Glow 1.4.1
Markdown-Dateien in der Konsole lesen
Quelle: https://github.com/charmbracelet/glow
Lizenz: MIT
Alternativen: Mdformat
Als reine Textdateien lassen sich Markdown-Dokumente auch im Texteditor einigermaßen gut lesen, vor allem, wenn der das passende Syntax-Highlighting beherrscht. Alternativ bietet sich ein Reader wie Glow an, der das Markup-Format gut strukturiert in der Konsole anzeigt. Sie müssen das Go-basierte Tool nicht selbst kompilieren, sondern greifen auf eines der über 30 Binärpakete aus dem Github-Repository zurück. Eine Online-Hilfe schreibt »-h« ins Terminal; alternativ empfiehlt sich die Doku auf Github.
Ohne Parameter aufgerufen durchsucht Glow das aktuelle Verzeichnis und alle Unterverzeichnisse nach Dateien, die auf ».md« enden, und listet diese auf. Nach Auswahl einer Datei stellt das Tool diese in einem eigenen Pager dar und erlaubt das seitenweise Blättern. Um eine bestimmte Datei zu betrachten, geben Sie deren Namen beim Start an und rufen zusätzlich mit »-p« den integrierten Pager auf den Plan. Bei Angabe der URL zeigt Glow auch Markdown-Dateien aus dem Netz an. Auf diese Weise lesen Sie etwa Readme-Dateien aus einem Github-Repo im Terminal.
Glow versteht Optionen zum Setzen der Zeilenbreite (»-w«) und zur Farbgebung. Hinter »-s« notieren Sie das gewünschte Theme; zur Wahl stehen »dark«, »light« und »notty«. Die Github-Seite erklärt, wie Sie eigene Layouts im JSON-Format notieren. Über »config« öffnet Glow seine Einrichtungsdatei »~/.config/glow/glow.yml« im Standardeditor.
Der Markdown-Reader Glow überzeugt durch das Anzeigen von Dateien von entfernten Systemen sowie die lesefreundlichen wahlfreien Layouts.
Grex 1.2.0
Reguläre Ausdrücke erzeugen
Quelle: https://github.com/pemistahl/grex
Lizenz: Apache 2.0
Alternativen: Regexgen
Grex bietet seine Hilfe beim Erstellen von regulären Ausdrücken an und macht auch vor komplexen Mustern nicht Halt. Es fungiert gleichzeitig als Bibliothek und Kommandozeilenprogramm. Das in Rust implementierte Werkzeug generiert automatisch reguläre Ausdrücke aus von Ihnen angegebenen Testfällen und versucht dabei, einen möglichst genau zu Ihrer Eingabe passenden Regex zu erstellen. Sie installieren eines der auf Github angebotenen Pakete und können direkt loslegen. Eine Manpage fehlt, aber »-h« erläutert die Funktionen.
Die in einen regulären Ausdruck umzuwandelnde Zeichenfolge geben Sie als letzte Option an. Ohne weitere Parameter fügt Grex lediglich die Symbole für Zeilenanfang und das Zeilenende an die Ausgabe an. Das Tool kennt etliche Parameter. So kann es etwa über »-d« Ziffern durch reguläre Ausdrücke ersetzen und schreibt dann anstelle der Zahl jeweils die Zeichenfolge »\d«. »-s« wandelt Leerzeichen um und »-w« Buchstaben.
Um die Ausgabe überschaubarer und kompakter zu machen, fasst »-r« aufeinanderfolgende Ausdrücke gleichen Typs zu einem Ausdruck zusammen. Wie viele das sein sollen, legen Sie über »–min-repetitions« und »–min-substring-length« fest. Um den Output einzufärben, steht »-c« bereit. »-i« sorgt schließlich dafür, dass Grex die Groß- und Kleinschreibung ignoriert.
Wer wenig Erfahrung mit regulären Ausdrücken hat, findet in Grex einen zuverlässigen Helfer. Alte Hasen dürften von dem Assistenten jedoch nur bedingt profitieren.
