Im Internet steht eine Fülle interessanter Inhalte zum Herunterladen breit. Grafische Werkzeuge helfen dabei, selbst bei vielen parallelen Downloads den Überblick zu behalten.
Für ambitionierte Anwender, aber auch für System- und Netzwerkadministratoren gehört das Herunterladen von Inhalten verschiedenster Formate zur täglichen Arbeit. Egal, ob es sich um einzelne Programme, Multimediainhalte, Dokumente oder ganze ISO-Abbilder handelt – beim Herunterladen geht schnell der Überblick verloren, und abgebrochene Downloads im Webbrowser erzwingen meist, den kompletten Vorgang zu wiederholen. Bei häufigen Downloads empfiehlt sich deswegen der Einsatz eines grafischen Frontends, das Ordnung in das Chaos bringt und oft nützliche Zusatzfunktionen bietet. Wir haben uns mehrere freie Download-Manager näher angesehen.
Probleme
Zwar gibt es Download-Manager für Linux wie Sand am Meer, doch werden viele der Anwendungen schon seit Jahren nicht mehr gepflegt und weiterentwickelt. Andere folgen einem Freemium-Vertriebsmodell: Die proprietäre Anwendung darf man als privater Nutzer zwar kostenlos verwenden, muss dann aber oft zwangsweise eingeblendete Werbung ertragen. Für manche der Freemium-Anwendungen muss man sich auch registrieren, ohne genau zu wissen, was der Anbieter mit den so erlangten Daten anstellt. Wir haben daher nur Applikationen berücksichtigt, die den gängigen Kriterien freier Software entsprechen und die weder lästige Reklame transportieren noch eine Registrierung benötigen.
Nicht berücksichtigt
Neben grafischen Download-Managern gibt es unter Linux auch zahlreiche Kommandozeilenwerkzeuge zum selben Zweck. Sie haben wir ebenso wenig berücksichtigt wie Programme, die deren Entwickler nicht mehr pflegen. Dazu gehören unter anderem uGet [9] (zuletzt 2020 aktualisiert) sowie die seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr überarbeiteten Programme Tucan Manager [10] und Multiget File Downloader [11]. Senior dieser Riege ist das nach wie vor auf Sourceforge.net erhältliche wxDownload Fast [12], dessen letzte Version 0.6.0 auf den Oktober 2009 datiert.
Gabut Download Manager
Der distributionsunabhängige und plattformübergreifend erhältliche Gabut Download Manager [1] stammt aus Indonesien. Die in der Programmiersprache Vala entwickelte Software gibt es als Snap und Flatpak sowie als Paket für das AppCenter von Elementary OS. Nach der Installation finden Sie in der Menüstruktur der Arbeitsumgebung einen entsprechenden Starter, der ein sehr spartanisch wirkendes Programmfenster öffnet. Darin sehen Sie lediglich in der Titelleiste einige Buttons zum schnellen Aufruf von Funktionen und am unteren Rand eine Leiste mit Schaltflächen zur Anzeige statistischer Informationen (Abbildung 1). Im mittleren Fenstersegment erscheinen nach dem Start einzelner Downloads die entsprechenden Anzeigen dazu.
Im ersten Schritt empfiehlt es sich, die Software zu konfigurieren. Dazu klicken Sie oben rechts in der Titelleiste auf den Knopf mit den Zahnradsymbolen. Im sich öffnenden Dialog rufen Sie in einer Reiterstruktur alle nötigen Einstelloptionen auf. Neben der Definition des Zielordners im Reiter Sharing empfiehlt sich vor allem eine Anpassung der Bandbreitennutzung unter Default, um bei langsameren Internet-Zugängen auch noch das parallele Surfen im Internet zu ermöglichen (Abbildung 2). Im selben Reiter legen Sie zudem fest, ob Gabut große Dateien aufteilt und ab welchem Umfang das erfolgt. Geben Sie dazu im Feld Split die Ziffer Null ein, bleiben die Dateien am Stück. Das ist speziell bei ISO-Images und Multimediainhalten sinnvoll.
