Die Nutzer von Android-Smartphones holen sich ihre Apps meist im Google Play Store. Dazu braucht man ein Google-Konto, über das der Datenkrake Informationen über den Nutzer sammelt. Wer das nicht will, wechselt zu F-Droid.
Um die Privatsphäre von Google-Kunden ist es nicht sonderlich gut bestellt: Sie werden nicht nur über ihr Google-Konto durchleuchtet, sondern auch über eine Vielzahl von Trackern, die sich in vier von fünf Apps im Google Play Store finden [1].
Hier ist F-Droid [2] eine Alternative, die die Privatsphäre des Nutzers respektiert. Der alternative App Store für Android-Nutzer wird nicht von einer profitorientierten Firma betrieben, sondern von einer Community. Anders als Google verdient F-Droid sein Geld nicht mit Werbung und ist somit auch nicht zwanghaft an allen Nutzerdaten interessiert.
Sie benötigen auch kein Konto, um F-Droid zu nutzen, sondern greifen analog zu Repositories unter Linux ganz ohne Anmeldung auf die Quellen zu. Außer Ihrer IP-Adresse werden somit keinerlei Information an F-Droid übermittelt. Sämtliche Interaktionen finden lokal im Client statt: Die Suche und das Anzeigen der Details einer App – das alles geschieht über einen zuvor vom Server synchronisierten Index verfügbarer Apps. Nur Icons und Screenshots werden live vom Server geladen.
Privatsphäre und Transparenz haben bei F-Droid einen hohen Stellenwert. Aufnahme in den Katalog finden ausschließlich freie Apps der Klasse FOSS, das heißt Free (keine Kosten, keine Einschränkungen) und Open Source (der Quellcode ist frei verfügbar und einsehbar). Proprietäre Bezahl-Apps suchen Sie hier vergeblich. Oft kann man die Entwickler jedoch mit einer Spende unterstützen und so zum Weitermachen motivieren.
Ähnlich wie im Google Play Store können Sie auch bei F-Droid-Apps erkunden und auf das Smartphone installieren. Es gibt eine Website (Abbildung 1), die Sie mit dem Browser aufsuchen können, sowie eine Client-App für das Smartphone, die sich um die Installation sowie Aktualisierungen von Apps kümmert.

Abbildung 1: Die Startseite von http://f-droid.org. Hier lässt sich die App initial herunterladen.
F-Droid installieren
Die F-Droid-App ist nur in den seltensten Fällen auf dem Smartphone vorinstalliert, etwa auf den Geräten der deutschen Firma Shift [3] oder bei Fairphones mit dem Fairphone Open OS [4]. Technisch versiertere Anwender finden es auch in einigen Custom-ROMs (angepasste Firmware) wie Replicant [5], CopperheadOS [6] oder LineageOS für MicroG [7]. Daneben gibt es generische ROMs [8] für Geräte, die Android Treble [9] unterstützen. Nutzen Sie eines dieser Systeme, können Sie die nächsten Absätze bis zum Abschnitt “Erste Schritte” überspringen. Ansonsten müssen Sie selbst Hand anlegen und die F-Droid-App zunächst installieren.
Technisch versierte Anwender nehmen die Abkürzung: Sie laden die APK-Datei von der F-Droid-Homepage herunter und richten Sie mit »adb install org.fdroid.*.apk« auf dem Mobiltelefon ein. Das klappt aber alternativ auch direkt auf dem Smartphone: Dazu steuern Sie im Webbrowser die F-Droid-Homepage an und drücken dort den blauen, mit Download F-Droid beschrifteten Button.
Nach abgeschlossenem Download öffnen Sie den Benachrichtigungsbereich (durch Herunterziehen der Nachrichtenleiste) und tippen auf die Benachrichtigung FDroid.apk Download abgeschlossen. Gegebenenfalls bestätigen Sie noch die Installation aus unbekannten Quellen [10]. Nun öffnet sich der im System verankerte Installer und fragt, ob er die App einrichten soll, was Sie wieder gestatten. Nach Abschluss der Installation lässt sich die F-Droid-App durch Betätigen des Öffnen-Buttons direkt starten.
