File-Sharing mit Pingvin Share 0.3.6, Pv 1.6.20 zeigt den Verarbeitungsfortschritt in Pipes, Pword 0.2.15 erzeugt Passwörter, SSH-Tools 1.8pre sorgen für Komfort, Stress-ng 0.15.0 testet Linux-Rechner, Unfurl 0.4.3 extrahiert Infos aus URLs.
Zum schnellen Datenaustausch nutzen viele Anwender Google Drive, Dropbox oder WeTransfer. Möchten Sie lieber selbst eine File-Sharing-Plattform hosten, sollten Sie sich Pingvin Share anschauen. Das Javascript-basierte Tool lässt sich via Docker-Container schnell installieren und erwartet eingehende Verbindungen an Port 3000. Nach dem Verbindungsaufbau gelangen Sie auf die Login-Seite. Der erste angelegte Account erhält automatisch administrative Rechte. Als Admin legen Sie etwa die maximale Dateigröße fest und tragen einen SMTP-Server ein, den Pingvin Share für Benachrichtigungen verwendet. In der Voreinstellung können sich weitere Benutzer selbst registrieren, das Feature lässt sich aber in der Konfiguration deaktivieren.
Sie sollten in jedem Fall in der Konfiguration den Parameter »APP_URL« auf die URL samt Port setzen, unter der Pingvin Share für externe Zugriffe bereitsteht. Sonst setzt das Tool den Link beim Download falsch, und Dateien können nicht heruntergeladen werden. Konten und Konfiguration verwaltet Pingvin Share in einer SQLite-Datenbank, die zusammen mit den übertragenen Dateien im Verzeichnis »data/« des Containers liegt. Für einen anderen Speicherort passen Sie die Datei »docker-compose.yml« vor dem Start entsprechend an. Bei Bedarf setzen Sie Passwörter für die Shares und legen fest, wie lang ein Link gilt.
Pingvin Share befindet sich in einer frühen Entwicklungsphase und kann noch Bugs enthalten.
Pv 1.6.20
Fortschrittsanzeige für Daten in Pipelines
Quelle: https://www.ivarch.com/programs/pv.shtml
Lizenz: Artistic License 2.0
Alternativen: Buffer
Die Möglichkeit, Datenströme über Pipes mit mehreren Anwendungen zu verarbeiten, macht das Arbeiten auf der Shell flexibel. Mit der Visualisierung des Fortschritts hapert es dabei jedoch. Hier schafft der Pipe Viewer Pv Abhilfe. Einige Distributionen bringen das Tool bereits mit; die Quellen der aktuellen Version 1.6.20 gibt es auf der Projekt-Homepage. Die Nutzung ist denkbar einfach: Sie bauen Pv einfach an der gewünschten Stelle in die Weiterleitung ein. Anwendungsbeispiele finden sich in der Manpage. Beim Weiterleiten zählt Pv die Anzahl der durchgereichten Bytes. In der Voreinstellung zeigt es den Fortschritt als Balken an. Zusätzlich blendet es die Anzahl der übertragenden MBytes und die bisher benötigte Zeit ein.
Pv aktualisiert die Anzeige im Sekundentakt, sofern Sie nicht hinter »-i« etwas anderes vorgeben. Der Parameter »-L« begrenzt den Datendurchsatz pro Sekunde und kontrolliert so die Übertragungsgeschwindigkeit. Einen Buffer geben Sie hinter »-B« vor. Beide Parameter interpretieren die Zahl als Bytes. Über »-S« begrenzen Sie zudem die maximal übertragbare Datenmenge, nach der Pv abriegelt. Die Schalter »-W« und »-D« verzögern den Start – ideal, wenn eine Anwendung vor dem Ausführen eine Authentifizierung einfordert.
Pv liefert visuelle Hinweise darauf, wie schnell die Daten eine Pipe durchlaufen, und schätzt sogar, wie lange es noch bis zur Fertigstellung dauern wird.