Nutzung
Gabut integriert sich sehr gut in das jeweilige System und eröffnet verschiedene Optionen, um Daten aus dem Internet herunterzuladen. Kopieren Sie beispielsweise bei geöffnetem Download-Manager eine vollständige Download-URL vom Webbrowser in die Zwischenablage, erkennt die Software das und öffnet automatisch ein Fenster mit bereits eingetragenem Download-Verweis. So können Sie durch einen Klick auf Download das Herunterladen unmittelbar starten oder den Auftrag durch einen Klick auf Download Later in eine Warteschlange transferieren (Abbildung 3).
Der Dialog schließt sich dann, und im primären Programmfenster finden Sie den Auftrag nun gesichert und pausiert. Um einen von mehreren anstehenden Downloads zu aktivieren, klicken Sie rechts neben dem entsprechenden Listeneintrag auf Pause. Der Download startet sofort, wobei Gabut für alle aktiven Vorgänge jeweils die Geschwindigkeit, den Fortschritt und die Restdauer des Vorgangs anzeigt (Abbildung 4). Diese Anzeige erhalten Sie auch nach einem Klick auf den Button Downloading unten im Programmfenster.
Klicken Sie bei einem oder mehreren der Listeneinträge erneut ganz rechts auf Play, pausiert der Download-Manager die Verarbeitung des Eintrags. Der erscheint nun in der Liste Paused, die Sie mit einem Klick auf den gleichnamigen Button am unteren Bildschirmrand einsehen können. In der Listenansicht All taucht er bis zum Beenden des Programms auf, jedoch nicht mehr in der Liste Downloading. Ein Klick auf das Besensymbol entfernt den Eintrag aus der Liste und den nicht beendeten Download aus dem Dateisystem.
Treten während des Herunterladens Fehler auf, markiert Gabut den entsprechenden Eintrag mit einem roten Ausrufezeichen. Außerdem finden Sie den Vorgang in der Liste Error.
Torrents
Gabut Download Manager kann direkte Downloads parallel zum Down- und Upload von Torrents ausführen. Um einen simultanen Up- und Download mithilfe von Torrent-Peers zu starten, laden Sie zunächst von der Webseite die dazugehörige Metadatei herunter und öffnen sie im Download-Manager. Dazu klicken Sie in der Titelleiste oben links auf den Button mit dem Dateiordnersymbol. Im nun eingeblendeten Dialog wählen Sie die Torrent- oder Metalink-Datei aus und öffnen sie. Nach kurzer Zeit erscheint ein weiteres Statusfenster mit Informationen zum Torrent-Download. Darin sehen Sie die Transferraten, den Umfang der heruntergeladenen Inhalte, die Zahl der Verbindungen und die Restzeit bis zum Abschluss des vollständigen Downloads. Im Reiter Files dieses Fensters beobachten Sie zudem den Fortschritt beim Herunterladen der Dateien (Abbildung 5), im Reiter Speed Limiter können Sie die Up- und Download-Geschwindigkeit beschränken. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn mehrere simultane Downloads die gesamte Bandbreite belegen, Sie aber nebenher den Webbrowser nutzen möchten.
Im Hauptfenster der Anwendung erscheinen Torrent-Verbindungen genauso wie herkömmliche Downloads. Lediglich ein blaues Ordnersymbol vor einem Eintrag weist auf einen Torrent-Download hin.
KGet
Der Download-Manager KGet stammt aus dem Fundus der KDE-Plasma-Arbeitsumgebung [2]. Die Software findet sich in den Repos aller gängigen Distributionen und ist darüber hinaus für einige BSD-Derivate erhältlich.
KGet öffnet nach der Installation eine eingängig zu bedienende Oberfläche, die allerdings nur die wichtigsten Grundfunktionen eines Download-Managers anbietet. So können Sie HTTP(S)- und FTP-Quellen integrieren, Downloads pausieren und abgebrochene Vorgänge erneut aufnehmen.
