Goreader 0.0.6
EPUB-Dateien im Terminal lesen
Quelle: https://github.com/Nico385412/goreader
Lizenz: MIT
Alternativen: Fbreader, EPR
Für einen schnellen Blick in ein E-Book muss es nicht gleich ein grafischer Reader sein – die Konsole oder das Terminal genügen, zumindest für einen ersten Blick. Das Go-Tool Goreader zeigt EPUB-Dateien auf der Shell an. Die Navigation erfolgt über die Tastatur; Bilder präsentiert das Tool als ASCII-Art. Im Github-Repository stehen die Quellen bereit, die der Anwender selbst kompilieren muss.
Hinter dem Befehl »goreader« gibt der Benutzer die EPUB-Datei an. Im Buch navigiert er mit Vi-Tastenkürzeln oder den Pfeiltasten. So geht es mit [J]+ ([Pfeil-oben]+) und [K]+ ([Pfeil-unten]+) auf- und abwärts, während [H]+ ([Pfeil-links]+) und [L]+ ([Pfeil-rechts]+) nach links und rechts steuern. Seitenweise vor und zurück springen [B]+ und [F]+. Die Tastenkombination [Umschalt]+[L] führt ins nächste Kapitel, ein Kapitel rückwärts geht es mit [Umschalt]+[H]. Wie vom Texteditor gewohnt, führen [G] zum Anfang und [Umschalt]+[G] zum Ende des Kapitels.
Weitere Funktionen kennt Goreader nicht, eine Suche zum Aufspüren bestimmter Textpassagen fehlt. Auch auf Lesezeichen müssen Anwender derzeit noch verzichten. Da Goreader die aktuelle Position beim Beenden vergisst, fängt der Leser beim erneuten Öffnen des E-Books wieder von vorn an.
Dem noch jungen Projekt Goreader fehlen einige wichtige Funktionen. Dennoch lohnt sich ein Blick, denn für eine erste Übersicht über ein E-Book (auch remote) eignet sich das Tool allemal.
Netcalc 2.1.6
Netzwerksegmente berechnen
Quelle: https://github.com/troglobit/netcalc
Lizenz: BSD-3
Alternativen: Sipcalc, IP-Calc
Die Zeiten, in denen sich alle Rechner und Server in einem gemeinsamen Netzwerk befanden, sind lange vorbei. Schon aus Sicherheitsgründen gibt es heute in der Regel für Server und Clients eigene Netzwerksegmente. Das Berechnen der Segmentgröße ist jedoch nicht ganz trivial. Hier springt das in C implementierte Netcalc ein. Es wurde vom nicht mehr weiterentwickelten Sipcalc inspiriert, unterstützt neben IPv4 auch IPv6 und nutzt zum Anzeigen das IP-Calc-Format.
Debian- und Ubuntu-Anwender finden Netcalc in den Repositories der verwendeten Distribution. Alle anderen bauen das Tool aus den Quellen oder verwenden den angebotenen Docker-Container. Für eine einfache Kalkulation gibt der Benutzer eine IP-Adresse aus dem gewünschten Netzwerk sowie eine Subnetzmaske an. Netcalc schreibt anschließend die IP-Adresse und Subnetzmaske in dezimaler und binärer Schreibweise sowie die Anzahl der Rechner im Netzwerksegment ins Terminal. Außerdem zeigt das Tool die minimale und maximale IP-Adresse sowie die Broadcast-Adresse an.
Der Parameter »-s« nimmt einen Aufteilungsfaktor zum Berechnen möglicher IPv4-Subnetze entgegen; für IPv6-Netze heißt der Schalter »-S«. Geben Schreibfaule IPv6-Netzwerkadressen in komprimierter Form an, dann nutzt Netcalc zur Ausgabe ebenfalls dieses Format.
Das nützliche Tool Netcalc macht auch in eigenen Skripten eine gute Figur, da es Netzwerkadressen via Pipe über STDIN annehmen kann. Eine aussagekräftige Manpage erläutert alle Parameter, ein »README« hilft bei der Installation.