Pword 0.2.15
Passwörter auf der Kommandozeile erzeugen
Quelle: https://github.com/norwd/pword
Lizenz: Public Domain
Alternativen: Pwgen, Pass
Man tut sich oft schwer damit, starke Passwörter für seine zahlreichen Konten Dienste zu generieren. Doch selbst ein komplexes Kennwort hat wenig Sinn, wenn man es für viele Zugänge nutzt. Wollen Sie nicht ständig selbst neue Passwörter erfinden, greifen Sie zu einem Passwortgenerator wie Pword. Das in Go geschriebene, noch sehr junge Tool fehlt in den meisten Distributions-Repos. Auf Github gibt es fertige Binaries für Linux, Windows und MacOS, Abhängigkeiten zu anderen Applikationen oder Bibliotheken bestehen nicht. Pword zielt darauf ab, möglichst einfach zu merkende Passwörter zu erzeugen. In der aktuellen Version bringt es dazu den Unterbefehl »simple« mit, der ein neues Kennwort auf der Shell ausgibt. In der Voreinstellung ist es 16 Zeichen lang, über »-l« geben Sie selbst eine Länge vor.
Pword nutzt den Zufallsnummerngenerator der Go-Crypto-Standardbibliothek, dessen numerisches Ergebnis »base64« in Text umwandelt und ihn auf die gewünschte Länge begrenzt. :Ob das so erzeugte Passwort wirklich leicht zu merken ist, sei dahingestellt. Mit Ziffern und Sonderzeichen geht Pword jedenfalls eher zurückhaltend um; gelegentlich verirrt sich ein Slash oder Plus in die Zeichenfolge. Bei den im Test erstellten 30 000 Passwörtern mit einer Länge von 16 Zeichen traten immerhin keine Dubletten auf.
Pword wird aktiv weiterentwickelt. Ein Blick in den Quellcode zeigt, dass das Projekt die Implementierung anderer Unterbefehle bereits vorbereitet.
SSH-Tools 1.8pre
Mehr Komfort für SSH
Quelle: https://github.com/vaporup/ssh-tools
Lizenz: GPLv3
Alternativen: keine
Das SSH-Protokoll und die Programme der OpenSSH-Suite sind Allrounder für verschlüsselte Datenübertragungen abseits von HTTPS. Die SSH-Tools machen die Arbeit mit SSH, SCP und SFTP komfortabler. Die Sammlung umfasst mehrere Shell-Skripte, die meisten Distributionen enthalten bereits ein älteres Release. Es lohnt sich allerdings, die in Entwicklung befindliche fehlerbereinigte Version 1.8 aus dem Github-Repository zu klonen. Sie korrigiert unter Debian einen Bug in »ssh-ping« und entfernt außerdem den Parameter »HashKnownHosts=no«.
Daneben hat sie mit »ssh-last« auch ein neues Werkzeug im Sortiment, das wie »last« für SSH-Sitzungen funktioniert. Es bietet eine Übersicht über alle vom Zielsystem aufgebauten SSH-Verbindungen. Dazu nutzt es in der Voreinstellung das Systemd-Programm »journalctl«. Bei Bedarf sorgt der Parameter »-l« dafür, dass Ssh-last stattdessen die Logfiles des Systems auswertet, was unter Umständen schneller geht. Wie gewohnt stehen daneben die Tools »ssh-certinfo«, »ssh-diff«, »ssh-facts«, »ssh-force-password«, »ssh-hostkeys«, »ssh-keyinfo«, »ssh-ping« sowie »ssh-version« bereit. Interessant ist auch »ssh-facts«, das Systeminformationen sammelt und ausgibt, wie Kernel-Version, Laufzeit, Prozessor, Zahl der CPU-Kerne sowie den verfügbaren Arbeitsspeicher.