In einem separaten Steuerbereich definieren, starten oder pausieren Sie Downloads. Außerdem finden sich in der Schalterleiste zwei Buttons zum Entfernen von ausgewählten Inhalten oder allen abgeschlossenen Downloads. Darunter zeigt KGet die Downloads tabellarisch an, wobei es für jeden Vorgang neben der Dateigröße auch die Geschwindigkeit und die noch einzuplanende Restzeit für das Herunterladen präsentiert (Abbildung 6).
Bedienung
Um einen Download anzustoßen, klicken Sie oben links in der Schalterleiste auf Neuer Download. Im folgenden Dialog geben Sie zunächst die URL im Feld Adresse an und ergänzen darunter das Zielverzeichnis, falls es von den Systemvorgaben abweicht. Nach einem anschließenden Klick auf OK schließt sich der Dialog, und der neue Download erscheint im primären Fenster. Durch einen Klick auf eines der Steuersymbole oben in der Schalterleiste modifizieren Sie den markierten Listeneintrag. Beispielsweise können Sie einzelne Downloads jederzeit pausieren, um so die belegte Bandbreite zu reduzieren.
Einstellungssache
Zur Konfiguration von KGet nutzen Sie das im System-Tray der Arbeitsumgebung angelegte Symbol der Anwendung. Ein Rechtsklick darauf öffnet ein Kontextmenü, in dem Sie den Einstellungsdialog durch einen Klick auf den Eintrag KGet einrichten aufrufen. Der optisch an den KDE-Konventionen orientierte Dialog gestattet nicht nur das Modifizieren der Anwendungsoptik, sondern ermöglicht auch das Anpassen wichtiger Einstellungen. So passen Sie in der Gruppe Netzwerk die Anzahl der simultan auszuführenden Downloads sowie die maximale Up- und Download-Geschwindigkeit an (Abbildung 7).
Mithilfe der Optionen Alle starten und Alle anhalten im Kontextmenü des System-Trays aktivieren oder pausieren Sie global alle Aufträge. Voreingestellt arbeitet KGet allerdings nur zwei Aufträge parallel ab. Befinden sich weitere Aufträge in der Liste, bleiben sie zunächst inaktiv, bis ein anderer Download beendet ist. Insbesondere bei schnellen Internet-Zugängen und vielen Aufträgen kann dieses Verhalten lästig werden.
Neben herkömmlichen Download-Aufträgen beherrscht KGet auch den Umgang mit Bittorrent-Daten. Dazu laden Sie einfach im Webbrowser die entsprechende Steuerdatei herunter und ziehen sie anschließend mit der Maus in das Programmfenster von KGet. Das öffnet daraufhin den Download-Dialog, in dem Sie den Start lediglich bestätigen müssen. Bittorrent-Downloads laufen dabei problemlos neben konventionellen Aufträgen ab.
Um genauere Informationen zu einzelnen Aufträgen zu erhalten, klicken Sie im Hauptfenster des Programms mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Listeneintrag. Aus dem Kontextmenü rufen Sie dann die Option Details anzeigen auf. In der Listenansicht zeigt KGet nun unterhalb des betreffenden Eintrags in einem blau eingefärbten Bereich die Details zum jeweiligen Download an. Hier finden Sie Details wie die Dateinamen, Pfade, die Download-Geschwindigkeit und – bei Bittorrent-Aufträgen – Informationen zu den Seedern und Leechern (Abbildung 8).
Motrix
Motrix ist ein noch recht junges freies Projekt [3]. Der Download-Manager beherrscht neben den Protokollen HTTP und FTP auch Bittorrent-Downloads und verfügt über ein modern wirkendes Interface. Bislang führen nur wenige Distributionen das Werkzeug in ihren Paketquellen, Sie können Motrix jedoch als Flatpak oder über die Webseite des Projekts als Appimage, RPM- und DEB-Paket beziehen [4]. Auch für ARM-basierte Systeme gibt es ein passendes Binary.