So 0.4.0
Stack Overflow auf der Konsole
Quelle: https://Github.com/samtay/so
Lizenz: MIT
Alternativen: Socli, How2
Auf der nach dem gleichnamigen Software-Fehler (dem Stapelüberlauf) benannten Plattform Stack Overflow diskutieren Entwickler und Anwender über Themen rund um Software-Entwicklung wie etwa Javascript, Java, C# und PHP. Die Website hat sich zu einer verlässlichen Quelle für Tipps und aktuelle Informationen entwickelt. Wer die Seite durchsuchen möchte, muss in der Regel einen Webbrowser bemühen. Konsolenfans setzen alternativ So ein und recherchieren auf der Kommandozeile.
Github bietet fertige Pakete des in Rust implementierten Tools an. Um die Plattform zu durchsuchen, gibt der Anwender beim Aufruf seine Frage als Parameter an. Das Tool ermittelt alle Fragen, die die Schlüsselwörter enthalten, und zeigt die Treffer in einer einfachen Ncurses-Oberfläche an. Sie ist in Frage- und Antwortbereiche unterteilt. Jeder Abschnitt enthält in der oberen Hälfte eine Liste und in der unteren Hälfte den Text zur Frage oder Antwort. Mit dem Tabulator und den Pfeiltasten kann man in den Einträgen navigieren.
In der Voreinstellung sucht So nur auf Stackoverflow.com. Um andere Stack-Exchange-Plattformen einzubeziehen, gibt der Anwender diese hinter »-s« an; ein mehrfacher Einsatz des Schalters ist möglich. Eine Liste aller unterstützten Websites – in der aktuellen Version sind das über 350 – liefert »–list-sites«. Zum Suchen setzt So auf DuckDuckGo, akzeptiert mit »-e« aber auch andere Suchmaschinen.
Das Tool So durchsucht zuverlässig Stack Overflow samt dazugehöriger Plattformen, und auch die Navigation in den Treffern ist komfortabel. Die Tester vermissen lediglich eine Manpage.
Hog 0.3.1
Dateien des eigenen Rechners teilen
Quelle: https://github.com/jjzcru/hog
Lizenz: MIT
Alternativen: Nitroshare, Onionshare
Viele Anwender nutzen Dienste wie Dropbox oder Google Drive, um Dateien mit Freunden oder Kollegen auszutauschen. Wer nicht mit einem externen Dienst arbeiten möchte und den Konfigurationsaufwand eines webbasierten Diensts auf dem eigenen Server scheut, der sollte sich Hog anschauen. Fertige Binaries des in Go geschriebenen Tools gibt es auf Github.
Hog ist sofort einsatzbereit, »hog start« ruft es auf den Plan. In der Voreinstellung wartet es auf Port 1618 von »localhost« auf HTTP-Zugriffe. Es ist aber möglich, auf HTTPS umzuschalten und einen anderen Port sowie eine alternative Domain oder IP-Adresse zu bestimmen. Seine Konfiguration speichert Hog in der Datei »~/.hog.yml«.
Dateien zum Teilen verwaltet das Tool in sogenannten Buckets. Der Anwender befüllt diese Körbe mit »hog add« und schreibt dahinter einen oder mehrere Dateinamen. Die Pfade notiert Hog mit einer eindeutigen Bucket-ID in der Einrichtungsdatei. Der Schalter »-q« erzeugt einen QR-Code mit der Adresse; alternativ verrät »-u« die URL. Eine Übersicht aller vorhanden Freigaben liefert »bucket«. Das Kommando »remove«, gefolgt von einer Bucket-ID, löscht vorhandene Shares. Es ist auch möglich, beim Erstellen eines Buckets mit »–tt« eine Lebensdauer vorzugeben.