Erste Schritte
Nach dem ersten Start erscheint zunächst der Hinweis Paketquellen werden aktualisiert. Linux-Anwendern ist der Zusammenhang sofort klar: Was hier passiert, entspricht einem »apt update« oder »yum update« – die App lädt den Index verfügbarer Software vom Server und macht ihn lokal zugänglich. Anschließend zeigt sie eine Liste aktueller Apps an (Abbildung 2). Zunächst tragen alle Apps noch dasselbe graue (F-Droid-)Icon: Auch die eigentlichen Icons müssen noch geladen werden und erscheinen erst ein wenig später.
Um passende Apps zu finden, könnten Sie jetzt durch die gesamte Liste scrollen, was bei über 3500 Apps allerdings etwas mühsam sein dürfte. Wissen Sie schon, was Sie suchen, hilft das “schwebende” Lupen-Symbol weiter: Klicken Sie es an, können Sie einen Suchbegriff eingeben, und die Liste wird entsprechend gefiltert.
Eine Alternative bieten die Kategorien (Abbildung 3), die Sie über das zugehörige Icon (unten, das zweite von links) erreichen. Um zu sehen, welche Apps Sie bereits via F-Droid installiert haben, müssen Sie (leicht verwirrend) die Einstellungen (das Icon ganz rechts) bemühen und dort den Punkt Installierte Apps verwalten aufrufen.
Die Installation selbst erfolgt weitgehend intuitiv: Sie betätigen in den Details der gewünschten App den Install-Knopf. Nach erfolgter Installation lässt sich die neue App auch direkt von hier öffnen, bei Bedarf aktualisieren oder auch wieder deinstallieren. Interessante Details zur App finden sich auch unterhalb der Screenshots: Der Abschnitt Verweise enthält Links zum Quelltext, Issue-Tracker, Changelog und weiteren verfügbaren Informationsquellen. Unter Berechtigungen lässt sich einsehen, worauf die App zugreifen möchte. Schließlich finden sich unter Versionen unter Umständen auch ältere Fassungen der App.
Aktualisierungen
In vorgegebenen Intervallen (standardmäßig einmal täglich) lädt die F-Droid-App den aktuellen Index herunter und gleicht ihn lokal ab. Findet sie Aktualisierungen (einschließlich solcher für die F-Droid-App selbst), teilt sie das per Benachrichtigung mit (Abbildung 4). Je nach Einstellung wird das Update bereits heruntergeladen, sodass die Installation schnell vonstattengehen kann. Auf Wunsch geschieht das nur im WLAN oder auch bei mobiler Datenverbindung und lässt sich bei Bedarf komplett abschalten.
War die F-Droid-App nicht bereits im System vorinstalliert, sondern wurde von Hand eingerichtet, darf sie aus Sicherheitsgründen keine Updates automatisch installieren – das bleibt den System-Apps vorbehalten. Fortgeschrittene Anwender können das durch die Installation der F-Droid Privileged Extension korrigieren; dazu später mehr.
Einstellungen
Die Einstellungen (Abbildung 5) weisen bereits gut passende Vorgaben auf; für den normalen Anwender gibt es hier wenig bis gar nichts zu korrigieren. Die meisten Punkte fallen selbsterklärend aus, weswegen wir im Folgenden nur einige ausgewählte herausgreifen.
Unter Installierte Anwendungen verwalten finden Sie eine Lister der Apps, die Sie via F-Droid installiert haben, und können sie bei Bedarf auch wieder deinstallieren. Der Punkt Paketquellen richtet sich an Fortgeschrittene, die darüber neben dem offiziellen Repo noch weitere App-Quellen [11] einbinden können.