Httplab 0.4.0
HTTP-Anfragen untersuchen
Quelle: https://github.com/gchaincl/httplab
Lizenz: MIT
Alternativen: Curl
Httplab eignet sich zum Testen eigener Webapplikationen. Das in Go implementierte Tool überprüft HTTP-Anfragen auf der Konsole. Indem Sie eigene Reaktionen festlegen, lässt sich herausfinden, ob ein Programm wie gewünscht antwortet. Da Httplab in den Repositories der meisten Distributionen fehlt, installieren Sie eines der auf Github angebotenen Pakete.
In der Voreinstellung wartet Httplab auf der lokalen Schnittstelle an Port 10080 auf Anfragen. Mit dem Parameter »–port« definieren Sie einen alternativen Port. Das Tool zeigt anschließend übersichtlich strukturiert den Inhalt der letzten Anfrage und seine vordefinierte Reaktion an. Es kennt die Reaktionen »create«, »notfound« und »ok«. Der Shortcut [Strg]+[L] blendet eine Übersicht ein.
Um eine neue Reaktion zu definieren, hinterlegen Sie diese in der JSON-Konfigurationsdatei »$HOME/.httplab«; ein Beispiel gibt es auf Github. Für jeden Eintrag definieren Sie eine Statusnummer, den Seitenkopf und Seiteninhalt sowie eine Zeitverzögerung. Dazu müssen Sie nicht zwingend zum Texteditor greifen: Änderungen, die Sie in der Httplab-Oberfläche vorgenommen haben, speichern sie im laufenden Betrieb mit [Strg]+[S]. Auch die Client-Anfragen können Sie zur späteren Betrachtung in separaten Dateien ablegen.
Httplab erleichtert das Erzeugen von Testfällen für HTTP-Anfragen. Die sehr knappe Dokumentation erschwert allerdings den Einstieg.
Miniserve 0.14.0
Kompakter Webserver für lokale Netze
Quelle: https://github.com/svenstaro/miniserve
Lizenz: MIT
Alternativen: Mrhttpd, Darkhttpd
Der schlanke Webserver Miniserve eignet sich ideal für den Einsatz im heimischen LAN. Die kompakte, in Rust implementierte HTTP-Engine steht über das Github-Repository als Paket zum Download bereit. Eine Dokumentation fehlt, aber »-h« hilft weiter. Ohne weitere Parameter aufgerufen stellt Miniserve den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses auf der lokalen Schnittstelle an Port 8080 bereit. Eine andere Schnittstelle beziehungsweise einen anderen Port definieren Sie hinter »-i« und »-p«.
Miniserve präsentiert den Inhalt in einem hellen Farbthema namens Squirrel. Alternative Layouts aktivieren Sie über »-c« (hell) und »-d« (dunkel); zur Verfügung stehen jeweils die Optionen »squirrel«, »archlinux«, »zenburn« und »monokai«. Über den Browser gelingt auch ein Wechsel im laufenden Betrieb. Weitere Schalter beeinflussen die Ansicht der Inhalte. So listet der Webserver Verzeichnisse als Erstes auf, wenn Sie »-D« einsetzen, während »-H« dafür sorgt, dass auch versteckte Dateien erscheinen. »-P« deaktiviert symbolische Links.
Eine einfache Authentifizierung (»User:Passwort«, »User:sha256:Hash« oder »User:sha512:Hash«) richtet »-a« ein. Die Credentials landen allerdings im Klartext in der Befehlshistorie, eine verschlüsselte Kommunikation via HTTPS unterstützt das Tool nicht. Soll Miniserve den Upload unterstützen, geben Sie »-u« an. Bereits vorhandene Dateien werden dabei nur überschrieben, wenn Sie zusätzlich »-o« einsetzen.
Miniserve eignet sich gut, um schnell ein Verzeichnis im lokalen Netz bereitzustellen, und braucht kaum Ressourcen. Aufgrund der fehlenden Verschlüsselung sollte es jedoch nur im lokalen Netz laufen.