Die SSH-Tools sind äußerst nützliche Helfer, die das Arbeiten mit SSH auf der Kommandozeile deutlich komfortabler machen.
Stress-ng 0.15.0
Stresstest-Sammlung für die Shell
Quelle: https://github.com/ColinIanKing/stress-ng
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Stress, S-tui
Stress-ng testet diverse physikalische Komponenten sowie die Kernel-Schnittstellen eines Linux-Rechners auf Herz und Nieren. Die meisten Distributionen enthalten ältere Versionen, die aktuelle Ausgabe des Tools müssen Sie aus den Quellen auf Github selbst kompilieren. Die dazu erforderlichen Bibliotheken listet die Projektseite auf. Das Binary »stress-ng« stellt mehr als 250 verschiedene Tests zur Verfügung, eine Übersicht dazu liefert der Schalter »–stressors«. Einige Prüfungen erfordern Root-Rechte, für die meisten genügt jedoch ein unprivilegierter Account. Das Tool prüft beispielsweise CPU, RAM und das Dateisystem. Die Konfiguration erfolgt über Aufrufparameter. Mit »–timeout« legen Sie die Dauer des Lasttest fest. Falls Sie das einmal vergessen, kommt der Befehl »kill« zum Einsatz.
Stress-ng erlaubt diverse Feinjustierungen. So legt »–cpu« fest, wie viele Prozesse den Prozessor belasten sollen, »–cpu-load« begrenzt die maximale Last. Sie können Sie die Prüfläufe mit »–vm« kombinieren und damit gleichzeitig den Arbeitsspeicher belasten. Für aufeinanderfolgende Tests hängen Sie »–sequential« an den Aufruf an. Damit Sie stets über den Fortschritt auf dem Laufenden bleiben, notiert Stress-ng jeden Schritt in der Standardausgabe, wobei »-v« auf eine ausführliche Darstellung umschaltet.
Das Zusammenstellen mehrerer Tests ist möglich; die Manpage und die Github-Seite von Stress-ng enthalten Anregungen dazu.
Unfurl 0.4.3
Informationen aus URLs extrahieren
Quelle: https://github.com/tomnomnom/unfurl
Lizenz: MIT
Alternativen: Curl & Grep
Wer oft mit Internet-Adressen hantiert und daraus bestimmte Teile zum Weiterverarbeiten herauslösen muss, kombiniert dazu meist Curl und Grep. Das in Go geschriebene Unfurl empfiehlt sich als probate Alternative. Es extrahiert Komponenten wie Domain, Subdomain, TLD, Port, Pfad und mehr. Binaries für Linux, Windows und MacOS sowie den Quellcode gibt es im Github-Repository.
Sie steuern Unfurl über Aufrufparameter und füttern es mit einer oder mehreren URLs. Das Werkzeug bietet acht verschiedene Modi, die alle eine formatierte Ausgabe erzeugen. So extrahiert »paths« alle Pfade aus den übergebenen URLs und gibt sie ohne den Fully Qualified Domain Name aus. Im »domains«-Modus listet Unfurl hingegen nur den FQDN der jeweiligen URL. Kombiniert mit dem Parameter »-u« erscheint jede Information nur einmal, was die Ausgabe übersichtlicher macht. Der Modus »apex« begrenzt die FQDN-Ausgabe auf die Domain und ignoriert Subdomains.
Mithilfe von »keys« und »values« extrahiert Unfurl Schlüssel respektive deren Werte aus einer Adresse. Eine individuelle Gestaltung erlaubt der Modus »format«. Durch Kombinieren einzelner Formatdirektiven können Sie gezielt die gewünschten Elemente herauslösen. So gibt etwa »%s” “%S« die Request-Art und eventuell vorhandene Subdomains aus.
Unfurl liefert zwar keine Manpage mit, dafür zeigt die Github-Seite aber viele interessante Einsatzbeispiele. (Uwe**Vollbracht/hej/jlu)