In der Standardeinstellung für Aktualisierungen nutzt F-Droid die mobile Internet-Verbindung nur dann, wenn man aktiv eine App installiert oder aktualisiert. Alles andere, wie etwa die Indexaktualisierung, erfolgt ausschließlich über WLAN. Haben Sie einen unlimitierten Datenplan, schieben Sie den Mobilfunk-Regler ganz nach rechts und deaktivieren damit diese Einschränkung.
Der Punkt Inkompatible Versionen einbeziehen ist normalerweise uninteressant, da man diese ohnehin nicht installieren kann. Er könnte sich allerdings als hilfreich erweisen, wenn Sie für jemanden anderen etwas suchen oder schlicht wissen wollen, ob eine bestimmte App überhaupt bei F-Droid verfügbar ist.
Wollen Sie nur absolut saubere FOSS-Apps sehen, lassen Sie den Schalter Apps mit unerwünschten Merkmalen in der Voreinstellung – und sehen damit auch weniger Apps. Schalten Sie das Feature frei, nennt und erklärt F-Droid die nicht ganz astreinen Features der jeweiligen Apps. Manche bewerben etwa unfreie Dienste wie beispielsweise Newpipe [12] für den Zugriff auf Youtube. Andere erhalten höchstwahrscheinlich keine keine Updates mehr, weil der Quellcode nicht mehr frei verfügbar ist beziehungsweise das Projekt eingestellt wurde.
Über Name Ihrer lokalen Paketquelle regeln Sie, wie das eigene Gerät beim Tauschen von Apps (siehe nächster Abschnitt) auf der Gegenseite erscheint. Die Notfallknopf-Einstellungen dienen dazu, über eine App wie Ripple [13] Notfallaktionen auszulösen: Haben Sie beispielsweise bei der Einreise in die USA brisante Daten auf dem Smartphone und sehen, dass die Behörden gerade wieder Mobilgeräte zur Durchsuchung einsammeln, veranlassen Sie mit einer kurzen Aktion die nötigen Schritte. Die F-Droid-App bietet dafür beispielsweise an, sich zu verstecken.
Apps tauschen
F-Droid bietet die Möglichkeit, mit anderen Benutzern Apps auszutauschen – völlig ohne Verbindung zum Internet (Abbildung 6). Diese Apps müssen nicht zwangsläufig über F-Droid installiert worden sein, alle lokal installierten Apps stehen für den Tausch zur Verfügung. Sie erreichen dieses Feature über das mittlere, mit Umfeld beschriftete Icon. Das Gegenüber sieht dabei nicht alle lokal installierten Apps, sondern nur jene, die Sie explizit für AppSwap bereitgestellt haben.

Abbildung 6: F-Droid kann Apps auch ohne Internet-Verbindung via Bluetooth oder USB austauschen und installieren.
Das ist nicht nur im Urlaub für die Vermeidung von Roaming-Kosten interessant. In manchen Gegenden ist das Internet, euphemistisch ausgedrückt, etwas wackelig, und wenn überhaupt verfügbar, unheimlich teuer. Ein Beispiel dafür wäre Kuba, wo F-Droid sein Repository auf diese Weise verteilt [14]. Auch macht es manchmal schlicht weniger Mühe, eine App einfach zu teilen, da man sie nicht erst lange suchen muss. Die Funktion eignet sich zudem für den Umzug von Apps auf ein neues Gerät, wobei die Daten allerdings auf der Strecke bleiben.
Rechteerweiterung
Sofern die F-Droid-App nicht schon vorinstalliert war, kann sie Updates nicht selbst installieren oder aktualisieren – das bleibt aus Sicherheitsgründen System-Apps vorbehalten. Daher fragt auch bei jeder manuellen Installation einer neuen App aus F-Droid heraus der im Android-System integrierte Paketmanager nach, ob Sie die jeweilige App wirklich installieren wollen. Diese Rückfrage erhalten Sie etwa bei Verwendung der Google-Play-Store-App nicht, denn diese ist eine System-App.