Rustscan 2.0.1
Flotter Portscanner für die Shell
Quelle: https://github.com/RustScan/RustScan
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Nmap
Wie der Name vermuten lässt, ist Rustscan, ein schneller Port-Scanner für die Shell, in Rust implementiert. Auf Github finden sich neben den Quellen auch zwei DEB-Pakete für 32- und 64-Bit-Systeme. Laut der Entwickler soll Rustscan alle Ports eines Systems in drei Sekunden testen können – das hängt aber auch von der Netzanbindung ab. Die Tester benötigten in der eigenen Umgebung zwischen sieben und zehn Sekunden.
In der Voreinstellung reicht Rustscan das Ergebnis an Nmap weiter, das eine ausführliche Analyse der gefundenen Ports vornimmt. Bei Bedarf unterbinden Sie das mit »–scripts none«. Alternativ geben Sie hinter »–scripts custom« eine andere externe Lösung zur Zusammenarbeit an. Die Dokumentation im Github-Repo erläutert, wie Sie eigene Erweiterungen erzeugen.
Die zu prüfenden Hosts stehen hinter »-a«, »-p« beschränkt den Scan auf bestimmte Ports. Die Angabe eines Port-Bereichs gelingt mit »-r«, »–top« berücksichtigt nur die privilegierten Ports. Wollen Sie anstelle einer ausführlichen Ausgabe nur eine Liste aller offenen Ports sehen, geben Sie »-g« an. Rustscan wartet nur 1,5 Sekunden auf die Antwort eines Ports und prüft jeden nur ein Mal, was sich mit »-t« und »–tries« aber anpassen lässt.
Dank ihrer Skripting-Engine arbeitet die interessante Scanner-Alternative Rustscan nicht nur mit Nmap zusammen, sondern auch mit eigenen Lösungen in Python, Lua oder Bash.
Speedtest-Cli 2.1.3
Bandbreite auf der Kommandozeile prüfen
Quelle: https://github.com/sivel/speedtest-cli
Lizenz: Apache 2.0
Alternativen: Nperf, Fast
Die reale Bandbreite und die von den Providern versprochene unterscheiden sich in der Regel mehr oder minder deutlich. Im WWW finden sich einige Testangebote, um den eigenen Anschluss unter die Lupe zu nehmen. Alternativ gelingt der Check auch auf der Shell: Das Python-Skript Speedtest-Cli prüft die Internet-Bandbreite und nutzt dazu im Hintergrund das Angebot von Speedtest.net. Das Tool ermittelt anhand von Ping-Zeiten selbstständig, welcher Server die beste Anbindung für den Test bietet.
Ohne Parameter aufgerufen, ermittelt Speedtest-Cli einen schnellen Server und testet danach den Up- und Download. Eine Übersicht aller verfügbaren Server liefert der Parameter »–list«, mit »–server« geben Sie einen bestimmten Server vor. Die zu verwendende Schnittstelle definiert »–source« – praktisch, falls mehrere Breitbandverbindungen zur Auswahl stehen. In der Voreinstellung spricht Speedtest-Cli HTTP und verbindet sich mit dem Ziel auf Port 5060. Bevorzugen Sie eine verschlüsselte Verbindung für den Test, geben Sie »–secure« an.
Speedtest-Cli zeigt alle Schritte in der Konsole an; um nur das Ergebnis zu sehen, starten Sie das Tool mit »–simple«. Alternativ schreibt es JSON- oder CSV-Dateien, ideal zur Weiterverarbeitung in Drittprogrammen. Mit »–no-upload« und »–no-download« stehen zwei Schalter zur Verfügung, die nur in jeweils eine Richtung testen.
Speedtest-Cli überzeugt auf ganzer Linie und macht auch in eigene Skripte integriert eine gute Figur – daher geben die Tester die volle Punktzahl. (Uwe**Vollbracht/hej)











