Aus Linux-Magazin 07/2021

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Googler

Was ein rechter Admin ist, der googelt auch auf der Kommandozeile unverdrossen. Charly nutzt dazu den Googler, der trotz des etwas uninspirierten Namens recht nützliche Fähigkeiten mitbringt.

Was, wenn ich etwas googeln muss, aber nur eine Kommandozeile zur Verfügung habe? Ich könnte das Smartphone aus der Hosentasche ziehen, doch wenn ich aus den Suchergebnissen etwas kopieren und einfügen möchte, ist das keine Lösung. Ein Textmode-Browser wie Lynx taugt da schon eher.

Aber es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die mächtiger ist und die sich nahtlos in den Arbeitsablauf auf der Konsole einfügt: Googler [1]. Viele Distribution führen das Tool in ihrem Paketfundus, aber auch zu Fuß lässt es sich mit wenigen Kommandos installieren (Listing 1). Die zu Redaktionsschluss Anfang Mai 2021 aktuelle Version ist Googler 4.3.2.

Listing 1

$ cd Downloads/
$ wget -c https://github.com/jarun/googler/archive/refs/tags/v4.3.2.tar.gz
$ tar -xvf v4.3.2.tar.gz
$ cd googler-4.3.2/
$ sudo make install
$ cd auto-completion/bash/
$ sudo cp googler-completion.bash /etc/bash_completion.d/

Im einfachsten Fall starte ich eine Stichwortsuche bei Google mit dem Aufruf »googler Begriff«. Das Ergebnis für das Schlagwort “Linux” zeigt Abbildung 1. Sie sehen, dass Googler die Suchergebnisse durchnummeriert. Tippen Sie die Ziffer eines Suchergebnisses ein, übergibt Googler die Adresse zum Öffnen an den Standard-Webbrowser. Klappt das bei Ihnen nicht, kann Googler den passenden Browser nicht ermitteln. Sie müssen den Namen des Programms dann mit dem Parameter »–url-handler« übergeben, etwa als »–url-handler lynx« (oder was immer Sie benutzen).

Abbildung 1: Googler zeigt die Treffer für den Suchbegriff "Linux" durchnummeriert an.

Abbildung 1: Googler zeigt die Treffer für den Suchbegriff “Linux” durchnummeriert an.

Voreingestellt liefert Googler immer zehn Suchergebnisse; die Anzahl lässt sich mit dem Parameter »-n Zahl« erweitern oder begrenzen. Der Parameter, den ich am häufigsten benutze, ist aber »-t 12m«. Damit erscheinen ausschließlich maximal 12 Monate alte Treffer – recht praktisch, denn wenn ich etwa nach einer bestimmten Fehlermeldung suche, interessieren mich aktuelle Ergebnisse natürlich mehr als uralte.

Ebenfalls sinnvoll ist es oft, die Suche auf eine Webseite zu begrenzen, etwa wenn ich nur Ergebnisse aus der Wikipedia sehen möchte. Dafür gibt es den Parameter »-w«. Das Beispiel in Abbildung 2 zeigt Suchtreffer für den Begriff “Handball” an, die von der Webseite der ARD-Sportschau stammen.

Abbildung 2: Bei Bedarf lässt sich die Suche auf eine einzelne Webseite eingrenzen.

Abbildung 2: Bei Bedarf lässt sich die Suche auf eine einzelne Webseite eingrenzen.

Wollen Sie bei der Websuche keine Datenspuren hinterlassen, sehen Sie sich doch einmal Ddgr [2] an: Es stammt vom selben Autor wie Googler, unterstützt (nahezu) dieselben Parameter, benutzt aber DuckDuckGo und ist daher deutlich datensparsamer. (jlu)

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