Fastfetch 1.7.5 zeigt Systeminformationen, Gcloc 1.2.0 zählt Codezeilen, Klogg 22.06 durchforstet Protokolle, Netcheck Master (16.11.2022) testet Internet-Verbindungen, Sysstat 12.7.1 liefert Leistungsdaten, WebPty Stable (14.10.2022) bringt die Shell in den Browser.
Fastfetch 1.7.5
Systeminformationen im Terminal anzeigen
Quelle: https://github.com/LinusDierheimer/fastfetch
Lizenz: MIT
Alternativen: Neofetch, Screenfetch
Wer viele verschiedene Systeme nutzt, schätzt die Möglichkeit, mit nur einem Kommando eine Übersicht zum jeweiligen Rechner einzublenden. Fastfetch präsentiert die wichtigsten Informationen auf Knopfdruck. Sie müssen es nicht selbst kompilieren: Auf Github gibt es Pakete für Linux, FreeBSD und MacOS. Das Tool läuft auch unter Windows, ein Binary dafür fehlt jedoch. Je nach Betriebssystem benötigt Fastfetch eine Reihe von Bibliotheken; die Projektseite liefert eine Übersicht.
Ohne Parameter aufgerufen liefert das Tool wichtige Eckdaten zurück, wie den Host-Namen, die verwendete Distribution, die Kernel-Version, Uptime, CPU und GPU sowie RAM und Festplattenspeicher. Außerdem zeigt es die Spracheinstellungen und die Anzahl der installierten Pakete an. Das Distributionslogo in ASCII-Art darf ebenfalls nicht fehlen. Welche Logos Fastfetch kennt, verrät »–list-logos«. Wer das Logo selbst aussuchen möchte, definiert es hinter »-l«.
Das Kommando »–list-modules« listet alle verfügbaren Module auf, die Fastfetch kennt. Um die Arbeit des Tools zu beschleunigen, verteilen Sie die Analyse mit »–multithreading« auf mehrere Prozesse. Weitere Parameter blenden die CPU- und GPU-Temperatur und den Batteriezustand von Laptops ein. Bevorzugte Einstellungen finden in der Datei »$HOME/.config/fastfetch/config.conf« ihren Platz.
Fastfetch besticht durch seine Geschwindigkeit. Integrieren Sie es in die Anmelderoutine, sind Sie direkt nach dem Login im Bild.
Gcloc 1.2.0
Codezeilen auf der Shell zählen
Quelle: https://github.com/JoaoDanielRufino/gcloc
Lizenz: MIT
Alternativen: Cloc
Gerade bei größeren Projekten verliert man leicht den Überblick: Wie lang sind die Quelldateien und in welchen Sprachen sind sie verfasst? Das verrät das von Cloc inspirierte Go-Tool Gcloc. Pakete für Linux, Windows und MacOS finden Sie im Github-Repository, ebenso Anwendungsbeispiele und eine Übersicht der unterstützten Sprachen. Die Liste fällt mit 50 Programmier- und Satzsprachen sehr viel kürzer aus als bei Cloc. Gcloc konzentriert sich auf populäre Sprachen, Urgesteine wie Pascal, Prolog oder LaTeX fehlen.
Dafür punktet das Tool bei der Geschwindigkeit, im Vergleich zu Cloc arbeitete es im Test dreimal schneller. Wie Cloc gibt es für jede identifizierte Sprache eine Statistik mit der Anzahl der Dateien und der Codezeilen aus. Leerzeilen und Kommentare führt es getrennt auf. Um Dateien oder Verzeichnisse von der Analyse auszunehmen, geben Sie sie hinter »–exclude« an. Über Aufrufparameter beeinflussen Sie die Sortierung der Ausgabe. Gcloc kann den Output nach der Sprache sowie der Anzahl der Zeilen, Dateien oder Leerzeilen ordnen.