Bedienung
Nach dem Start der Anwendung öffnet sich das modern gestaltete Programmfenster mit drei Bereichen. In einer dunkel eingefärbten Steuerleiste auf der linken Seite finden Sie die wichtigsten Bedienelemente, daneben erscheinen die nach ihrem Status sortierten Aufgaben. Das größte Fenstersegment ganz rechts nehmen die tabellarisch untereinander angeordneten Download-Listen ein.
Klicken Sie zunächst links unten auf den Button mit den drei Schiebereglersymbolen, um einige Einstellungen zur Konfiguration des Programms vorzunehmen. Rechts öffnet sich nun ein Konfigurationsdialog, der sich in die drei Kategorien Standard, Erweitert und Experimentell unterteilt.
Unter Standard modifizieren Sie das Erscheinungsbild der Anwendung, den Zielpfad, die verwendete Sprache sowie Einstellungen zur Bandbreite. Darüber hinaus legen Sie hier fest, wie viele Aufträge Motrix simultan abarbeitet. Abschließend sichern Sie alle Modifikationen durch einen Klick auf Speichern**&**übernehmen. Über die Option Erweitert in der zweiten Spalte von links öffnen Sie einen weiteren Dialog, in dem Sie die automatische Update-Funktion aktivieren können sowie einige Server-Einstellungen vornehmen. Der Dialog Experimentell erlaubt, einige Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox zu beziehen.
Um einen neuen Download-Auftrag anzulegen, klicken Sie in der Steuerleiste ganz links auf das Plussymbol. In einem kleinen Dialog tragen Sie nun die Download-URL ein und ergänzen optional einen abweichenden Dateinamen sowie die Anzahl der Teile, in die Motrix die Zieldatei aufteilen soll. Auch den Zielordner können Sie hier modifizieren (Abbildung 9). Ein Klick auf Übernehmen befördert den Auftrag in die Liste im Hauptfenster und startet das Herunterladen.

Abbildung 9: Das Anlegen eines neuen Download-Auftrags ist in Motrix etwas unkonventionell geregelt.
Möchten Sie mit Motrix einen Bittorrent-Download starten, dann wählen Sie nach dem Klick auf das Plussymbol im Hauptfenster im Einstellungsdialog den Reiter Torrent. Dann ziehen die zuvor im Webbrowser heruntergeladene Steuerdatei in den entsprechend gekennzeichneten Bereich des Fensters. Bei Bedarf passen Sie noch die Zahl der Splits und den Zielordner an und starten den Auftrag dann mit einem Klick auf Übernehmen. Die Software übernimmt den Auftrag nun in die Liste im Hauptfenster und startet ihn. Torrents und konventionelle Downloads lassen sich simultan ausführen (Abbildung 10).
Zu jedem Listeneintrag im primären Fenster gibt es rechts oben eine kleine Steuerleiste, mit der Sie den jeweiligen Auftrag pausieren oder entfernen. Außerdem können Sie sich durch einen Klick auf das Ordnersymbol die Inhalte des Downloads anzeigen lassen. Um die jeweilige URL oder den Bittorrent-Magnet-Link in die Zwischenablage zu kopieren, klicken Sie auf das Kettensymbol. Während des Herunterladens zeigt Motrix zu jedem Auftrag einen Fortschrittsbalken, die Übertragungsraten sowie die noch verbleibende Zeit an. Ganz unten rechts im Fenster erscheint ein Tachosymbol, das Auskunft über die maximale Bandbreite gibt.
Detaillierte Informationen zum jeweiligen Auftrag erhalten Sie nach einem Klick auf das Info-Symbol ganz rechts im Listeneintrag. Neben allgemeinen statistischen Daten gibt es hier auch eine ansprechend gestaltete Übersicht, die Sie mit einem Klick auf das Kachelsymbol erreichen (Abbildung 11).
