Curl-CLI-Frontend Cute 0.0.1, Netcat-Alternative Ezcat 1.0, IP-Konfigurationswerkzeug Ifstate 1.11.0, Conky-Alternative Inxi 3.3.31, JSON-Helfer Jaq 1.2.0, Online-Systemmonitor Uptime-kuma 1.23.7.
Cute 0.0.1
HTTP-Client für die Konsole
Quelle: https://github.com/PThorpe92/CuTE
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Curl, Httpie
Wer Webanwendungen betreut oder die Reaktionen seines Webservers testen möchte, für den ist ein konsolenbasierter HTTP-Client wie Cute eine echte Hilfe. Sie müssen das Tool selbst aus den Quellen kompilieren. Ohne Parameter aufgerufen, präsentiert es eine rudimentäre Oberfläche, in der Sie neue HTTP-Requests zusammenstellen oder gespeicherte Befehle nachbearbeiten. Beim Erstellen einer neuen Abfrage wählen Sie zwischen HTTP-Request-Befehlen wie »GET«, »POST« oder »PUT«. Danach geben Sie die Ziel-URL sowie gegebenenfalls Informationen zur Authentisierung an, treffen Header-Einstellungen und konfigurieren bei Bedarf einen Proxy-Tunnel oder zu verwendende Cookies. Auf Wunsch nutzt Cute eine beliebige User-Agent-Kennung, wenn es sich am Webserver anmeldet. Die fertige Anfrage richtet es im Hintergrund via Curl an den angegebenen Webserver, das Ergebnis erscheint im unteren Bereich des Konsolenfensters. Cute bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, die Sie allerdings nach dem Prinzip Versuch und Fehlschlag ausprobieren müssen: Die Dokumentation des recht jungen Projekts fällt recht spartanisch aus. Eine knappe Beschreibung finden Sie auf der Github-Seite des Projekts.
Als “Fun Fact” nennt der Cute-Entwickler, er habe das Tool in einem US-Staatsgefängnis entwickelt, in dem er immer noch einsitze. Ob und wann neue Funktionen oder eine bessere Doku kommen, müsse er deshalb offenlassen.
Ezcat 1.0
Netcat-Alternative
Quelle: https://github.com/ngn13/ezcat
Lizenz: GPLv2.0
Alternativen: Netcat
Per Netcat lässt sich schnell eine Verbindung zwischen zwei Systemen einrichten. Damit klappt ein Shell-Zugriff ebenso wie das Übertragen von Dateien. Die Go-basierte Netcat-Alternative Ezcat kann im Gegensatz zum Original mehrere Verbindungen zu verschiedenen Systemen verwalten. Sie müssen die Software selbst aus den Quellen kompilieren. Beim Aufruf startet die Ezcat-Shell, von der aus Sie alle Verbindungen verwalten. Als Protokoll dient HTTP, Ezcat lauscht an Port 6001. Über die Umgebungsvariable »HTTP_ADDR« geben Sie ein Interface und einen Port vor. Das Kommando »help« führt alle verfügbaren Befehle in der Ezcat-Shell auf. Mit »gen« gefolgt vom Schnittstellennamen erzeugt Ezcat eine Shell-Payload. Diese Befehlsfolge führen Sie auf der Konsole eines Remote-Rechners aus, um eine Verbindung zum Ezcat-System aufzubauen. Im Hintergrund kommt dabei Curl zum Einsatz. Der Befehl »list« führt alle aktuellen Verbindungen auf, wobei jede eine eindeutige ID besitzt. Mit »shell« gefolgt von einer ID öffnen Sie eine Shell auf dem Zielsystem. Zur Übertragung einzelner Dateien dienen die Befehle »upload« und »download« in Kombination mit der ID. @L:. Beim Beenden des Ezcat-Diensts verlieren die Payloads auf den Clients ihre Gültigkeit und müssen beim nächsten Start neu erzeugt werden. Eine verschlüsselte Kommunikation unterstützt Ezcat nicht, hier müssen Sie mit Proxy-Lösungen arbeiten.
Ifstate 1.11.0
IP-Konfiguration in der Konsole
Quelle: https://github.com/liske/ifstate
Lizenz: GPLv3.0
Alternativen: Ip
Linux bietet zahlreiche Tools zum Konfigurieren der Netzwerkeinstellungen. Das Python-basierte Ifstate eignet sich laut seiner Entwickler besonders für schlanke Systeme wie Router. Sie übersetzen es aus den Quellen und erhalten dabei das Binary »ifstatecli«. Eine Manpage fehlt, und auch die Online-Hilfe ist eher spartanisch. Immerhin finden sich auf der Github-Seite des Projekts einige Erläuterungen sowie Links zu weiteren Beispielen.
Zur Konfiguration übergeben Sie Ifstate beim Aufruf über den Parameter »-c« alle Anpassungen als YAML-Konfigurationsdatei. Alle dort nicht eingetragenen Interfaces deaktiviert es. Die aktuelle Konfiguration ermitteln Sie mit dem Unterbefehl »show« oder noch ausführlicher mit »showall«. Leiten Sie diese Ausgabe in eine Datei um, lässt sie sich als Basis für eigene Konfigurationen nutzen, die Sie dann mit dem Unterbefehl »apply« einspielen. Gegebenenfalls nehmen Sie mit »check« vorab einen Testlauf vor, bei dem keine Änderungen erfolgen. Mit dem Unterbefehl »shell« öffnen Sie eine Konsole, in der Sie Anpassungen interaktiv über Python-Befehle absetzen. Für den Einsatz auf Routern ist besonders die Möglichkeit interessant, mit Ifstate das Virtual Router Redundancy Protocol (VRRP) einzurichten.
