IP-Adressen checken mit Addr 0.0.3, schlanker Dateimanager Clifm 1.13, HTTP-Client Hurl 4.0.0, Zeitstempel Logtimer 1.0.3, FTP-Server Proftpd 1.3.8, Task-Scheduler Rust-parallel 1.6.2.
Addr 0.0.3
Informationen zu IP-Adressen ermitteln
Quelle: https://github.com/thatmattlove/addr
Lizenz: BSD
Alternative: Whois
Oft findet man in den Log-Dateien von Servern öffentliche IP-Adressen, die durch seltsame Aktionen auffallen. Das Go-basierte Addr verrät mehr über die entsprechenden Hosts. Sie müssen es nicht selbst kompilieren, sondern können auf eines der Binärpakete von Github zurückgreifen. Um Informationen über eine Adresse zu erhalten, übergeben Sie sie beim Aufruf als Parameter. Dabei akzeptiert Addr auch eine Liste von IP-Adressen oder ganze IP-Bereiche, egal, ob IPv4 oder IPv6. Mit FQDNs kommt es dagegen nicht zurecht. Für jede Adresse oder jeden Adressbereich ermittelt das Tool den zugehörigen Netzbereich samt Netzmaske, bei einzelnen Adressen auch den FQDN zur IP, außerdem den zugehörigen Provider und den jeweiligen Registrar. Für DNS-Abfragen greift Addr auf den DNS-Dienst von Cloudflare zurück. Zu jedem Provider ermittelt Addr auch die AS-Nummer. Rufen Sie es mit dem Unterbefehl »asn« auf, erwartet es die AS-Nummer eines Providers als Parameter und ermittelt dessen Namen. Das Werkzeug liefert eine strukturierte und gut lesbare Ausgabe. Probleme machen lediglich IP-Adressen, für die zu viele Namen hinterlegt sind. So vereint eine bestimmte IP-Adresse der RWTH Aachen über 880 DNS-Einträge auf sich. In solchen Fällen quittiert der DNS-Reverse-Lookup-Check von Addr den Dienst.
Abgesehen von Sonderfällen arbeitet Addr zuverlässig und schnell. Es lohnt sich, das relativ junge Projekt im Auge zu behalten.
Clifm 1.13
Schlanker Dateimanager
Quelle: https://github.com/leo-arch/clifm
Lizenz: GPLv2
Alternative: Nnn
Wer bei der Dateiverwaltung auf der Konsole nicht auf Komfort verzichten möchte, greift zu Clifm. Das flinke, ressourcenschonende Werkzeug weist kaum Abhängigkeiten auf und verzichtet sogar auf die Ncurses-Bibliotheken. Für die x86_64-Plattform gibt es ein Binärpaket, ansonsten müssen Sie Clifm selbst kompilieren. Ohne Parameter aufgerufen, zeigt das Tool den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses, in dem es alle Einträge durchnummeriert. Durch Eingabe der jeweiligen Nummer gelangen Sie dann in einen Ordner oder öffnen eine Datei. Die Steuerung erfolgt komplett über Tastenkürzel, eine Übersicht dazu erhalten Sie mit [Umschalt]+[ß] oder dem Aufrufparameter »-h«. Clifm bietet außerdem eine Kommandozeile samt eigener History und versteht viele gängige Befehle wie »cd«, »pwd« oder »history«. Die Funktion »mp« gibt eine Übersicht aller Mountpoints aus, mit »st« lässt sich die Sortierung der Ausgabe anpassen. Über eine Auswahlfunktion markieren Sie mehrere Dateien zum Bearbeiten. Damit Sie die Ausgabe in Ruhe betrachten können, bringt das Tool einen eigenen Pager mit, den Sie bei Bedarf mit dem Befehl »pg on« aktivieren. Seine Konfiguration verwaltet Clifm im Verzeichnis »$HOME/.config/clifm«. Hier speichert es Lesezeichen, Befehlsverlauf, MIME-Konfiguration und alle Einstellungen als Textdatei.