Um alle aufgeführten Aufträge zu pausieren oder fortzusetzen, nutzen Sie die Schaltflächen rechts oberhalb der Auftragsliste. Pausierte Aufträge übernimmt Motrix in die Anzeige Warteschlange und entfernt sie nach dem Fortsetzen wieder daraus.
Persepolis Download Manager
Der Persepolis Download Manager setzt auf Aria2 auf, einem universellen Download-Manager für die Kommandozeile [5]. Er kann Dateien per HTTP und FTP herunterladen, Bittorrent beherrscht er nicht. Das grafische Programm findet sich in den Paketquellen vieler Distributionen. Darüber hinaus können Sie die plattformübergreifend erhältliche Software auch durch Einbinden des Projekt-Repos in Ihr Ubuntu- oder Debian-basiertes System beziehen. Die Projektseite hält Installationsanleitungen für zahlreiche Linux-Derivate bereit.
Die Anwendung öffnet nach der Installation ein optisch sehr schlicht gehaltenes Fenster. Es umfasst neben einem großen Listenbereich lediglich eine Steuerleiste am oberen Fensterrand sowie eine Kategorienliste links (Abbildung 12). Ähnlich ungewöhnlich gestaltet sich die Bedienerführung. So können Sie nach dem ersten Start keinerlei Konfiguration vornehmen, das in der Steuerleiste dafür vorgesehene Zahnradsymbol bleibt zunächst ausgegraut. Zunächst müssen Sie durch einen Klick auf das Plussymbol einen Download-Auftrag erfassen. Im sich nun öffnenden Dialog tragen Sie einen Download-Link ein und ändern bei Bedarf den Dateinamen dafür.
Persepolis kennt außerdem zwei Betriebsmodi, die Sie in diesem Fenster auswählen können: Neben dem Modus Single Downloads für unmittelbare Downloads gibt es den Modus Scheduled Downloads für zeitgesteuerte Aufträge. Für Einstellungen wie eine Bandbreitenbeschränkung oder die Modifikation des Zielpfads klicken Sie auf den Link Show more options. Haben Sie die Kategorie Scheduled Downloads gewählt, klappt nach Übernahme des neuen Auftrags in das Hauptfenster in dessen vertikaler Kategorienleiste unten links ein kleiner Dialog auf, in dem Sie Start- und Endzeit angeben.
Um Änderungen an der Konfiguration eines Download-Auftrags vorzunehmen, markieren Sie den fraglichen Eintrag per Rechtsklick und wählen aus dem Kontextmenü die Option Properties aus. Stattdessen können Sie nach dem Markieren des Eintrags auch durch einen Klick auf das Zahnradsymbol in der Steuerleiste den Einstellungsdialog aufrufen. Er gestattet alle relevanten Modifikationen an den Einstellungen. Stellen sie dabei jedoch die Kategorie eines Auftrags auf Single Download um, beginnt das Herunterladen der Inhalte nach Übernahme der neuen Konfiguration nicht automatisch: Sie müssen den Auftrag explizit mit einem Klick auf das Start-Symbol in der Steuerleiste aktivieren.
Ein von vorneherein als Single Download gekennzeichneter Auftrag startet stattdessen sofort nach der Übernahme. Im Hauptfenster reiht er sich dann rechts in die Download-Liste ein, und Persepolis zeigt die üblichen statistischen Daten dazu an. In einem gesonderten Fenster können Sie zudem nahezu in Echtzeit die aktuellen Informationen zum ablaufenden Download nachvollziehen (Abbildung 13). An dieser Stelle lassen sich auch unvollständige Downloads beenden oder pausieren. Für jeden neuen Auftrag öffnet Persepolis ein eigenes Info-Fenster, sodass bei zahlreichen simultan ausgeführten Downloads schnell die Übersicht verloren geht.

Abbildung 13: Auch im Persepolis Download Manager können Sie jeden Auftrag detailliert nachvollziehen.
Um das Info-Fenster mit den Echtzeitinformationen zu einem Auftrag anzuzeigen, klicken Sie im Programmfenster auf den Schalter mit dem Fenstersymbol.