Um nun F-Droid auch zu einer solch privilegierten App zu machen, gibt es die F-Droid Privileged Extension [15], deutsch als Rechteerweiterung bezeichnet (Abbildung 7). Mit vorinstalliertem F-Droid ausgelieferte Geräte integrieren sie bereits, und auch das Custom ROM LineageOS für MicroG hat sie mit an Bord. Um die Extension nachträglich zu installieren, müssen Sie den Bootloader entsperren und ein Custom Recovery wie etwa TWRP [16] entweder installieren oder per »fastboot boot« laden.

Abbildung 7: Mittels der F-Droid Privileged Extension lassen sich Updates auch automatisiert installieren.
Anschließend fällt das Einrichten der Rechteerweiterung nicht sonderlich schwer. Sie laden das ZIP-Archiv des F-Droid-Privileged-OTA-Installers herunter [17], kopieren es auf das Gerät und flashen es mittels der Custom-Recovery (Menüpunkt install from zip). Nach dem erfolgreichen Abschluss der Installation starten Sie das Gerät neu (»reboot system«).
Ab sofort genießen Sie nun die Vorzüge einer vollständig ins System integrierten F-Droid-App. Die Installation von Apps erfolgt direkt und ohne Rückfragen des Package-Managers, Updates für mehrere Apps lassen sich in einem Rutsch installieren, und auch automatische Aktualisierungen sind möglich. Haben Sie in den Optionen der F-Droid-App die entsprechenden Einstellungen getroffen, installiert sie neue Versionen bereits installierter Apps ohne manuelles Zutun automatisch, sobald sie verfügbar werden.
Drittanbieter-Repos
Im Abschnitt zu den Einstellungen haben wir den Punkt Paketquellen bereits erwähnt. In der Vorgabe aktiviert F-Droid hier nur das offizielle Repository, konfiguriert aber drei weitere Paketquellen bereits vor: F-Droid Archive für ältere App-Versionen, Guardian, das Repository des gleichnamigen Projekts [18], sowie Guardian Archive, das ältere Guardian-App-Versionen enthält.
Alle hier vorkonfigurierten Paketquellen stellen ausschließlich Apps zur Verfügung, die den strengen Kriterien des F-Droid-Projekts entsprechen. Jedoch bietet das Menü auch die Möglichkeit, zusätzliche Repos einzubinden – vergleichbar etwa mit den PPAs bei Ubuntu. Solche Quellen erstellen etwa App-Entwickler für ihre Tester oder andere F-Droid-Anwender für Apps, die nicht nicht alle Kriterien erfüllen, um in das offizielle Repository aufgenommen zu werden. Auch der Autor dieses Artikels stellt ein solches Repo zur Verfügung [22], das derzeit rund 700 Apps umfasst.
F-Droid konfiguriert diese Paketquellen bewusst nicht vor. Wer eine Drittquelle einbindet, muss sich der damit verbundenen Risiken bewusst sein: Die Hürden für eine Aufnahme liegen hier in der Regel weit niedriger. Das heißt nicht unbedingt, dass die Apps alle unsicher sind – sie können es aber in Einzelfällen durchaus sein. Vor dem Einbinden eines solchen Repositorys sollte man sich daher sicher sein, dass man dem jeweiligen Anbieter vertraut. Listen verfügbarer Paketquellen von Drittanbietern finden sich unter anderem:
- im F-Droid-Forum [19], mit Kommentaren und Diskussion. Dieser Artikel kann von jedem Forenmitglied bearbeitet werden.
- im F-Droid-Wiki [20] – hier handelt es sich um eine vom F-Droid-Team kuratierte Liste, die allerdings nicht mehr gepflegt wird.
- bei IzzyOnDroid [11] – eine vom Autor dieses Artikels zusammengetragene und gepflegte Liste von Paketquellen.