In der Voreinstellung schreibt das Tool sein Ergebnis in die Standardausgabe; hinter »-o« legen Sie optional eine Ausgabedatei fest. Die Angabe von »–report-format« sorgt dafür, dass Gcloc eine JSON-Datei schreibt; Formate wie CSV oder XML für die Ergebnisse unterstützt Gcloc nicht.
Wer in modernen Sprachen entwickelt und eine schnelle Analyse vieler Dateien braucht, sollte sich Gcloc unbedingt ansehen.
Klogg 22.06
Logdateien anzeigen und durchforsten
Quelle: https://github.com/variar/klogg
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Loganalyzer, Glogg
Gerade bei umfangreichen Log-Dateien besteht die Gefahr, den entscheidenden Hinweis zu überlesen. Hier springt Klogg in die Bresche und stellt Protokolle in einer übersichtlichen grafischen Oberfläche bereit. Es hilft zudem beim Strukturieren und Auswerten der Dateien. Klogg läuft unter Linux, Windows und MacOS. In den Repos der gängigen Distributionen fehlt es noch, Sie installieren daher eines der auf Github angebotenen Pakete.
Nach dem Start öffnet sich eine Qt-basierte Oberfläche, in der Sie das gewünschte Protokoll laden. In der Voreinstellung lädt Klogg stets die zuletzt angeschaute Log-Datei. Für eine frische Sitzung geben Sie beim Start den Parameter »-n« oder die gewünschte Datei an. Der Inhalt erscheint in Fenstermitte, neben der Adresszeile finden sich Icons zur Navigation.
Den unteren Bereich belegt die Suchfunktion, mit der Sie gezielt nach Mustern fahnden. Klogg versteht reguläre Ausdrücke, spürt auch logische Kombinationen auf und kann Suchmuster als vordefinierte Suchen abspeichern. Ergebnisse erscheinen unten im Fenster inklusive Angabe die Zeilennummern und der Position in der Datei. Am rechten Fensterrand helfen rote Markierungen bei der Orientierung. Im Menü Tools finden Sie Konfigurationsmöglichkeiten, unter Highlighters suchen Sie ein Farbschema zur Hervorhebung von Schlüsselbegriffen aus.
Klogg überzeugt durch seine Performance, das Syntax-Highlighting und die Möglichkeit, eigene Tastenkürzel festzulegen.
Netcheck Master (16.11.2022)
Internet-Verbindung auf der Shell testen
Quelle: https://github.com/TristanBrotherton/netcheck
Lizenz: Apache-2.0
Alternativen: keine
Bricht die Internet-Verbindung tagsüber zusammen, sorgt das in der Regel für gereizte Stimmung. Passiert das nachts, fällt es womöglich aber gar nicht auf. Mit Netcheck überwachen Sie die Stabilität und Zuverlässigkeit der Anbindung. Ein fertiges Release gibt es noch nicht, aber Sie können einfach das Git-Repository klonen und dann das Shell-Skript »netcheck.sh« aufrufen.
Netcheck benötigt für einige Funktionen Python 3 oder neuer. So nutzt es für die Bestimmung der Geschwindigkeit eine eigene Version des Ookla-Speedtest-Clients, die Python erfordert. Auch die Anzeige der Ergebnisse in einer einfachen Weboberfläche setzt den in Python integrierten Web-Daemon voraus. Um die Netcheck-Statusmeldungen im Browser zu betrachten, rufen Sie das Skript mit »-w« auf. In der Voreinstellung lauscht das Tool an Port 9000, hinter »-p« geben Sie bei Bedarf einen anderen an.
Netcheck baut alle fünf Sekunden eine HTTP-Verbindung zu Google auf; eine andere Website legen Sie über »-u« fest. Mit »-c« beeinflussen Sie das Prüfintervall, über »-s« deaktivieren Sie gegebenenfalls den Speedtest beim Connect oder Reconnect. Außerdem kann Netcheck auf Verbindungsabbrüche und neu hergestellte Verbindungen reagieren. Hinter »-d« und »-r« definieren Sie Programme oder Skripte, die Netcheck es dann ausführt.