Inkonsistenzen
Insbesondere bei der Steuerung mehrerer simultan ablaufender Aufträge zeigt Persepolis noch Inkonsistenzen.
Mithilfe des Hamburger-Menüs oben links in der Schalterleiste steuern Sie die Oberfläche und die Aufträge. Um alle aktivierten Downloads zu pausieren, nutzen Sie den Menüpunkt Download | Stop all active downloads. Im Test stoppte die Anwendung dann jedoch nur solche Downloads, die wir mithilfe eines direkten Links über das HTTP-Protokoll angestoßen hatten. Per FTP erfolgende Downloads erschienen in der Liste weiter als downloading. Erst das erneute Markieren der FTP-Downloads und die wiederholte Auswahl der Pausenfunktion stoppte auch diese Aufträge.
Um wirklich alle aktiven Aufträge unabhängig vom verwendeten Protokoll temporär zu deaktivieren, müssen Sie im System-Tray mit der rechten Maustaste auf das rote Symbol des Download-Managers klicken und im sich öffnenden Kontextmenü die Option Stop all active downloads auswählen. Nur dann ändert Persepolis zuverlässig den aktuellen Status aller Aufträge im Programmfenster und blendet für einige Sekunden entsprechende Meldungen ein.
Die Funktion Resume Download aus dem Untermenü Download des Hamburger-Menüs entfaltet ihre Wirkung sogar nur auf den ersten markierten Auftrag, während alle weiteren per einfachem Mausklick markierten Aufträge unberührt bleiben. Sie müssen sie alle einzeln erneut per Rechtsklick und Auswahl der Option Resume Download aktivieren.
Einstellungen
Um die Software optisch anzupassen, öffnen Sie via Hamburger-Menü die Option Edit | Preferences. Daraufhin gestattet ein Dialog das detaillierte Anpassen des Erscheinungsbilds der Anwendung. Hier definieren Sie beispielsweise die im Listensegment des Programmfensters angezeigten Spalten und modifizieren die Zielpfade. Eine Lokalisierung der Software erlaubt der Dialog jedoch nicht (Abbildung 14).

Abbildung 14: Im Konfigurationsdialog des Persepolis Download Managers fehlt eine Option zur Lokalisierung.
Logs
In seiner Log-Datei protokolliert der Persepolis Download Manager alle manuell ausgeführten Arbeitsschritte sowie die aufgetretenen Fehler. Sie erreichen das Protokoll über den Eintrag Help | Show log file im Hamburger-Menü. Die dort aufgeführten Ausrutscher des Programms können Sie per Knopfdruck direkt an die Entwickler melden und so zur Fehlerbehebung und Verbesserung der Anwendung beitragen (Abbildung 15).

Abbildung 15: Inkonsistenzen in Persepolis Download Manager lokalisieren Sie mithilfe einer Log-Datei.
Xtreme Download Manager
Der plattformübergreifend verfügbare Xtreme Download Manager [6] richtet sich primär an Nutzer, die sehr viele Inhalte aus dem Internet beziehen und deshalb nicht nur hohe Geschwindigkeiten benötigen, sondern auch zusätzliche Funktionen, um beispielsweise unterbrochene Downloads nahtlos fortzusetzen. Die Software harmoniert außerdem mit den gängigen Webbrowsern und kann deren Download-Routinen ersetzen.
Das Projekt bietet seine Software als distributionsunabhängig installierbaren Tarball zum Download an [7]. Das TAR.XZ-Paket der aktuell stabilen Version 7.2.11 hat gut 50 MByte Umfang. Sie entpacken das Archiv in ein beliebiges Verzeichnis und rufen anschließend mittels »sudo ./install.sh« den Installer auf. Die Routine integriert das Programm in Ihre Desktop-Umgebung, sodass Sie dort anschließend einen Starter vorfinden. Die aktuellere, bislang noch als Beta deklarierte Version 8.0.29 gibt es als DEB- und RPM-Paket sowie in einer Variante für Arch-Linux-basierte Distributionen [8].