- im Codeberg-Repo von Mondstern [21], aktiv gepflegt von einem weiteren F-Droid-Enthusiasten
Keine dieser Listen erhebt Anspruch auf Vollständigkeit. Schließlich muss man ein F-Droid-Repository nirgendwo anmelden, jedermann kann eines betreiben.
Sie binden ein solches Repository unter Einstellungen | Paketquellen ein. Oft findet sich auf der jeweiligen Startseite des Repositorys dafür ein QR-Code. Scannen Sie diesen mit einem passenden QR-Reader wie SecScanQR [23] ein und öffnen den darin kodierten Link, wird der entsprechende Dialog in der F-Droid-App direkt gestartet und wartet nur noch auf Ihre Bestätigung. Sie können eine entsprechende URL (etwa aus einer der genannten Listen) auch manuell eingeben; die Angabe des Fingerprints ist dabei optional. Nachdem F-Droid die Paketlisten neu geladen hat, stehen die Apps aus dem neu hinzugefügten Repo zur Verfügung.
Aufnahmekriterien
Damit eine App in das Repository von F-Droid aufgenommen werden kann, muss sie bestimmte Kriterien [24] erfüllen. Alle Bestandteile der App müssen sich im Quelltext öffentlich einsehen lassen. Proprietäre Bestandteile wie Crashlytics, Firebase und so weiter gelten als K.-o.-Kriterium. Ein möglicher Ausweg: Der Entwickler stellt ein separates Build Flavor bereit, das diese Bibliotheken ausschließt.
Blobs (wörtlich: Binary Large Objects, wobei die Größe hier keine Rolle spielt) wie beispielsweise JARs oder AARs akzeptiert die F-Droid-Community nicht. Stattdessen sollte der App-Entwickler die zugehörigen Quellen etwa als Git-Submodul einbinden, sodass F-Droid auch hier selbst aus den Quellen kompilieren kann. Weitere Möglichkeiten existieren, das F-Droid-Team steht dabei gern beratend zur Seite. Hier wird auch nur eine Auswahl vertrauenswürdiger Repositories [25] unterstützt.
Es dürfen keine unfreien Build-Werkzeuge (Toolchains, SDKs) zur Erstellung der App nötig sein. Die App muss eine eindeutige Android-Paket-ID verwenden; Das gilt auch für Forks. Die App darf keine Markenzeichen verletzen, sämtliche juristischen Vorgaben sind einzuhalten. Darauf gilt es auch beim Einbinden von Medien (Bildmaterial, Icons, etc.) zu achten.
F-Droid meldet sich nicht für irgendwelche API-Schlüssel an. Ein solcher darf daher nicht für das Erstellen der App notwendig sein. Es genügt also nicht, wie etwa beim Play Store oder bei Aptoide, einfach die APK-Datei zur Verfügung zu stellen: F-Droid akzeptiert ausschließlich Open-Source-Apps.
Problembehebung
Sollte einmal etwas nicht wie erwartet funktionieren, kann man direkt mit dem F-Droid-Team in Kontakt treten. Bei generellen Fragen eignen sich dazu im IRC (Internet Relay Chat) auf OFTC [26] der Channel »#fdroid«. Es gibt auch ein F-Droid-Forum [27]. Bei Problemen mit der F-Droid-Android-App oder der F-Droid-Website bemühen Sie am besten auf Gitlab den Issue-Tracker des Android-Clients [28] beziehungsweise der Webseite [29]. Fehlende Apps schlagen Sie an selber Stelle im Issue-Tracker Requests for Packaging [30] vor.
Hier handelt es sich nicht um automatische Formulare, nach deren Ausfüllen Sie (vielleicht) eine automatische Antwort erhalten: Vielmehr kommen Sie in direkten Kontakt mit den Mitgliedern des F-Droid-Teams; auch helfen sich Anwender dort untereinander.