Netcheck verfolgt einen interessanten Ansatz. Die Shell-Python-Implementierung läuft ohne Neukompilieren auch auf SoCs.
Sysstat 12.7.1
Tools zur Leistungsüberwachung
Quelle: https://github.com/sysstat/sysstat
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Collectd
Sind auf einem System noch Ressourcen frei? Wie sieht es mit NICs, Festplatten und USB-Geräten aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt seit über 20 Jahren die Tool-Sammlung Sysstat. Die enthaltenen Werkzeuge verraten beispielsweise die I/O- und CPU-Last, die RAM-Belegung und die laufenden Prozesse. Ältere Versionen liegen allen gängigen Distributionen bei, die Quellen für das aktuelle Release finden sich auf Github.
Die Sammlung umfasst Werkzeuge für verschiedenste Aufgaben. Während »iostat«, »mpstat« oder »pidstat« den aktuellen Stand des Systems ermitteln, dienen »sar« und »sadc« der automatisierten Beobachtung. Sie werden als Cron-Jobs hinterlegt und notieren so regelmäßig Informationen. Die gesammelten Daten landen im Verzeichnis »/var/log/sysstat/«, wo »sadf« sie auswertet. Für die spätere Weiterverarbeitung kann es die Daten in die Formate CSV, JSON und XML exportieren. Mit »sar« starten Sie individuelle Abfragen. So zeigt »-d« eine Statistik der Blockgeräte an, »-W« gibt über das Swap-Verhalten Auskunft.
Die aktuelle Sysstat-Version unterstützt Ausgaben im SVG-Format und eine angepasste Darstellung der Zeitzone. Verbesserungen gibt es bei »pidstat« und »mpstat«, das nun mit der Hotplug-Funktion von vCPUs zurechtkommt. Daneben haben die Entwickler eine Vielzahl von Fehlern korrigiert.
Die Tool-Sammlung ist ein Muss für alle Admins. Es lohnt sich, stets die aktuellste Version zu nutzen.
WebPty Stable (14.10.2022)
Sichere Shell für den Browser
Quelle: https://github.com/mickael-kerjean/webpty
Lizenz: AGPLv3.0
Alternativen: Ttyd, Linux Web Shell
Wer seinen Server nicht per SSH auf der Kommandozeile erreichen kann, installiert einfach WebPty. Das in Go geschriebene Tool stellt eine Shell im Webbrowser bereit. Der Verbindungsaufbau erfolgt grundsätzlich via HTTPS. Hinterlegen Sie kein eigenes SSL-Zertifikat, erzeugt WebPty ein selbst signiertes. Ein Webserver ist nicht erforderlich; das Tool bringt seine eigene Engine mit. Im Github-Repository des Projekts finden Sie fertige Pakete.
WebPty kommt ohne Konfiguration aus. Sie starten es ohne weitere Parameter. Anschließend erwartet das Tool eingehende HTTPS-Verbindungen an Port 3456 auf allen Schnittstellen. Beim Verbindungsaufbau authentifizieren Sie sich mit dem Benutzernamen und dem Passwort. Mangels eigener Benutzerverwaltung greift WebPty im Hintergrund auf den SSH-Dienst des entfernten Servers zu. Der muss zwingend auf Port 22 an der lokalen Schnittstelle bereitstehen, anderenfalls schlägt die Anmeldung fehl.
WebPty stellt nun im Browser-Terminal die Standard-Shell des jeweiligen Anwenders zur Verfügung. Sie können dort sämtliche Kommandozeilenwerkzeuge ausführen, sogar die Nutzung von Terminalmultiplexern wie Screen ist möglich. Für künftige Versionen planen die Entwickler, weitere Protokolle zu unterstützen, darunter RDP und VNC. Auch eine Erweiterung über Plugins sowie Screen-Sharing stehen auf der Roadmap.
WebPty ist ein noch recht junges Projekt. Es lohnt sich aber, das Tool im Auge zu behalten. (Uwe Vollbracht/hej/jlu)











