Nach zwei Jahrzehnten als Sysadmin-Kolumnist verabschiedet sich Charly standesgemäß mit einem per Figlet erstellten Login-Banner – und sucht einen Nachfolger.
Wenn ich mich auf Servern oder Netzwerkkomponenten einlogge, begrüßt mich oft ein großes Schriftbanner variablen Informationsgehalts. Mal steht dort einfach der Host-Name, mal die Kernel-Version, mal DO NOT REBOOT BETWEEN 8AM AND 8PM.
Über den Sinn und Unsinn dieser Banner lässt sich trefflich streiten, ich nutze sie auf meinen Systemen spärlich. Aber Server, die man nicht mal eben so kaputtspielen darf, mahnen mich beim Einloggen mit dem Banner Abyssus abyssum invocat (ein Fehler zieht den nächsten nach sich). Testsysteme zur Evaluierung neuer Software hingegen grüßen fröhlich mit “Morituri te salutant” (die sterben werden, grüßen dich). Damit bin ich all die Jahre ganz gut gefahren, aber wie erzeugt man diese Banner?
Ich verwende dafür Figlet (http://www.figlet.org), das alle gängigen Distros mitbringen. Es unterstützt mehrere Schriftarten und bietet eine Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten, die ich allesamt nicht einsetze – ich will ja nur beim Einloggen eine unmissverständliche Botschaft rüberbringen. Deshalb nutze ich nur den Parameter »-c«, der das Banner zentriert, das sonst linksbündig erscheinen würde. Heute mache ich einmal eine Ausnahme und wende auch noch den Parameter »-D« an, der es ermöglicht, deutsche Umlaute anzuzeigen, was ich bei meinen lateinischen Kalendersprüchen normalerweise ignorieren kann. Dabei ersetzt Figlet Sonderzeichen wie »[«, »\« und »]« durch Ä, Ö und Ü, »{«, »|« und »}« ergeben die entsprechenden Kleinbuchstaben. Mit einem Backslash erzeuge ich einen Zeilenumbruch. Der Aufruf »figlet -c -D Vielen Dank \ f}r 20 Jahre« produziert so das Banner aus Abbildung 1.
Damit möchte ich mich von der Arbeit an dieser Kolumne verabschieden, die ich mit der Ausgabe 02/2002 begonnen habe und jetzt mit der Ausgabe 02/2022 beende. Ich gehe diesen Schritt, weil ich in Zukunft gern seltener, aber dafür ausführlicher schreiben möchte. Ich bedanke mich für die Unterstützung der gesamten Redaktion, insbesondere bei den Chefredakteuren Jan Kleinert und Jörg Luther. Der größte Dank aber gebührt Ihnen, liebe Linux-Freunde und -Freundinnen. Haben Sie Lust, meine Nachfolge als Kolumnist/in anzutreten? Dann melden Sie sich bitte bei mir oder der Redaktion; die Adresse finden Sie im Impressum dieser Ausgabe. Ich würde mich enorm freuen, wenn die monatliche Sysadmin-Kolumne weitergeführt würde. Vielen Dank und bis bald! (jlu)






$ banner NEIN!
Wie schade! Seit fast 20 Jahren war Charlys Kolumne fast immer das erste, was gelesen hatte, wenn eine neue Ausgabe des Linux Magazins mit der Post kam. Und immer wieder habe ich mich gefreut, wenn ich darüber ein neues praktische tool kennenlernen konnte.
Ich hoffe sehr, dass sich eine würdige Nachfolger:in finden wird!