Bei Problemen mit einer von F-Droid installierten App gilt es hingegen, mit dem jeweiligen Entwickler Kontakt aufzunehmen – das F-Droid-Team kann hier kaum helfen. Sowohl auf der Webseite als auch in der F-Droid-App finden sich entsprechende Links bei der jeweiligen App; meist handelt es sich dabei um Issue-Tracker im jeweiligen Codeberg-, Github- oder Gitlab-Repository der App.
App-Auswahl
Da F-Droid ausschließlich auf quelloffene Software setzt und selbst die Verwendung proprietärer Bibliotheken in Apps nicht erlaubt, finden Sie die meisten Apps aus dem Play Store hier nicht: Die wenigsten Entwickler sind bereit, den Code ihrer App entsprechend anzupassen oder auch generell freizugeben. Auch ist die Anzahl verfügbarer Apps mit derzeit um die 3500 wesentlich geringer als im Play Store. Dennoch gibt es für fast jedes Einsatzgebiet eine passende App, manche davon exklusiv bei F-Droid.
Für die Navigation finden sich bei F-Droid die Karten- und Navigationsapplikation für Offline- und Online-OSM-Karten OsmAnd [31] (im Play Store kostenpflichtig) und Navit [32]. Den Bereich Verkehr decken Oeffi [33] und Transportr [34] ab, beide für Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr. Als E-Mail-Clients sind K-9 Mail [35], Tutanota [36] und FairEmail [37] im Angebot. Im Bereich Internet finden sich der Browser Fennec (Firefox [38]), der Nextcloud-Client [39], der CalDAV/CardDAV-Synchronisierer DAVDroid [40], der Werbeblocker AdAway [41], der Netzwerkmonitor Net Monitor [42], der Sniffer PCAPdroid [43] und die Firewall AFWall+ [44]. Aus der Kategorie Messenger seien Conversations (XMPP [45]) und Element (Matrix [46]) genannt. Für Audio-Video-Konferenzen gibt es Jitsi Meet [47], Nextcloud Talk [48] und Mumla (Mumble [49]).
Als Bürosoftware finden sich Markor [50], ein Notepad mit Markdown-Unterstützung, sowie Carnet [51], eine weitere Notiz-App. Soziale Netze unterstützen unter anderem Tusky [52] und Fedilab (Mastodon [53]). Dem Umgang mit Medien dienen die Youtube-GUI Newpipe [54], der konkurrierende Youtube-Player Skytube [55], der Videoplayer Tubelab [56] für Youtube- und Peertube-Clients. Podcasts kann man mit AntennaPod [57] hören und Fotos mit A Photo Manager [58] ansehen. Bilder verschlüsseln kann Photok [59], Leafpic Revived [60] erzeugt eine Galerie. Zum Fotografieren dienen FineGeotag [61] und Open Camera [62]. Mit Smartwatches und Fitnesstrackern kommuniziert GadgetBridge [63].
Sicherheitsaspekte
Oft hört man den Ratschlag, Apps ausschließlich via Google Play Store zu beziehen, da nur dort eine ausreichende Sicherheit gegeben sei. Doch das ist zu einem guten Teil Google-PR. Sicherlich sollte man zur App-Installation nicht auf wildfremde Quellen (Webseiten, Tauschbörsen) zurückgreifen, Doch es gibt durchaus andere sichere Quellen. Der Sicherheitsexperte Mike Kuketz empfiehlt [64] sogar, den Google Play Store zu meiden und auf Alternativen wie F-Droid umzusteigen.
Bei F-Droid durchlaufen Apps eine Sicherheitskontrolle [65]. Da der Quellcode jeder App offenliegen muss, damit diese in F-Droid aufgenommen wird, kann das Team ihn zuvor auch sichten. Finden sich dort proprietäre Elemente (Bestandteile, deren Quellcode nicht offen liegt) oder die Privatsphäre verletzende Bestandteile (etwa Tracker wie Google Analytics oder Werbemodule), nimmt F-Droid die App gar nicht erst auf. Hat eine App die Prüfung bestanden, erstellt das F-Droid-Team sie aus dem geprüften Quellcode und signiert sie. Das stellt sicher, dass der Store auch wirklich die geprüfte Fassung enthält.