Nutzung
Nach dem Start öffnet die stabile Variante des Programms ein kompaktes, modern gestaltetes Programmfenster, in dem beim ersten Aufruf ein Hinweis zur Installation eines Browser-Addons erscheint. Diese für verschiedene gängige Webbrowser verfügbare Erweiterung integrieren Sie durch einen Klick auf die Schaltfläche Install addon unterhalb des jeweiligen Browser-Namens in Ihr System (Abbildung 16).
Das Addon benötigt der Download-Manager für das Monitoring des Webbrowsers. Er erkennt darüber automatisch, wenn Inhalte aus dem Internet heruntergeladen werden sollen. Nach dem Einbinden des Addons öffnet der Download-Manager sofort ein kleines Fenster New Download mit den benötigten Einstellungen für das Herunterladen von Inhalten, sobald Sie auf einer Webseite einen Download-Link anklicken. Soll der Download sofort starten, klicken Sie auf Download Now unten in Fenstermitte. Die Anwendung öffnet nun ein kleines Informationsfenster mit statistischen Angaben zum laufenden Auftrag. Darin können Sie den Download bei Bedarf pausieren. Das eigentliche Programmfenster zeigt rechts in einem großen Segment die laufenden Aufträge inklusive ihres jeweiligen Status an (Abbildung 17).
In den Reitern Incomplete und Complete oberhalb der Auftragsliste zeigt Xtreme Download Manager die unvollständigen beziehungsweise abgeschlossenen Aufträge an. Auf diese Weise behalten Sie selbst bei sehr vielen Aufträgen stets den Überblick.
Links neben dem Listenbereich finden Sie mehrere Kategorien, in denen sich die heruntergeladenen Dateien ablegen lassen. Beim Anlegen eines neuen Download-Auftrags wählen Sie eine der Zielkategorien aus, indem Sie im Feld File rechts auf das kleine Dreieck klicken und aus der sich öffnenden Liste den gewünschten Zielpfad auswählen.
In der Titelleiste befinden sich vier weitere Menüs. Dabei eröffnen File, Downloads und Tools einige zusätzliche Steuermöglichkeiten. So ordnen Sie im Menü Downloads | Queue and scheduler Aufträge verschiedene Warteschlangen zu, die der Download-Manager dann zeitgesteuert abarbeitet. Dabei können Sie nicht nur Uhrzeiten für das Abarbeiten der Warteschlangen angeben, sondern auch Terminaufträge täglich wiederholen lassen.
Multimediales
Besondere Aufmerksamkeit widmet der Xtreme Download Manager Multimediainhalten. Videos lassen sich von allen gängigen Plattformen herunterladen, meist sogar in definierter Qualität. Sobald Sie ein Video betrachten, blendet Xtreme Download Manager rechts unten im Bildschirm den Hinweisbalken Download Video ein. Ein Klick darauf öffnet ein Menü mit den verfügbaren Dateiformaten und Dateigrößen für das Herunterladen.
Ein Linksklick auf einen der Einträge führt in einen Download-Dialog, der im Feld File bereits den passenden Eintrag für die gewünschte Videodatei vorhält. Nach einem Klick auf das Ordnersymbol rechts legen Sie den Zielpfad für die Videodatei fest. Das Auswahlfeld Convert to darunter gestattet es, den Clip in ein anderes Format zu konvertieren (Abbildung 18). Passen alle Einstellungen, starten Sie das Herunterladen über die Schaltfläche Download Now unten mittig im Fenster. Die Anwendung zeigt den Verlauf des Downloads in einem gesonderten Fenster an.

Abbildung 18: Für Videodateien hält der Xtreme Download Manager eigene Konfigurationsdialoge bereit.
Nach Abschluss des Vorgangs zeigt der Xtreme Download Manager den Dateinamen und Speicherpfad an. Sie haben nun die Möglichkeit, entweder das Video durch einen Klick auf den Open abzuspielen oder den Zielordner mit einem Klick auf Open Folder zu öffnen.