Ifstate präsentiert sich als vielseitiges und leistungsstarkes Werkzeug. Die verstreute Dokumentation erschwert das Einarbeiten allerdings unnötig.
Inxi 3.3.31
Systemeinstellungen ermitteln
Quelle: https://codeberg.org/smxi/inxi
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Conky
Suchen Sie einen konsolenbasierten Systemmonitor, der Auskunft über die verbaute Hardware, die Auslastung und die auf der Maschine laufende Distribution gibt, dann ist die Inxi vielleicht genau das Richtige für Sie. Viele Linux-Derivate enthalten bereits ältere Versionen der Software, das aktuelle Release beziehen Sie von Codeberg. Als Perl-Tool läuft Inxi sofort nach dem Entpacken. Ohne Parameter aufgerufen, ermittelt es die verbaute CPU samt Taktung und Core-Anzahl, die Arbeitsspeicherauslastung, den verfügbaren Massenspeicherplatz, die Uptime, den genutzten Linux-Kernel und die verwendete Shell. Die Daten gibt es als kompakten Block aus. Informationen zur eingebauten Grafikkarte liefert der Schalter »-G«, Informationen zum Soundsystem fragen Sie mit »-A« ab. Über weitere Parameter rufen Sie eine Übersicht aller Einhängepunkte ab oder schlagen nach, welche Repositories die Linux-Distribution nutzt. Informationen zur Netzwerkschnittstelle und den IP-Adressen liefert der Schalter »-i«, die Daten des internen USB-Hubs zeigt »-J« an. Für mehr Übersicht färbt Inxi die Ausgabe standardmäßig ein. Sie können das sowie viele weitere Ausgabeeinstellungen ganz nach Gusto anpassen.
Der Systemmonitor Inxi bietet einen großen Funktionsumfang. Eine Übersicht aller Parameter und Einstellungen liefert die Online-Hilfe, die Sie mit »-h« aufrufen. Das Quellarchiv enthält außerdem eine Manpage.
Jaq 1.2.0
JSON-Daten im Stream verarbeiten
Quelle: https://github.com/01mf02/jaq
Lizenz: MIT
Alternativen: Jq
JSON hat sich als Quasi-Standard für Konfigurationsdateien und zum Datenaustausch zwischen Anwendungen etabliert. Für das automatisierte Bearbeiten des Formats gibt es passende Konsolenwerkzeuge wie Jaq. Das Tool versteht sich als Ableger von Jq, ist aber eine Neuimplementierung in Rust. Laut der Entwickler arbeitet es deutlich schneller als die Mitbewerber. Die gängigen Distributionen enthalten Jaq noch nicht. Sie müssen auf eine der Binärdateien von Github zurückgreifen oder das Tool selbst kompilieren. Die JSON-Daten übergeben Sie ihm via Pipe, die Konfiguration erfolgt über Kommandozeilenparameter beim Aufruf. Dabei haben die Entwickler die Belegung der Optionen an Jq angelehnt, um den Umstieg zu erleichtern. Allerdings wurden nicht alle Parameter übernommen. So fehlt die Möglichkeit einer reinen ASCII-Ausgabe, und Sie können weder einen Sortierschlüssel festlegen noch die Ausgabe mittels Tabs formatieren. Zum Verarbeiten der JSON-Eingabe stellt Jaq allerdings eine große Anzahl an Filterfunktionen bereit. Wie bei Jq konfigurieren Sie diese in einer Datei, die Jaq beim Aufruf einliest. Das Auslesen von JSON-Files unterstützt das Tool nicht. Eine Übersicht aller Optionen liefert die Online-Hilfe (»-h«), auf Github finden Sie eine ausführliche Beschreibung der verfügbaren Filter.
Insgesamt positioniert sich Jaq als leistungsstarke Möglichkeit zur Stream-orientierten Verarbeitung von JSON-Daten.
Uptime-kuma 1.23.7
Online-Systemmonitor
Quelle: https://github.com/louislam/uptime-kuma
Lizenz: MIT
Alternativen: Srvmon, Uptime Robot
Unternehmen und Rechenzentren setzen auf professionelle Lösungen, um die Verfügbarkeit ihrer Systeme zu überwachen. Für kleinere Setups genügt in aller Regel eine ressourcenschonendere, kostengünstigere Alternative wie Uptime-kuma. Das Javascript-Tool lässt sich mit NPM installieren oder im Docker-Container verpackt nutzen. Beim ersten Anmelden erzeugt Uptime-kuma einen Admin-Zugang, über den Port 3001 greifen Sie auf die Web-Oberfläche des Tools zu. Als Einstiegspunkt dient ein aufgeräumtes Dashboard, das in der linken Spalte übersichtlich signalisiert, wie viele Systeme sich in welchem Zustand befinden. Dabei unterscheidet Uptime-kuma die Zustände aktiv, inaktiv, pausiert und unbekannt. Über den Eingabebereich rechts fügen Sie der Überwachungsliste neue Systeme ein. Neben klassischem Monitoring über Pings, HTTP-Requests oder TCP-Port-Verbindungen unterstützt das Tool spezifische Prüfungen für bestimmte Anwendungen, beispielsweise benutzerdefinierte Abfragen für MySQL-Datenbanken. Für jede Prüfung legen Sie einen eindeutigen Namen fest, geben den FQDN des Ziels an und bestimmen das Prüfintervall. Für das Absetzen von Benachrichtigungen und Alarmen unterstützt Uptime-kuma über 30 verschiedene Methoden von SMS und E-Mails bis hin zu Messengern und Chat-Diensten.
Uptime-kuma ist eine rundum durchdachte Monitoring-Lösung für den SoHo-Bereich und wird laufend weiterentwickelt. (Uwe Vollbracht/jlu)