Die Prüfung des Quellcodes findet in mehreren Stufen statt. So gibt es automatisierte Prozesse, die den eingereichten Code auf unerwünschte Bestandteile untersuchen. Das schließt sowohl Negativ-Listen (unerlaubte Bibliotheken) als auch Positiv-Listen ein (fremde Bestandteile wie Bibliotheken dürfen nur von definierten, vertrauenswürdigen Quellen importiert werden). Selbst wenn danach diese App als “clean” markiert wird, erfolgt die finale Freigabe immer durch einen Maintainer – nach einem On-Device-Test, um auch etwaigen verdächtigen Netzwerkverkehr möglichst auszuschließen. Dass dieses Prinzip gut funktioniert, zeigt unter anderem eine Studie vom September 2017 [66]: Sie bescheinigte F-Droid als einziger Plattform die völlige Freiheit von Ad- und Malware, während sie zum Beispiel im Google Play Store rund 2 Prozent Malware nachwies.
Kleiner Nebeneffekt: Da die Apps keinen unnötigen Ballast in Form von Trackern und Werbemodulen mitbringen, gehen sie auch wesentlich schonender mit den Ressourcen des Smartphones um: Der Akku hält länger durch, der Datenverbrauch reduziert sich deutlich. Einer Studie [67] zufolge verbrauchen die mit Trackern und Werbung verseuchten Apps bis zu 75 Prozent der Ressourcen nur fürs Tracking und Ads. Ein weiteres Argument für die Sicherheit der Plattform: Für Sicherheitsüberprüfungen [68] (sogenannte Audits) bemüht F-Droid regelmäßig externe Experten, die bislang durch die Bank bestätigten, dass das Kernsicherheitsmodell und die Standardoperationen solide sind.
Alles in allem erhält man über F-Droid also Apps, die die Privatsphäre respektieren, den Anwender nicht ausspionieren und zudem auch noch sicherer sind und den Akku schonen. ((jcb))
Infos
- Android-Module: https://android.izzysoft.de/articles/named/app-modules-1
- F-Droid-Startseite: https://f-droid.org
- Shiftphones: https://de.shiftphones.com/wiki/SHIFT7/FAQ/vorinstallierte_Apps
- Fairphones: https://code.fairphone.com/projects/fp-osos
- Replicant: https://replicant.us
- CopperheadOS: https://www.copperhead.co/android
- LineageOS: https://lineage.microg.org
- ROMs: https://github.com/phhusson/treble_experimentations/wiki
- Treble: https://forum.xda-developers.com/project-treble
- Unbekannte Quellen: https://mobilsicher.de/hintergrund/keine-angst-vor-unbekannten-quellen
- F-Droid-Repos: https://android.izzysoft.de/articles/named/list-of-fdroid-repos
- Newpipe: https://f-droid.org/packages/org.schabi.newpipe
- Ripple: https://f-droid.org/packages/info.guardianproject.ripple
- F-Droid in Kuba: https://f-droid.org/de/2017/07/03/cuba.html
- Privileged Extension:https://gitlab.com/fdroid/privileged-extension/#f-droid-privileged-extension
- TWRP: https://twrp.me
- Privileged Extension OTA: https://f-droid.org/packages/org.fdroid.fdroid.privileged.ota
- Guardian Project: https://guardianproject.info
- Known Repositories: https://forum.f-droid.org/t/known-repositories/721
- Kompatible Repositories: https://f-droid.org/wiki/page/Known_Repositories
- F-Droid-Paketquellen: https://codeberg.org/mondstern/F-Droid-Paketquellen/wiki
- IzzyOnDroid F-Droid Repository: https://apt.izzysoft.de/fdroid
