abfragen anstoßen. Die Github-Seite bietet einige Anwendungsbeispiele. Minisearch lässt sich zudem über XML-Dateien mit Daten befüllen, wobei ein Http-Client zum Einsatz kommt. Bei Suchanfragen können Sie wahlweise nach dem exakten Begriff fahnden oder Einschränkungen mit AND/OR-Klauseln festlegen.
Als In-Memory-Engine besticht Minisearch durch Geschwindigkeit. Die Bedienung via REST-API ist an manchen Stellen etwas umständlich. Unpraktischerweise lässt sich der Inhalt einer laufenden Minisearch-Instanz nicht als Dump auf einen Datenträger schreiben.
Nwipe 0.37
Datenträger dauerhaft löschen
Quelle: https://github.com/martijnvanbrummelen/nwipe
Lizenz: GPLv2.0
Alternativen: DBAN
Bevor Sie alte Geräte oder Datenträger entsorgen oder abgeben, gilt es sicherzustellen, dass sich keine privaten Daten mehr darauf befinden. Dabei hilft das C-basierte Nwipe weiter. Ältere Versionen des Tools sind bereits in vielen Distributionen enthalten. Die aktuelle müssen Sie selbst aus den Quellen kompilieren. Nwipe greift für seine Aufgaben auf unterschiedliche Bibliotheken und Tools zurück, unter anderem auf Hdparm und Parted. Für die Curses-basierte Benutzeroberfläche nutzt es die Ncurses-Bibliotheken. Ohne Parameter aufgerufen, öffnet Nwipe seine TUI-Oberfläche. Hier definieren Sie interaktiv, welche Datenträger es leeren soll. Zum Löschen stehen zehn Methoden und vier Zufallsgeneratoren zur Auswahl. Standardmäßig überschreibt Nwipe den Datenträger nur einmal und prüft, ob alle Daten entfernt wurden. Zudem besteht die Möglichkeit, den Datenträger mehrmals zu überschreiben und bei jedem Durchlauf den Entfernungserfolg zu kontrollieren. Wer möchte, deaktiviert die Erfolgsprüfung. Alle Einstellungen zeigt Nwipe oben links an. Oben rechts lesen Sie den aktuellen Fortschritt, die durchschnittliche Last oder aufgetretene Fehler ab. Abschließend erzeugt das Tool einen PDF-Report seiner Tätigkeit. Wer kein TUI nutzen möchte, steuert Nwipe mit Kommandozeilenparametern. Mit »-h« aufgerufen, listet das Tool alle verfügbaren Einstellungen auf – Ideal für die Integration in eigene Skripte.
Da Nwipe direkt auf Datenträger zugreift, setzt das Tool zur Ausführung Administratorrechte voraus. Eine ausführlichere Beschreibung und Installationsanleitung finden Sie im Github-Repository.
Retry 1.4.0
Programme starten
Quelle: https://github.com/joshdk/retry
Lizenz: MIT
Alternativen: Shell, Skript
Auf stark frequentierten Systemen konkurrieren viele Prozesse um die vorhandenen Ressourcen, sodass es schwierig sein kann, einen Befehl ohne Abbruch auszuführen. Wer den Ausführungsversuch nicht permanent händisch neu starten möchte, braucht ein Tool wie Retry. Sie müssen das Go-basierte Tool nicht selbst kompilieren, sondern bedienen sich eines der fertigen Binärpakete auf Github. Um einen Befehl ausführen zu lassen, genügt es, ihn samt seiner notwendigen Parameter Retry beim Aufruf zu übergeben. Standardmäßig startet das Tool drei Versuche. Mit dem Parameter »-attempts« können Sie mehr Versuche vorgeben. Zwischen den Versuchen pausiert das Tool für fünf Sekunden. Mit »-sleep« lässt sich das Intervall anpassen. Über den Parameter »-jitter« variieren Sie die Intervallgröße während des Laufs. Soll Retry vor dem Start des ersten Versuchs einige Zeit warten, bestimmen Sie mit »-delay« die Wartezeit. Alle Zeitangaben benötigen eine Größeneinheit wie Sekunden oder Minuten. Retry versucht die Befehlsausführung so lange, bis es Erfolg hat. Wird der Parameter »-invert« mitgegeben, führt das Tool den Befehl so lange aus, bis es keinen Erfolg mehr hat. Wer auf die Ausgabe des auszuführenden Befehls verzichten möchte, nutzt »-quiet« als Parameter. Anderenfalls schreibt Retry die Befehlsausgabe sowie alle Fehlermeldungen von missglückten Versuchen in die Standardausgabe.
Retry ist ein hilfreiches Tool, um Befehlsausführungen zu steuern. Im Lieferumfang ist jedoch nur die Online-Hilfe enthalten. Weitere Anwendungsbespiele entnehmen Sie der Github-Seite.
Since 0.1.0
Log-Dateien auswerten
Quelle: https://codeberg.org/larix/since
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Goaccess
Tritt ein Fehler auf, kann ein Blick in die zugehörige Logdatei weiterhelfen. Bei sehr aktiven Systemen wird diese jedoch schnell sehr groß und unübersichtlich, was die Suche nach einem bestimmten Zeitpunkt erschwert. Hier kommt das Rust-basierte Tool Since ins Spiel. Sie müssen das Tool selbst aus den Quellen kompilieren. Eine aktuelle Rust-Version wird empfohlen. Wie der Name bereits erahnen lässt, gibt das Tool alle Einträge einer Logdatei seit einem bestimmten Zeitpunkt aus. Dazu müssen Sie neben der Logdatei auch den gewünschten Zeitpunkt im in der Logdatei verwendeten Format angeben. Dabei ist die Reihenfolge der Parameter beim Aufruf zu beachten. Wer nur ein bestimmten Zeitabschnitt benötigt, legt mit dem Parameter »–until« einen Endzeitpunkt fest. Since liefert dann alle Einträge zwischen diesen Zeitpunkten. Standardmäßig zeigt das Tool alle Einträge an. Die angegebenen Zeitpunkte müssen Sie in Anführungszeichen übergebenen, da Since die Zeitstempel nicht korrekt erkennt. Mit »–skip« überspringen Sie auf Wunsch die Ausgabe der ersten n-Zeilen. Fehlerhafte Zeitstempel in der Logdatei ignorieren Sie mit »-i«. Eine einfache Online-Hilfe steht mit »–help« zur Verfügung. Eine ausführlichere Beschreibung hält das Code-Repository auf Codeberg.org parat.
Since ist ein relativ junges Tool, zeigt aber Potenzial. Ein Blick lohnt sich. (Uwe Vollbracht/csi)