. Clifm ist ein Konsolen-Dateimanager mit opulentem Funktionsumfang.
Hurl 4.0.0
Konsolen-Client für HTTP-Requests
Quelle: https://github.com/Orange-OpenSource/hurl
Lizenz: Apache 2.0
Alternative: Curl
Wer Webserver oder Webapplikationen entwickelt oder einfach nur aufsetzt, will sie in der Regel auch testen. Standardisierte Tests haben den Vorteil, dass sie reproduzierbare Ergebnisse liefern und man sofort erkennt, ob Änderungen etwas bewirkt haben. Mit dem Rust-basierten Kommandozeilenwerkzeug Hurl setzen Sie reproduzierbare HTTP-Requests ab. Das Tool fehlt in den meisten Distributionen, doch auf Github gibt es fertige Binärpakete. Um einen HTTP-Request an eine Seite abzusetzen, übergeben Sie Hurl die Request-Parameter als Eingabedatei. Neben der zu prüfenden URL können Sie weitere Daten wie »User-Agent«, »Connection« oder »Accept-Encoding«mitgeben. Auch Query-Parameter oder mehrteilige Formulare lassen sich senden. Eine Anleitung und entsprechenden Beispiele finden Sie auf der Github- und der Projektseite des Tools. Über Aufrufparameter nehmen Sie bei Bedarf weitere Einstellungen vor. So geben Sie beispielsweise mit »-x« einen Proxy-Server an oder deaktivieren mit »–no-color« die farbliche Aufbereitung der Ausgabe. Die Anzahl der Verbindungsversuche begrenzen Sie mit »–retry«. Der Parameter »–report-html« liefert einen HTML-Bericht als Ausgabe. Neben der Standardausgabe auf der Konsole beherrscht Hurl auch das Umleiten in eine Datei sowie die Ausgabe im JSON-Format.
Hurl bietet eine Vielzahl an Testmöglichkeiten. Die Einarbeitungskurve ist steil, aber der Aufwand lohnt.
Logtimer 1.0.3
Ausgaben mit Zeitstempel versehen
Quelle: https://github.com/Eun/logtimer
Lizenz: MIT
Alternative: keine
Tragen schmallippige Tools keinen Zeitstempel in ihre Logs ein oder möchten Sie eigene Skripte um ein Logging samt Zeitstempel erweitern, ist Logtimer das Werkzeug der Wahl. In den gängigen Distributionen fehlt es, Sie greifen deshalb auf eines der Binärpakete bei Github zurück. Die Konfiguration erfolgt über Aufrufparameter, eine Konfigurationsdatei unterstützt Logtimer nicht. Sie binden das Tool via Pipe an die jeweilige Anwendung an. Auf diese Weise versehen Sie etwa die Ausgabe von GNU Ping mit einem Zeitstempel, wie ein Beispiel auf der Github-Seite zeigt. Neben den dortigen Exempeln steht mit »-h« eine rudimentäre Online-Hilfe zur Verfügung. Standardmäßig fügt Logtimer dem Protokoll nur die aktuelle Uhrzeit hinzu. Mit »-f« passen Sie das Zeitformat nach ihrem Gusto an, wozu es eine Vielzahl an Parametern gibt, die sich in der Online-Hilfe nachlesen lassen. Mit »-r« nehmen Sie eine relative Zeitmessung vor: Logtimer beginnt bei null und zählt die Sekunden einfach weiter. So sehen die Zeit der Einträge in Relation zum Programmstart, was die Analyse reproduzierbarer Fehler erleichtert. Damit ist der Funktionsumfang des kleinen Tools bereits erschöpft.
Seine Kernkompetenz, Ausgaben mit Zeitstempeln zu versehen, erfüllt Logtimer anstandslos. Die Github-Seite des Tools stellt Binärpakete für alle wichtigen Betriebssysteme bereit. Die Dokumentation könnte etwas nutzerfreundlicher sein.