- SecScanQR: https://f-droid.org/packages/de.t_dankworth.secscanqr
- Inclusion Policy: https://f-droid.org/wiki/page/Inclusion_Policy
- Scanner: https://gitlab.com/fdroid/fdroidserver/blob/master/fdroidserver/scanner.py#L137
- OFTC: https://www.oftc.net
- F-Droid-Forum: https://forum.f-droid.org
- Issues-Cient:https://gitlab.com/fdroid/fdroidclient/-/issues
- Issues-Website: https://gitlab.com/fdroid/fdroid-website/-/issues
- Issues-RFP: https://gitlab.com/fdroid/rfp/-/issues
- OsmAnd: https://f-droid.org/packages/net.osmand.plus
- Navit: https://f-droid.org/packages/org.navitproject.navit
- Oeffi: https://f-droid.org/packages/de.schildbach.oeffi
- Transportr: https://f-droid.org/packages/de.grobox.liberario
- K-9 Mail: https://f-droid.org/packages/com.fsck.k9
- Tutanota: https://f-droid.org/packages/de.tutao.tutanota
- FairEmail: https://f-droid.org/packages/eu.faircode.email
- Fennec: https://f-droid.org/packages/org.mozilla.fennec_fdroid
- Nextcloud-Client: https://f-droid.org/packages/com.nextcloud.client
- DAVDroid: https://f-droid.org/packages/at.bitfire.davdroid
- AdAway: https://f-droid.org/packages/org.adaway
- Net Monitor: https://f-droid.org/packages/org.secuso.privacyfriendlynetmonitor
- PCAPdroid: https://f-droid.org/packages/com.emanuelef.remote_capture
- AFWall+: https://f-droid.org/packages/dev.ukanth.ufirewall
- Conversations: https://f-droid.org/packages/eu.siacs.conversations
- Element: https://f-droid.org/packages/im.vector.app
- Jitsi: https://f-droid.org/packages/org.jitsi.meet
- Nextcloud Talk: https://f-droid.org/packages/com.nextcloud.talk2
- Mumla: https://f-droid.org/packages/se.lublin.mumla
- Markor: https://f-droid.org/packages/net.gsantner.markor
- Carnet: https://f-droid.org/packages/com.spisoft.quicknote
- Tusky: https://f-droid.org/packages/com.keylesspalace.tusky
- Fedilab: https://f-droid.org/packages/fr.gouv.etalab.mastodon
- Newpipe: https://f-droid.org/packages/org.schabi.newpipe
- Skytube: https://f-droid.org/packages/free.rm.skytube.oss
- Tubelab: https://f-droid.org/packages/app.fedilab.tubelab
- AntennaPod: https://f-droid.org/packages/de.danoeh.antennapod
- A Photo Manager: https://f-droid.org/packages/de.k3b.android.androFotoFinder
- Photok: https://f-droid.org/packages/dev.leonlatsch.photok
- Leafpic Revived: https://f-droid.org/packages/com.alienpants.leafpicrevived
- FineGeotag: https://f-droid.org/packages/eu.faircode.finegeotag
- Open Camera: https://f-droid.org/packages/net.sourceforge.opencamera
- GadgetBridge: https://f-droid.org/packages/nodomain.freeyourgadget.gadgetbridge
- Kuketz-Blog: https://www.kuketz-blog.de/android-google-entfernt-netguard-aus-play-store
- F-Droid Review: https://android.izzysoft.de/articles/named/fdroid-intro-4?lang=en
- Marktplatz-Sicherheitsstudie: https://nsl.cs.waseda.ac.jp/wp-content/uploads/2018/04/submitted_wama2017.pdf
- Werbung frisst Strom: https://www.areamobile.de/news/21171-werbung-in-smartphone-apps-ist-stromfresser
- F-Droid Security Model: https://f-droid.org/de/docs/Security_Model/#sicherheitsaudits