Da die heruntergeladenen Videos auch im Hauptfenster des Download-Managers erscheinen, können Sie mit einem Rechtsklick auf die gewünschte Datei und anschließender Auswahl der Option Convert das Video nachträglich noch in ein anderes Format konvertieren. Dazu offeriert die Software nach einem Klick auf das vorhandene Dateiformat einen Einstelldialog, in dem Sie das Zielformat auswählen. Zusätzlich lassen sich Parameter wie die Frame-Rate, der verwendete Codec und dessen Qualität sowie die Sample-Rate und das Seitenverhältnis anpassen (Abbildung 19).
Nach einem Klick auf OK und einem weiteren im Konvertierungsfenster auf den Schalter Convert unten rechts wird die Ausgangsdatei in das Zielformat umgewandelt.
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Gabut Download Manager |
KGet |
Motrix |
Persepolis Download Manager |
Xtreme Download Manager |
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Lizenz |
LGPLv2.1 |
GPLv2 |
MIT |
GPLv3 |
GPLv2 |
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plattformübergreifend |
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Anpassung Bandbreite |
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Anpassung simultaner Downloads |
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Dateien splitten |
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zeitgesteuerte Downloads |
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Unterstützung HTTP(S)/FTP |
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Unterstützung Bittorrent |
+ |
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Unterstützung für Video-Downloads (Streaming) |
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+ |
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Videokonverter integriert |
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— |
+ |
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Pausieren von Downloads |
+ |
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Wiederaufnahme abgebrochener Downloads |
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Download-Kategorien wählbar |
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eingeschränkt |
+ |
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Log-Dateien |
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Schnellfunktion über System-Tray |
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+ |
+ |
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Fazit
Unter Linux gibt es eine stattliche Anzahl freier Download-Manager, die sich funktional keineswegs vor ihren proprietären Konkurrenten für andere Betriebssysteme verstecken müssen. Dabei decken die Programme das gesamte Anwendungsspektrum ab.
KGet aus dem Fundus des KDE-Plasma-Desktops eignet sich eher für anspruchslose Anwender, die lediglich mehrere parallele Downloads abwickeln möchten, ohne Sonderfunktionen in Anspruch zu nehmen. Der Gabut Download Manager richtet sich an anspruchsvollere Nutzer, die Wert auf eine moderne Oberfläche mit intuitiver Bedienung legen. Motrix liefert ähnlich wie KGet lediglich Grundfunktionen, bietet jedoch eine sehr moderne Oberfläche.
Der optisch etwas rustikal wirkende Persepolis Download Manager erfüllt seine Aufgaben ebenfalls zuverlässig und gibt einen sehr guten Überblick über die abzuarbeitenden Aufträge. Der Xtreme Download Manager verwöhnt Power-User mit vielen Multimedia-Sonderfunktionen, die eine entsprechende Browser-Erweiterung und sogar ein Konverterprogramm überflüssig machen.
Vor der Installation eines Download-Managers sollten Sie sich also darüber schlüssig werden, welche Funktionen Sie wirklich benötigen. (jlu)
Infos
- Gabut Download Manager: https://github.com/gabutakut/gabutdm
- KGet: https://apps.kde.org/en-gb/kget/
- Motrix: https://motrix.app
- Motrix herunterladen: https://motrix.app/download
- Persepolis Download Manager: https://persepolisdm.github.io
- Xtreme Download Manager: https://xtremedownloadmanager.com
- Xtreme Download Manager herunterladen: https://xtremedownloadmanager.com/#downloads
- Xtreme Download Manager (Beta-Version): https://github.com/subhra74/xdm/releases/tag/8.0.29
- uGet: https://ugetdm.com
- Tucan Manager (archivierte Website): http://web.archive.org/web/20140823143109/http://tucaneando.com/
- Multiget: https://multiget.sourceforge.net
- wxDownload Fast: https://sourceforge.net/projects/dfast




















