Mit dem Installationsskript Katoolin 3 holt sich Charly gezielt seine Lieblingswerkzeuge aus Kali Linux auf den Ubuntu-Desktop.
Sie kennen sicher Kali Linux [1], das eine Fülle von Werkzeugen für Forensik und Penetrationstests mitbringt. Man kann die Distribution installieren oder als Live-System von einem USB-Stick booten. Benutzer von Mainstream-Linuxen wünschen sich oft, Kalis Funktionsumfang auch in ihrer gewohnten Distribution zu nutzen. Diesen Wunsch versucht Katoolin [2] zu erfüllen.
Ich habe mir Katoolin erstmals 2017 angeschaut. Die Skriptsammlung zur Installation der Kali-Linux-Tools war für das damals aktuelle Ubuntu LTS maßgeschneidert und in Python 2 geschrieben. Sie integrierte sich allerdings recht brutal in Ubuntu, änderte eigenmächtig die Systemkonfiguration und führte nicht selten dazu, dass sich die Distribution beim nächsten Update verhedderte. Die Idee war dennoch gut, und inzwischen gibt es Katoolin 3, das endlich auch die Ausführung ins Lot bringt. Auf Python 3 portiert, integriert es sich so sanft ins System, dass es den Ubuntu-eigenen Tools nicht mehr Weg steht.
Damit Katoolin läuft, muss man das Universe-Repository einbinden (Listing 1, erste Zeile) und benötigt Git, um das Repository zu klonen (zweite Zeile). Damit kann es losgehen: Ich spiegele den Code auf mein Ubuntu (dritte Zeile), wechsle im nächsten Schritt in das neu erstellte Verzeichnis »katoolin3/«, mache die Datei »install.sh« ausführbar und starte sie (Zeile 4 bis 6). Es ist sinnvoll, sich den Code der Datei »install.sh« vorher einmal anzusehen – auch Git-Repos können kompromittiert werden und Schadcode enthalten. Sieht alles gut aus, kann die Installation starten, die im Idealfall mit einer Erfolgsmeldung terminiert (Zeile 8).
Listing 1
Katoolin 3 installieren
$ sudo add-apt-repository universe $ sudo apt install git $ git clone https://github.com/s-h-3-l-l/katoolin3 $ cd katoolin3/ $ chmod +x ./install.sh $ sudo ./install.sh [...] Successfully installed. $ sudo katoolin3
Da es sich bei Katoolin 3 um ein Installations-Tool handelt, muss ich es mit Root-Rechten starten (letzte Zeile). Auf dem Bildschirm erscheint das Hauptmenü. Theoretisch könnte ich mir jetzt einfach mit Install all die volle Kali-Linux-Ladung geben – aber wohl kaum jemand benötigt wirklich das volle Arsenal. Ich lasse mir also durch einen Druck auf [0] erst einmal die verfügbaren Kategorien anzeigen (Abbildung 1). Von dort aus verzweige ich in Wireless Attacks. Durch Eingabe der Zahlen vor den einzelnen Tools starte ich die Installation. Dabei kann ich auch Bereiche oder Listen angeben, etwa »1,3,5-7«.
Katoolin 3 aktualisiert sich nicht automatisch, dafür muss ich ab und zu »update.sh« aus dem eingangs angelegten Verzeichnis »katoolin3/« starten. Dort findet sich auch »uninstall.sh« für den Fall, dass ich alles wieder loswerden möchte. Denn eines ist klar: Katoolin 3 erlaubt zwar, in die Tools der Kali-Sammlung hineinzuschnuppern. Wer sich aber intensiver damit beschäftigt, landet früher oder später bei einem fest installierten Kali Linux. (jlu)
Infos
- Kali Linux: https://www.kali.org
- Katoolin 3: https://github.com/s-h-3-l-l/katoolin3