Hog erstellt unkompliziert Freigaben einzelner Dateien oder ganzer Verzeichnisse für andere Benutzer. Diese erhalten einen QR-Code oder eine URL – bequemer geht es kaum.
Oviewer 0.3.1
Pager mit zahlreichen Extras
Quelle: https://github.com/noborus/ov
Lizenz: MIT
Alternativen: Less, More
Textdateien auf der Shell lesen und durchsuchen, Ausgaben anderer Programme seitenweise auf STDOUT betrachten – das alles und mehr bieten Pager wie Less und More. Mit dem Go-Programm Oviewer gesellt sich ein weiterer Vertreter hinzu, der vor allem beim Anzeigen von tabellarischen Daten mit einem Spaltenmodus punktet. Fertige Pakete für alle wichtigen Betriebssysteme und Plattformen gibt es bei Github. Der Befehl »ov -h« blendet eine Online-Hilfe ein; eine ausführliche Dokumentation hält die Projektseite bereit.
Der Anwender steuert den Pager über Aufrufparameter und gibt dabei die Datei an, die er betrachten möchte. Die Navigation erfolgt über gängige Tastenkürzeln wie [Strg]+[B] und [Strg]+[V], die Suche lässt sich wie gewohnt über [Umschalt]+[ 7] (den Slash) erreichen. Wer einen Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung wünscht, gibt beim Start »-i« an. Oviewer nummeriert die Zeilen auf Wunsch (»-n«) und bricht Zeilen mit Überlänge automatisch um.
Seine ganze Stärke demonstriert der Pager beim Anzeigen tabellarischer Daten. »-c« aktiviert beim Start den Spaltenmodus, die Taste [C] schaltet im laufenden Betrieb um. In der Voreinstellung erkennt Oviewer das Komma als Trennzeichen; alternative Zeichen nimmt »-d« entgegen. Die Anzahl der Kopfzeilen legt »-H« fest.
Oviewer überzeugt auf ganzer Linie und bringt zahlreiche weitere Features mit, die das Handbuch auf Github samt Beispielen aufführt.
The Way 0.4.0
Codeschnipsel auf der Shell verwalten
Quelle: https://github.com/out-of-cheese-error/the-way
Lizenz: MIT
Alternativen: Snippets Manager, Snippets Lab
Wer nach einer Möglichkeit sucht, Shell-Einzeiler oder Codeschnipsel schnell zu notieren – und zwar so, dass er sie später auch wiederfindet –, der kann The Way als Verwalter einstellen. Das Rust-basierte Tool schreibt mit, hebt die Syntax verschiedener Sprachen hervor und verfügt über eine Import-Export-Funktion (JSON) sowie eine integrierte Suche. Unter Github liegen fertige Pakete, die auch eine rudimentäre Anleitung enthalten.
Um einen neuen Schnipsel zu notieren, ruft der Benutzer »the-way new« auf. Ein Assistent erfragt eine Beschreibung für den neuen Eintrag, eine Angabe zur Programmiersprache sowie optionale Tags, die zum besseren Organisieren dienen. Zu guter Letzt gibt der Anwender die Codezeile ein. Für längere Texteingaben öffnet The Way gegebenenfalls den Standardeditor. Das Tool speichert alle Notizen in »~/.local/share/the-way/the_way_db«, die Konfiguration liegt in »~/.config/the-way«.
Eine nummerierte Übersicht aller Einträge liefert »list«, »search« durchsucht sie. Als Suchkriterien können die Programmiersprache, Tags oder ein Datum dienen. Mit »view«, gefolgt von einer Ziffer, zeigt The Way den passenden Schnipsel an. Wer etwas nachbessern möchte, nimmt »edit« zu Hilfe. Praktisch: »cp« befördert den Inhalt direkt in die Zwischenablage, »del« entsorgt einen Schnipsel.
Der praktische Helfer The Way weiß zu gefallen. Abzüge gibt es lediglich wegen der ziemlich sparsamen Dokumentation. (Uwe**Vollbracht/hej)