Proftpd 1.3.8
Moderner FTP-Server
Quelle: https://github.com/proftpd/proftpd
Lizenz: GPLv2.0
Alternative: Ftpd
Früher waren FTP-Server das Mittel der Wahl, um Dateien auszutauschen oder bereitzustellen. Heute gelten sie als altbacken. Möchten Sie dennoch einen FTP-Server aufsetzen, nutzen Sie am besten das bewährte Proftpd. Viele Distributionen enthalten ältere Versionen, aber auch das aktuelle Release findet sich bereits in einigen Linux-Derivaten. Proftpd basiert nicht auf dem historischen BSD-Ftpd, sondern ist eine Eigenentwicklung, bei der Konfigurierbarkeit und Sicherheit im Fokus stehen. So unterstützt der Server verschiedene Authentifikationsmethoden wie PAM und LDAP sowie eine Benutzerverwaltung mittels einer SQL-basierten Datenbank. Das Ausführen externer Programme gestattet er nicht und erzeugt Datei- und Verzeichnislisten intern. Proftpd erwartet seine Konfigurationsdatei im Verzeichnis »etc/«, stattdessen können Sie mit »-c« auch beim Aufruf eine Datei angeben. Das Quellarchiv enthält mehrere Beispiele als Grundlage für eigene Konfigurationen. So passen Sie beispielsweise den Standard-Port an oder aktivieren den IPv6-Support. Die Anzahl der maximalen Clients lässt sich ebenso ändern wie das Benutzerkonto für den Server. Ähnlich wie beim Webserver Apache passen Sie über Module verschiedene Funktionen wie Logging, Sprache oder Memcache an. Die Projektseite des Tools bietet dazu zahlreiche Anleitungen.
Proftpd bietet eine moderne, verlässliche Implementation eines betagten Protokolls.
Rust-parallel 1.6.2
Programme parallel ausführen
Quelle: https://github.com/aaronriekenberg/rust-parallel
Lizenz: Apache 2.0
Alternative: Parallel
Moderne CPUs haben heute wenigstens vier Cores, sodass Programme rechenintensive Aufgaben parallelisieren können. Unterstützt eine Software das nicht oder möchten Sie Parallelverarbeitung in eigene Skripte integrieren, hilft Rust-parallel weiter. Binärpakete des Tools finden Sie bei Github. Sie übergeben ihm beim Aufruf das zu parallelisierende Programm samt Parametern. Standardmäßig startet es acht Jobs, mit der Option »-j« passen Sie die Anzahl an die der Prozessorkerne an. Die Zahl der Ein-/Ausgabe-Kanäle geben Sie mit »–channel-capacity« vor, idealerweise passend zum Job-Parameter. Sollen mehrere Programme parallel laufen, übergeben Sie diese mit »-i« als Eingabedatei. Die Ausgabe der ausgeführten Software schreibt Rust-parallel in die Konsole. Das lässt sich mit »-d« deaktivieren. Dabei können Sie wählen, ob Sie nur Fehlermeldungen, die eigentliche Ausgabe oder sämtliche Meldungen unterdrücken möchten. Mit »-p« aktivieren Sie bei Bedarf einen Fortschrittsbalken. Auf der Github-Seite des Projekts finden Sie eine Übersicht aller Aufrufparameter sowie einen Link zu ausführlichen Anwendungsbeispielen.
Die Projektseite verweist auf einen Benchmark-Vergleich mit ähnlichen Tools, laut dem Rust-parallel Geschwindigkeitsvorteile gegenüber der Konkurrenz aufweist. Die Entwickler veröffentlichen regelmäßig neue Versionen des Werkzeugs, ein Blick lohnt sich. (Uwe Vollbracht/jlu)











